Butz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Butzen · Nominativ Plural: Butzen
Aussprache [bʊʦ]
Wortbildung  mit ›Butz‹ als Erstglied: ↗Butzemann · ↗Butzenmann · ↗Bützel
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

besonders als Figur beim Fasching
Beispiele:
Man will es jetzt grad wirklich nicht mehr hören, aber der »Butz« spielt auch zu Fasnetzeiten seine Rolle, das ist ein Vermummter, ein Popanz, ein Schreckgespenst und für manche gar der Teufel. [Reutlinger General-Anzeiger, 12.03.2014]
Die Hägelisaier treffen sich am Dienstag, 25. Februar um 18 Uhr am ehemaligen Badischen Hof für die Fasnachtverbrennung. Ein Butz werde mit dem Traktor an den Hafen von Gaienhofen gebracht und am Landungssteg verbrannt, so der Narrenpräsident der Hägelisaier. [Südkurier, 25.02.2020]
Der Fasnatziestag ist kein rheinischer Karneval, sondern von alemannischem Tiefsinn. Die Hauptfigur, der Butz, verkörpert die Pest und ihren Tod. Beim Angelusläuten stirbt der Butz und wird im Fackelschein vom Kirchplatz getragen. [Zeit Magazin, 31.03.2011]
Und wenn zur Fasnachtszeit der Butz durchs Dorf geht und die Pratteler den Figuren dieses alten Bettelbrauchs Wein und Eier aus ihren Häusern reichen, dann geht dieser Butz nicht in die Aussenquartiere. [Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2006]
familiär Kind, Junges
Beispiele:
»Mein liebster, guter, süßer Butz«, heißt es, »wann ist wohl endlich einmal Post für mich da? […]« [Berliner Zeitung, 01.02.2003]
Er [ein Junge] lief die Treppen hinunter, den Fahrstuhl benützte er nicht, Vater war einmal mit ihm beim Hinauffahren im Fahrstuhl hängen geblieben, und das kurz vor dem Mittagessen, seitdem machte der kleine Butz einen großen Bogen um die Fahrstuhltür. [Rösler, Jo Hanns: Wohin sind all die Jahre …, München: Goldmann 1984 [1964], S. 27]
Damit auch der kleinste Butz satt wird, sind mehrere Futtertröge aufgestellt. [Leipziger Volkszeitung, 19.06.1999]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Butz(e) · Bützel · Butze(n)mann
Butz(e) m. ‘Poltergeist, Popanz, Schreckgespenst, Vogelscheuche’ (mundartlich auch Boz, Botzen, Boboz), mhd. butz(e); deminutiv Bützel m. auch ‘kleiner, unansehnlicher Mensch, Wichtel’, mhd. bützel. Butze(n)mann m. (15. Jh.). Herkunft ungewiß. Als ‘Klopfgeist’ zu ahd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. ↗Amboß)? Auch an Einfluß der (unter Vokalkürzung) durch -tz- affektisch verschärften Interjektion ↗buh (s. d.) kann gedacht werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Buschemann · Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
Oberbegriffe
  • Kinderschreckfigur
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Assoziationen
Zitationshilfe
„Butz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Butz>, abgerufen am 02.12.2020.

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