Canaille, die

Alternative SchreibungKanaille
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Canaille · Nominativ Plural: Canaillen
Aussprache
WorttrennungCa-nail-le · Ka-nail-le
HerkunftFranzösisch
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1969

Bedeutung

Schimpfwort schändlicher Mensch, Schurke, Schuft
Beispiele:
so eine Canaille/Kanaille!
»Warte nur, du Kanaille ... dich kriegen wir!« [KästnerEmil67]
nur im Singular
veraltet, abwertend Pack
Beispiel:
Das Volk nannte er [Schopenhauer] nicht anders als »die souveräne Kanaille« [Th. Mann10,331]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kanaille f. ‘gemeiner Kerl, Schuft’, Übernahme (17. Jh.) von frz. canaille, das aus ital. canaglia ‘Hundepack, Schuft’ stammt, einer Ableitung von ital. cane ‘Hund’ (lat. canis). Wie im Frz. und Ital. bezeichnet Kanaille sowohl eine Einzelperson als auch eine Gruppe (‘Gesindel, Pack’, auch lange Zeit herabsetzend ‘das niedere Volk’); im Dt. geht kollektiver Gebrauch jedoch im 19. Jh. zurück.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bösewicht · ↗Frevler · ↗Gauner · ↗Halunke · ↗Lump · ↗Missetäter · ↗Schlitzohr · ↗Schuft · ↗Schurke · ↗Spitzbube · ↗Strolch · ↗Tunichtgut · ↗Unhold · ↗Übelmann · ↗Übeltäter · übles Subjekt  ●  ↗Fötzel  schweiz. · ↗Haderlump  österr., bair. · (eine) miese Type  ugs. · Canaille  derb, franz. · Kanaille  derb · ↗Schubiack  ugs. · fieser Finger  ugs., abwertend, veraltet · krummer Hund  ugs., fig. · linke Bazille  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Unterbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er handelte autoritär gegen die "Canaille", den Vierten Stand, das spätere "Proletariat".
Der Spiegel, 20.02.1989
Hier sind die Blätter noch nicht tot, und bleibt Paris auf immer Canaille.
Die Welt, 22.03.2002
Manchmal versucht er, über die Dummheit der "Canaillen" zu lachen.
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2001
Er ist die witzige Verschmelzung von "Journal" mit der "Canaille", dem Gesindel, Pöbel, Lumpenpack.
Der Tagesspiegel, 01.11.2000
Er sieht »das Zeitalter der Vernunft« und Aufklärung hereinbrechen, allerdings - nur für die »anständigen Leute«, nicht für die »Canaille«, die »Lakaien, Schuster und Dienstmädchen«.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7640
Zitationshilfe
„Canaille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Canaille>, abgerufen am 12.11.2019.

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