Chancengerechtigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chancengerechtigkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈʃɔ̃sn̩gəˌʀɛçtɪçkaɪ̯t] · [ˈʃaŋsn̩gəˌʀɛçtɪçkaɪ̯t]
Worttrennung Chan-cen-ge-rech-tig-keit
Wortzerlegung ChanceGerechtigkeit
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
gerechte Bedingungen, Voraussetzungen bei Ausbildung, Karriere und gesellschaftlich-sozialer Entwicklung unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht o. Ä.
siehe auch Chancengleichheit (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: soziale Chancengerechtigkeit
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Chancengerechtigkeit für Kinder
Beispiele:
Chancengerechtigkeit bedeutet, dass alle Kinder im Rahmen ihrer Fähigkeiten und unabhängig ihrer sozialen Herkunft die schulische Karriere unter möglichst gleich optimalen Bedingungen absolvieren können. [Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2005]
Wir wollen das dritte Kita‑Jahr verpflichtend machen, um schon vor der Einschulung Kinder gezielt zu fördern und für Chancengerechtigkeit zu sorgen. [Die Welt, 06.05.2019]
Im Sinne der Chancengerechtigkeit wäre es natürlich gut, wenn mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen. [Welt am Sonntag, 06.10.2013, Nr. 40]
Mehr Chancengerechtigkeit im Beruf ist einer der Schwerpunkte im Wahlprogramm der SPÖ Frauen. Es gilt, die Einkommensschere und die Gläserne Decke aus der Welt zu schaffen. Doch damit Frauen über die gleichen Aufstiegschancen wie Männer verfügen, sind klare Rechtsbestimmungen notwendig. [Der Standard, 01.09.2008]
[…] Chancengerechtigkeit haben wir auch heute nicht. Wenn ein Kind aus einfacheren Verhältnissen ans Gymnasium geht und dort nicht guttut, dann nehmen es die Eltern wieder raus. Sie können keine Hilfen leisten oder Privatstunden finanzieren. [Süddeutsche Zeitung, 26.02.1997]
2.
gerechte Rahmenbedingungen für alle Beteiligten in einem Wettbewerb; Gerechtigkeit beim Erwerb oder Erhalt eines erstrebten Guts
siehe auch Chancengleichheit (2)
Beispiele:
Nach dem christlichen Menschenbild habe jeder das gleiche Recht auf ein menschenwürdiges Leben. »Wo aber bleibt die globale Chancengerechtigkeit, wenn die reichen Industrieländer über 80 Prozent aller Ressourcen für sich beanspruchen?« [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.1996]
Wenn es gelinge, Männern durch mehr Sport im Sinne der Chancengerechtigkeit zu einer längeren Lebenserwartung zu verhelfen, sei das eine gute Sache[…]. Männer hätten heute bei Geburt eine durchschnittliche Lebenserwartung von 77,5 Jahren, das seien gut fünf Jahre weniger als bei den Frauen in Deutschland. [Die Zeit, 15.02.2012 (online)]
Internationale Chancengerechtigkeit gibt es nur, wenn überall auf der Welt die gleichen Regeln, Verfahren, Strafen [bei sportlichen Wettkämpfen] gelten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2000]
Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages[…] warf IOC (= International Olympic Committee) und internationalen Fachverbänden vor, keine ernsthaften Maßnahmen im Kampf gegen Doping zu ergreifen: »Es gibt riesige kontrollfreie Räume in Kuba, China, den USA oder den Ländern der ehemaligen UdSSR. Eine Chancengerechtigkeit ist nicht gewährleistet. Das IOC hätte die Macht und das Geld, gleiche Kontrollstandards zu gewährleisten. […]« [Süddeutsche Zeitung, 10.08.1992]
Wir leben nicht mehr im Zeitalter des Hausarztpatienten, denn nicht jeder könnte sich leisten, das zu sein. Mehr als in anderen Bereichen gilt es in der Gesundheitspolitik, die größtmögliche Chancengerechtigkeit zu erreichen. [Die Zeit, 14.03.1975, Nr. 12]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Chancengerechtigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chancengerechtigkeit‹.

Zitationshilfe
„Chancengerechtigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chancengerechtigkeit>, abgerufen am 12.04.2021.

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