Chaos, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Chaos · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungCha-os (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Chaos‹ als Erstglied: ↗chaotisch
eWDG, 1967

Bedeutung

völliges Durcheinander, wüste Unordnung
Beispiele:
ein wildes, wüstes, heilloses, rettungsloses, unentwirrbares Chaos
ein Chaos von Stimmen, Tönen
das Chaos des Krieges, einer Schlacht
ein Chaos drohte, brach über sie herein
in ein Chaos Ordnung bringen
das Chaos entwirren, bewältigen
Soll ich das Chaos von Schrecken, Schmerz, Wahnsinn noch einmal fühlen [O. Ludwig2,423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chaos · chaotisch · Chaot
Chaos n. ‘ungeordneter Urzustand der Welt, völliges Durcheinander’; griech. cháos (χάος) ‘leerer Raum, Luftraum, Kluft’. Chaos ist in dt. Texten (nach einem Einzelbeleg mhd. kaos, 13. Jh.) seit dem Anfang des 16. Jhs. belegt. Es erscheint zuerst als unveränderte Wiedergabe von lat. chaos (Luk. 16, 26), wofür griech. chásma (χάσμα), bei Keisersberg (ca. 1510) im Sinne von ‘Kluft, Spalt’, von Luther mit Kluft übersetzt. Die heute übliche Bedeutung (s. oben) geht zurück auf Vorstellungen der griechischen Kosmogonie, die Chaos im Sinne einer ‘vor allen Dingen vorhandenen klaffenden Leere des Weltraumes’ versteht (Hesiod) oder als ‘ungeordnete Urmasse der Welt’ interpretiert (Platon). Letztere Vorstellung liegt seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. der dt. Verwendung von Chaos zugrunde; aus ihr entwickelt sich bereits zu Anfang des 17. Jhs. die allgemeine Bedeutung ‘Durcheinander’. Daneben wird es im 16./17. Jh., ebenfalls nach griech. Vorbild, auch im Sinne von ‘Luft, Äther’ gebraucht. Dazu chaotisch Adj. ‘ungeordnet, wirr’ (1676 Francisci chaotische Massen), das vielleicht eine Bildung nlat. caoticus voraussetzt. Aus dem Adjektiv rückgebildet Chaot m. ‘wer Unruhe, Verwirrung stiftet, radikaler Anarchist’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · ↗(wilde) Mischung · Chaos · Gemeng(e) · ↗Gemisch · ↗Gewirr · ↗Sammelsurium · ↗Unordnung · ↗Verhau · ↗Wirrnis · ↗Wirrwarr · ↗Wust  ●  ↗(wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · ↗Dschungel  fig. · ↗Pelemele  franz. · ↗Tohuwabohu  hebräisch · ↗Kuddelmuddel  ugs. · ↗Mischmasch  ugs. · ↗Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Chaos
Synonymgruppe
Chaos (gesellschaftlich) · ↗Umbruch · Wirren · chaotische Zustände
Antonyme
  • Chaos (gesellschaftlich)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anarchie Bürgerkrieg Computer Ordnung Unordnung angerichtet anrichten ausbleiben ausbrechen befürchtet blank blutig drohend enden geordnet heillos herrschen kreativ ordnen organisatorisch organisiert perfekt programmieren regieren rot-grün stiften stürzen total versinken verursachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chaos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus vermeintlicher Stabilität droht das Land unvermittelt ins Chaos zu stürzen.
Die Zeit, 21.06.2013, Nr. 23
Ohne sie würde hier das reine Chaos herrschen - wie in alten Zeiten.
Die Welt, 21.09.2005
Selbst das von mir angerichtete Chaos entbehrt der Struktur nicht.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 149
Und dann brach plötzlich das Chaos aus da vorne beim Eingang.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 108
Meines, das, welches ich träume, ist die Welt, das Chaos.
Hofmannsthal, Hugo von: Über Charaktere im Roman und im Drama. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 31990
Zitationshilfe
„Chaos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chaos>, abgerufen am 22.05.2019.

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