Chaos, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Chaos · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈkaːɔs]
Worttrennung Cha-os
Wortbildung  mit ›Chaos‹ als Erstglied: Chaosforschung · chaotisch
Herkunft zu cháosgriech (χάος) ‘leerer Raum, Luftraum, Kluft’
eWDG

Bedeutung

völliges Durcheinander, wüste Unordnung
Beispiele:
ein wildes, wüstes, heilloses, rettungsloses, unentwirrbares Chaos
ein Chaos von Stimmen, Tönen
das Chaos des Krieges, einer Schlacht
ein Chaos drohte, brach über sie herein
in ein Chaos Ordnung bringen
das Chaos entwirren, bewältigen
Soll ich das Chaos von Schrecken, Schmerz, Wahnsinn noch einmal fühlen [ O. Ludwig2,423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chaos · chaotisch · Chaot
Chaos n. ‘ungeordneter Urzustand der Welt, völliges Durcheinander’; griech. cháos (χάος) ‘leerer Raum, Luftraum, Kluft’. Chaos ist in dt. Texten (nach einem Einzelbeleg mhd. kaos, 13. Jh.) seit dem Anfang des 16. Jhs. belegt. Es erscheint zuerst als unveränderte Wiedergabe von lat. chaos (Luk. 16, 26), wofür griech. chásma (χάσμα), bei Keisersberg (ca. 1510) im Sinne von ‘Kluft, Spalt’, von Luther mit Kluft übersetzt. Die heute übliche Bedeutung (s. oben) geht zurück auf Vorstellungen der griechischen Kosmogonie, die Chaos im Sinne einer ‘vor allen Dingen vorhandenen klaffenden Leere des Weltraumes’ versteht (Hesiod) oder als ‘ungeordnete Urmasse der Welt’ interpretiert (Platon). Letztere Vorstellung liegt seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. der dt. Verwendung von Chaos zugrunde; aus ihr entwickelt sich bereits zu Anfang des 17. Jhs. die allgemeine Bedeutung ‘Durcheinander’. Daneben wird es im 16./17. Jh., ebenfalls nach griech. Vorbild, auch im Sinne von ‘Luft, Äther’ gebraucht. Dazu chaotisch Adj. ‘ungeordnet, wirr’ (1676 Francisci chaotische Massen), das vielleicht eine Bildung nlat. caoticus voraussetzt. Aus dem Adjektiv rückgebildet Chaot m. ‘wer Unruhe, Verwirrung stiftet, radikaler Anarchist’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Mix (an) · (wilde) Mischung · Chaos · Gemeng(e) · Gemisch · Gewirr · Sammelsurium · Unordnung · Verhau · Wirrnis · Wirrwarr · Wust  ●  (wüstes / regelloses / wildes) Durcheinander  Hauptform · Dschungel  fig. · Pelemele  franz. · Tohuwabohu  hebräisch · Kuddelmuddel  ugs. · Mischmasch  ugs. · Salat  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Chaos (gesellschaftlich) · Umbruch · Wirren · chaotische Zustände
Assoziationen
Antonyme
  • Chaos (gesellschaftlich)
Synonymgruppe
Chaos · Durcheinander · Unaufgeräumtheit · Unordnung  ●  kreatives Chaos  floskelhaft, ironisierend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Chaos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chaos‹.

Verwendungsbeispiele für ›Chaos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dann brach plötzlich das Chaos aus da vorne beim Eingang. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 108]
Schließlich konnte nur sie das träge Chaos, das sie hervorgebracht hatte, auch einigermaßen in Ordnung halten. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 366]
Diejenigen, denen es immer noch um die Kunst als Kunst ging, versuchten sich inzwischen in dem Chaos zu orientieren. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 117]
Sie stürzten die Stadt, die sie zu beschützen vorgaben, in ein unbeschreibliches Chaos. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 354]
Das bedeutet allerdings nicht einfach, eine Art Chaos aushalten zu können. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Chaos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chaos>.

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