Charisma, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Charisma(s) · Nominativ Plural: Charismen/Charismata
Aussprache  [ˈçaʀɪsma] · [ˈkaʀɪsma] · [kaˈʀɪsma] · [çaˈʀɪsma]
Worttrennung Cha-ris-ma
Wortbildung  mit ›Charisma‹ als Erstglied: ↗Charismatiker · ↗charismatisch
Wahrig und DWDS, 2020

Bedeutungen

1.
besondere Ausstrahlung, starke, gewinnende Ausdruckskraft eines Menschen
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein persönliches, besonderes, mangelndes Charisma
als Akkusativobjekt: Charisma haben, besitzen, ausstrahlen
als Dativobjekt: jmds. Charisma erliegen
in Präpositionalgruppe/-objekt: über Charisma verfügen; ein Mann, eine Frau mit Charisma; der Mangel an Charisma
in Koordination: Charme und Charisma
Beispiele:
Inzwischen […] hat er [der zunächst hölzern wirkende Politiker] dazugelernt und fasziniert seine Anhänger mit Charisma und Eloquenz. [Der Standard, 17.05.2009]
Wegen seiner Jugend und seines Charismas stand der Demokrat für die Hoffnung auf eine Erneuerung der USA. [Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2017]
Echte Stars, das sind […] Künstler, die weit über ihre eigene Generation hinaus herausragenden Einfluss haben – oder zumindest besonderes Charisma. [Die Zeit, 12.01.2016 (online)]
»Helmut Schmidt – Lebensfragen« zeichnet das Bild eines Mannes, der die Ratio an Stelle der politischen Romantik gesetzt hat und die Nüchternheit an Stelle des Charisma […]. [Spiegel, 19.12.2013 (online)]
Von seinem [des Schauspielers Philippe Torreton] Temperament, seiner Kraft, seinem Charisma lebt der Film. [Der Tagesspiegel, 24.11.1999]
2.
Religion Erleuchtung, Erkenntnis oder prophetische Gabe, die von göttlichen Gnaden empfangen wird
Beispiele:
Charismen sind konkrete Ausprägungen der Gnade Gottes für konkrete Lebenssituationen und Herausforderungen. [EmwAg:Alleinleber & Lebenssucher, 30.10.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Was sind Geistesgaben (Charismata) und wozu sollen sie dienen? [Eins in Christus – gesandt in die Welt, 28.03.2008, aufgerufen am 23.10.2019]
Fast alles dreht sich um die »Charismen« – die Gaben des Heiligen Geistes, also Prophetie, Wundertaten und Krankenheilung. [Die Zeit, 01.09.2006, Nr. 36]
Er [der Soziologe Max Weber] entwickelt seine berühmte Religionssoziologie, führt den Begriff des »Charismas« als Gnadengabe ein, den er später auf den charismatischen Führer und auch Unternehmer überträgt[…]. [Welt am Sonntag, 23.10.2005]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Charisma n. ‘göttliche Gnadengabe, Geistesgeschenk, Ausstrahlung(skraft)’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. kirchenlat. charisma, (bibl.-)griech (Paulus) chárisma (χάρισμα), zu griech. charízesthai (χαρίζεσϑαι) ‘gefällig sein, Freude bereiten, darbringen, spenden, schenken’, zu griech. cháris (χάρις) ‘Reiz, Anmut, Gefallen, Gunst, Dank’ und griech. chaírein (χαίρειν) ‘sich freuen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausstrahlung · Charisma · ↗Strahlkraft  ●  ↗Präsenz  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Charisma‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Charisma‹.

Zitationshilfe
„Charisma“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Charisma>, abgerufen am 30.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Chargierte
chargieren
Chargenspieler
Chargennummer
Chargé d'Affaires
Charismatiker
charismatisch
Charité
Charivari
Charleston