Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Charmeur, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Charmeurs · Nominativ Plural 1: Charmeure · Nominativ Plural 2: selten Charmeurs
Aussprache  [ʃaʁˈmøːɐ̯]
Worttrennung Char-meur
Wortzerlegung Charme -eur
Herkunft aus gleichbedeutend charmeurfrz
eWDG und ZDL

Bedeutung

Mann, der andere, besonders potenzielle Sexualpartner, durch ein sympathisches, gewinnendes Auftreten für sich einzunehmen versucht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein unwiderstehlicher, notorischer, eleganter, ewiger Charmeur
als Akkusativobjekt: den Charmeur spielen
als Genitivattribut: die Rolle des Charmeurs
in Koordination: Charmeur und Verführer, Gentleman, Frauenheld
Beispiele:
er war ein ausgesprochener Charmeur, war als Charmeur bekanntWDG
Wenn sich ein reiches Mädchen und ein armer Charmeur auf einem todgeweihten Schiff verlieben, entsteht Filmgeschichte. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2021]
Hinter den charismatischen Charmeuren verbergen sich mitunter rücksichtslose, eiskalte und berechnende Charaktere. [Süddeutsche Zeitung, 04.02.2020]
Macron ist ein Charmeur, der alle von sich einnehmen möchte, und ein hervorragender Verkäufer seiner selbst. [Die Welt, 24.04.2018]
Er ist Agitator, Organisator, Journalist, wo es zweckdienlich ist, auch Charmeur. [Die Fackel, 2002 [1909]]
Die Charmeurs sind auf die Dauer nicht mehr als Spaßmacher tauglich. [Neues Deutschland, 14.01.1969] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

charmieren · charmant · Charme · Charmeur · Charmeuse
charmieren Vb. ‘bezaubern, entzücken’ und charmant Adj. ‘von gewinnender Wesensart, bezaubernd’ werden beide im 17. Jh. aus gleichbed. frz. charmer Vb. und frz. charmant, Part. Präs. ins Dt. übernommen. Zu Grunde liegt lat. carmināre ‘besingen, bezaubern, besprechen’, eine Ableitung von lat. carmen ‘religiöse und magische Formel, Gedicht, Lied’. Im 17. Jh. kommt auch das zugehörige Substantiv Charme m. ‘gewinnende Wesensart, Liebenswürdigkeit’, frz. charme, aus lat. carmen n. (s. oben), ins Dt. Der im Lat. und Frz. belegte Bezug zur Zauberkunst ist im Dt. nicht mehr nachzuweisen. Im Zuge der Eindeutschung oft scharmant und Scharm geschrieben. Charmeur m. ‘ein Mann, der Frauen mit seinem liebenswürdigen Wesen gewinnt’ (19. Jh.), frz. charmeur. Charmeuse f. ‘maschenfeste Wirkware, Trikotage’ (20. Jh.), frz. charmeuse, Fem. zum vorigen, das im Frz. bereits die Bedeutung ‘gewebter Seidenstoff’ entwickelt hat.

Thesaurus

Synonymgruppe
Liebling der Frauen · Verführer  ●  (ein) Casanova  fig. · (ein) Don Juan  fig. · Schmeichler  Hauptform · Charmeur  geh., franz., Hauptform · Süßholzraspler  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Lobhudler · Schönredner · Schöntuer  ●  Schmeichler  Hauptform · Charmeur  geh., franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Charmeur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Charmeur‹.

Zitationshilfe
„Charmeur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Charmeur>.

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