Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Chemikalie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chemikalie · Nominativ Plural: Chemikalien · wird meist im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Che-mi-ka-lie
GrundformChemie
Wortbildung  mit ›Chemikalie‹ als Erstglied: Chemikalienbehälter  ·  mit ›Chemikalie‹ als Letztglied: Fotochemikalie · Photochemikalie · Schwerchemikalie · Umweltchemikalie · Waschchemikalie
Herkunft aus gleichbedeutend chemicalianlat
eWDG

Bedeutung

von der chemischen Industrie hergestellter Stoff, der Ausgangsmaterial für weitere chemische Umsetzungen ist
Beispiele:
flüssige, feste Chemikalien
Chemikalien herstellen, mischen, verarbeiten
ein Metall mit Chemikalien behandeln
etw. mit Chemikalien reinigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chemie · Chemikalie · Chemiker · chemisch · Chemo-
Chemie f. Wissenschaft von den Stoffen, älter auch Chymie, Chymia (17. Jh.), Chimie (18. Jh.), von Zesen (1670) mit Scheidekunst verdeutscht, geht als wissenschaftssprachliche Bezeichnung zurück auf griech. chēmé͞ia (χημεία), chymé͞ia (χυμέια) ‘Kunst der Metallverwandlung, Alchimie’ (mlat. chemia, chymia). Aber auch Verkürzung von mlat. alchimia bzw. nhd. Alchimie, Alchemie (s. d.), die letztlich wohl auch auf griech. chēmé͞ia, chymé͞ia zurückgehen, ist denkbar. Die Form Chemie (chimia, 16. Jh.) setzt sich im 19. Jh. durch. Die ursprüngliche Lautgestalt und die Herkunft der griech. Bezeichnung sind strittig. Entweder verbindet man sie mit der griech. Wiedergabe des ägypt. Namens für Ägypten, griech. Chēmía (Χημία), eigentlich ‘das Schwarze’, also ‘Schwarzland’, und betrachtet Chemie als ‘ägyptische Kunst’ bzw., im Hinblick auf den engeren Wortsinn, als ‘Schwärzung’ (sie gilt als Vorbedingung der Metallverwandlung). Oder man sieht die Form chymé͞ia als ursprünglich an und versucht Herleitung von griech. chýma (χύμα) im Sinne von ‘Guß, Metallmischung’, faßt Chemie also als ‘Kunst der Metallmischung’. Chemikalie f. ‘industriell hergestellter chemischer Stoff’ (19. Jh.), zuerst Chemikalien (Plur.), vgl. nlat. chemicalia. Chemiker m. (18. Jh.), älter Chimicus, Chymicus (17. Jh.), Chymiker (18. Jh.). chemisch Adj. (18. Jh.), in älterer Zeit auch chimisch, chymisch (um 1600). Chemo- als erstes Glied in Zusammensetzungen, gräzisierend (in Analogie zu Chrono-, Elektro- u. ä.), begegnet seit dem 19. Jh., vgl. chemodynamisch, Chemotherapie u. a.

Thesaurus

Chemie
Synonymgruppe
Chemikalie · chemischer Stoff
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Chemikalie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chemikalie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Chemikalie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin gegen dieses schematische Draufhalten von Chemikalien, abgesehen von den hohen Kosten. [Der Spiegel, 01.10.1984]
Die Sicherung der waffenfähigen Chemikalien ist derzeit noch im Gange. [Die Zeit, 14.12.2013, Nr. 51]
Die in Brand geratenen Chemikalien dienten zur Herstellung von Plastik. [Die Zeit, 29.05.2013 (online)]
Es reicht nicht, eine gentechnisch veränderte Pflanze wie eine Chemikalie zu prüfen. [Die Zeit, 11.06.2012, Nr. 09]
Mutationen können auch durch mutagene Strahlung oder durch mutagene Chemikalien hervorgerufen werden. [Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 370]
Zitationshilfe
„Chemikalie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chemikalie>.

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