Chemikalie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chemikalie · Nominativ Plural: Chemikalien · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungChe-mi-ka-lie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Chemikalie‹ als Letztglied: ↗Fotochemikalie · ↗Photochemikalie · ↗Schwerchemikalie · ↗Umweltchemikalie · ↗Waschchemikalie
eWDG, 1967

Bedeutung

von der chemischen Industrie hergestellter Stoff, der Ausgangsmaterial für weitere chemische Umsetzungen ist
Beispiele:
flüssige, feste Chemikalien
Chemikalien herstellen, mischen, verarbeiten
ein Metall mit Chemikalien behandeln
etw. mit Chemikalien reinigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chemie · Chemikalie · Chemiker · chemisch · Chemo-
Chemie f. Wissenschaft von den Stoffen, älter auch Chymie, Chymia (17. Jh.), Chimie (18. Jh.), von Zesen (1670) mit Scheidekunst verdeutscht, geht als wissenschaftssprachliche Bezeichnung zurück auf griech. chēmé͞ia (χημεία), chymé͞ia (χυμέια) ‘Kunst der Metallverwandlung, Alchimie’ (mlat. chemia, chymia). Aber auch Verkürzung von mlat. alchimia bzw. nhd. ↗Alchimie, ↗Alchemie (s. d.), die letztlich wohl auch auf griech. chēmé͞ia, chymé͞ia zurückgehen, ist denkbar. Die Form Chemie (bereits im 17. Jh. bezeugt) setzt sich im 19. Jh. durch. Die ursprüngliche Lautgestalt und die Herkunft der griech. Bezeichnung sind strittig. Entweder verbindet man sie mit der griech. Wiedergabe des ägypt. Namens für Ägypten, griech. Chēmía (Χημία), eigentlich ‘das Schwarze’, also ‘Schwarzland’, und betrachtet Chemie als ‘ägyptische Kunst’ bzw., im Hinblick auf den engeren Wortsinn, als ‘Schwärzung’ (sie gilt als Vorbedingung der Metallverwandlung). Oder man sieht die Form chymé͞ia als ursprünglich an und versucht Herleitung von griech. chýma (χύμα) im Sinne von ‘Guß, Metallmischung’, faßt Chemie also als ‘Kunst der Metallmischung’. Chemikalie f. ‘industriell hergestellter chemischer Stoff’ (19. Jh.), zuerst Chemikalien (Plur.), vgl. nlat. chemicalia. Chemiker m. (18. Jh.), älter Chimicus, Chymicus (17. Jh.), Chymiker (18. Jh.). chemisch Adj. (18. Jh.), in älterer Zeit auch chimisch, chymisch (um 1600). Chemo- als erstes Glied in Zusammensetzungen, gräzisierend (in Analogie zu Chrono-, Elektro- u. ä.), begegnet seit dem 19. Jh., vgl. chemodynamisch, Chemotherapie u. a.

Thesaurus

Chemie
Synonymgruppe
Chemikalie · chemischer Stoff
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Düngemittel Erzeugnis Farbstoff Faser Faß Kunststoff Pestizid Pflanzenschutzmittel Pharmazeutikum Schwermetall Sprengstoff Textilie Werkzeugmaschine abbaubar anorganisch explosiv exportieren gefährlich gesundheitsschädlich giftig hantieren hochgiftig krebserregend organisch schädlich toxisch verseuchen versprühen verwendet ätzend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chemikalie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch vom Hof des Bauern sind längst nicht alle giftigen Chemikalien entsorgt.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2002
Am schwierigsten war es, auf den Einsatz von Chemikalien zu verzichten.
Der Tagesspiegel, 04.03.2001
Mutationen können auch durch mutagene Strahlung oder durch mutagene Chemikalien hervorgerufen werden.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 370
Ob diese als hochgiftig eingestufte Chemikalie Krebs auslösen kann, ist noch nicht bekannt; die Untersuchungen laufen noch.
o. A. [cb.]: Natriumazid. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1985]
Zu Hause füllst Du die Chemikalien, soweit sie nicht schon in luftdichter Verpackung geliefert wurden, sofort in Glasflaschen um.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 179
Zitationshilfe
„Chemikalie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chemikalie>, abgerufen am 16.12.2018.

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