Chicha, die oder das

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chicha · Nominativ Plural: Chichas
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Chicha(s) · Nominativ Plural: Chichas
WorttrennungChi-cha
HerkunftDas Wort chichaamerik-span dient den seit dem Ende des 15. Jahrhunderts nach Süd- und Mittelamerika kommenden Spaniern als Sammelbezeichnung für in der dortigen Urbevölkerung heimische fermentierte (alkoholische) Getränke. Die Herkunft aus einer der indigenen Sprachen Lateinamerikas ist sicher, der genaue Ursprung bleibt allerdings strittig.
Wahrig und ZDL, 2019

Bedeutungen

1.
besonders in der Andenregion Südamerikas verbreitetes, bierähnliches alkoholisches Getränk, das vor allem aus Mais, aber auch anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln durch Gärung gewonnen wird   ursprünglich hergestellt durch Kauen der Rohstoffe und damit Freisetzung von Speichelenzymen, welche die Gärung auslösten
Beispiele:
In Peru und anderen Ländern der Andenregion wird ein Bier aus Mais gebraut, das Chicha. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2008]
In der Lodge kann man auch »Chicha« bestellen, ein alkoholisches Gebräu, das traditionell aus mit Spucke vermengtem Maniok hergestellt wird. [Der Standard, 26.07.2008]
Er hat die Chicha zubereitet, den Zuckerrohrsaft mit etwas Kaffee unter der Erde fermentieren lassen. [Süddeutsche Zeitung, 12.07.2012]
Genüsslich trinkt er aus einer Schale mit »Chicha«, dem leicht fermentierten, stärkehaltigen Grundnahrungsmittel der Waldindianer aus Maniokwurzeln. [Bild am Sonntag, 14.06.2009, Nr. 24]
Im dämmrigen Café mischt sich der Pfefferminzgeruch mit den süßlichen Ausdünstungen der Chichas. [Süddeutsche Zeitung, 12.07.2007]
Um die Zeit nicht zu lang werden zu lassen, reicht der Vater schon einmal eine ausgehöhlte Kürbishälfte mit Chicha herum – ein aus vergorenem Mais hergestelltes, bierähnliches Getränk. [Süddeutsche Zeitung, 08.12.1998]
Chicha (span., spr. tschitscha), in Südamerika berauschendes gegorenes Getränk aus Mais, Reis etc. [o. A.: C. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 13350]
2.
Musik in Peru entstandener, lateinamerikanischer Musikstil, der traditionelle (Tanz)‍musik der Andenregion mit Elementen der Rockmusik verbindet, Cumbia Andina
Beispiele:
Chicha ist rhythmisch verwandt mit Cumbia, einer in ganz Lateinamerika populären Musikform, die aus dem tropischen Teil Kolumbiens stammt und mit Tecno Cumbia oder Reggae Cumbia immer neue Hybride hervorbringt. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.2010]
Heute geht es um die Musikrichtung Chicha, einen Musikstil aus Peru, der sich seit den späten 60ern aus einer Mischung aus Cumbia, indianischen Hyas und dem […] Einfluss US-amerikanischer Surf- und Psychedelic-Musik entwickelte. [Reboot.fm: Freies Künstlerradio aus Berlin, 27.10.2010, aufgerufen am 26.06.2019]
Die Chicha (auch Cumbia Andina) ist eine Musikrichtung, die ihre Ursprünge in der peruanischen Musik der frühen Siebzigerjahre hat, die wiederum von der akkordeonlastigen kolumbianischen Cumbia beeinflusst wurde. [tautscher.net, 10.07.2009, aufgerufen am 26.06.2019]
Überhaupt tönt [in der peruanischen Stadt Lima] Musik von überall her: Salsa, die beliebte Tanzmusik, Rock, Chicha, Baiadas, Rancheras. [Die Zeit, 10.11.1989, Nr. 46]
Zitationshilfe
„Chicha“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chicha>, abgerufen am 21.08.2019.

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