Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Chirurgie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chirurgie · Nominativ Plural: Chirurgien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Chi-rur-gie · Chir-ur-gie
Wortbildung  mit ›Chirurgie‹ als Erstglied: chirurgisch  ·  mit ›Chirurgie‹ als Letztglied: Allgemeinchirurgie · Bauchchirurgie · Gefäßchirurgie · Gehirnchirurgie · Herzchirurgie · Kieferchirurgie · Kiefernchirurgie · Knochenchirurgie · Laserchirurgie · Lungenchirurgie · Neurochirurgie · Psychochirurgie · Unfallchirurgie
Herkunft zu cheirūrgíagriech (χειρουργία) ‘Arbeit mit den Händen, Ausübung eines Handwerks’
eWDG

Bedeutungen

1.
Teilgebiet der Medizin, das sich mit der operativen Heilbehandlung befasst
Beispiele:
Erkenntnisse, Methoden der Chirurgie
große, kleine Chirurgie (= Teilgebiete der Chirurgie)
plastische, orthopädische, urologische, kosmetische Chirurgie (= Teilgebiete der Chirurgie)
2.
umgangssprachlich Krankenhausabteilung für operative Heilbehandlung
Beispiel:
er liegt in der Chirurgie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chirurg · Chirurgie · chirurgisch
Chirurg m. ‘Operateur’, von lat. chīrūrgus ‘Wundarzt’, griech. cheirūrgós (χειρουργός). Das Kompositum aus griech. ché͞ir (χείρ) ‘Hand’ und dem nur in zusammengesetzten Nomina agentis erscheinenden -ūrgós (-ουργός) ‘wer etw. schafft, tut’, zu griech. érdein (ἔρδειν) ‘tun, machen, handeln’ und érgon (ἔργον) ‘Werk, Tat’ (verwandt mit nhd. Werk, s. d.), bezeichnet zunächst den ‘mit der Hand Arbeitenden, ein Handwerk, eine Kunst Ausübenden’, dann den ‘mit der Hand arbeitenden Arzt, Operateur’. Die Bezeichnung begegnet im 15. Jh. in dt. Texten, anfangs noch lat. (bis ins 18. Jh.), seit Anfang des 16. Jhs. auch dt. flektiert. Älter (14. Jh.) ist Wundarzt, seit dem Ende des 15. Jhs. die Bezeichnung für den ungelehrten Vertreter der Wundarznei, im Unterschied zum gelehrten Chirurgen. Chirurgie f. ‘operative Medizin’. Griech. cheirūrgía (χειρουργία) f. ‘Arbeit mit den Händen, Ausübung eines Handwerks’, daher auch ‘mit den Händen wirkende Arzneikunde’, entspricht lat. chīrūrgia ‘Wundarznei’, das seit dem 15. Jh. mit lat. und dt. Flexion (z. B. cirurgi) in dt. Texten erscheint; daneben gleichbed. Wundarznei. chirurgisch Adj. (16. Jh.) nach griech. cheirūrgikós (χειρουργικός), lat. chīrūrgicus.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Chirurgie  griechisch · schneidende Zunft  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Chirurgie‹ (berechnet)

Chefarzt Handbuch Oberarzt Ordinarius Professor Universitätsklinikum ambulant computer-assistiert computergestützt endokrin experimentelle fötal hepatobiliäre invasiv kosmetisch kurzstationaere metabolisch minimal-invasiv minimalinvasiv muskuloskeletale onkologisch orthopädisch plastisch plastische refraktive rekonstruktive septisch ästhetisch ästhetisch-plastisch ästhetische

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chirurgie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Chirurgie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann hätte man die zeternde Alte schnell zu einer Operation in die Chirurgie abschieben können. [Die Zeit, 17.06.1998, Nr. 26]
Damit wäre die Methode prinzipiell sogar zuverlässiger als die minimal‑invasive Chirurgie. [Die Zeit, 17.04.1995, Nr. 16]
Auf mein leises Knurren hin verweist er auf die Chirurgie. [Die Zeit, 28.12.1962, Nr. 52]
Und die lässt sich nicht mit den Instrumenten der plastischen Chirurgie verschönern. [Süddeutsche Zeitung, 28.01.2004]
Wie schon erwähnt, ist er ebenfalls dort geblieben und auch als außerordentlicher Professor der Chirurgie gestorben. [Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12102]
Zitationshilfe
„Chirurgie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chirurgie>.

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