Chromatik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Chromatik · Nominativ Plural: Chromatiken · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [kʀoˈmaːtɪk]
Worttrennung Chro-ma-tik
Wortzerlegung chromatisch-ik
Herkunft zu chrṓmagriech (χρῶμα) ‘Farbe’, in der Musik ‘Klangfarbe, Modulation’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Musik Veränderung der sieben Stammtöne in der tonalen Musik um einen Halbton nach oben oder unten
Gegenwort zu Diatonik
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: absteigende, kühne Chromatik
Beispiele:
Di Lasso [Komponist und Kapellmeister der Renaissance] gelingt die Umsetzung des Rätselhaften vor allem durch die Verwendung von Chromatik (Halbtonschritten), die in der Mitte des 16. Jahrhunderts gerade entdeckt wurde […]. [Badische Zeitung, 21.07.2011]
Beim […] Konzert steht die Chromatik im Mittelpunkt: die Möglichkeit, durch Erhöhen oder Erniedrigen eines Tons um einen Halbton überraschende Farb‑ und Affektwechsel auf engstem Raum zu erzielen. [Rhein-Zeitung, 13.11.2006]
Absteigende Chromatik, ungewöhnliche harmonische Schritte und wimmerndes, flehendes Bogen‑Vibrato erschaffen eine angstvolle Atmosphäre. [Hamburger Abendblatt, 23.03.2019]
Der Harmoniekünstler webt musikalische Girlanden, die in ihrer kühnen Chromatik, in der überraschenden Auflösung von Akkorden, in den verwickelten Übergängen zu neuen Tonalitäten, bisweilen bereits auf das Ende der Romantik verweisen[…]. [Allgemeine Zeitung, 31.01.2019]
Erst beim nachträglichen Analysieren erkennt man, wie Chopin in der wüsten Steigerung des Agitato‑Schlusses der F‑Dur‑Ballade vorangegangene Elemente kombiniert. Oder wie der Anfang des cis‑Moll‑Scherzos durch totale Chromatik Zwölftönigkeit antizipiert. [Süddeutsche Zeitung, 20.02.2010]
Häufige Rhythmus‑Wechsel und sich harmonisch auflösende Septimakkorde und Chromatiken machen dieses Werk zu einer echten Herausforderung. [Aachener Zeitung, 22.02.2010] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Chrom · chromatisch · Chromatik
Chrom n. chemisches Element, Metall, 1797 von L. N. Vauquelin entdeckt und wegen der Farbvielfalt seiner Verbindungen frz. chrome benannt; im 19. Jh. als dt. Chrom bezeugt. Frz. chrome m. ist gebildet aus lat. chrōma, griech. chrṓma (χρώμα) n. ‘Farbe, Hautfarbe, Schminke’, in der Musik ‘klangliche Färbung abgeleiteter Halbtöne’, verwandt mit griech. chróa (χρόα) f. ‘Haut, Hautfarbe’. chromatisch Adj. ‘die Farbe, die Farbenlehre betreffend’, in der Musik ‘in Halbtönen fortschreitend’, gleichsam eine klangliche Färbung der Diatonik (18. Jh.); die Folge aller 12 Halbtöne heißt chromatische Tonleiter. In der Musik der Antike lat. chrōmaticus, griech. chrōmatikós (χρωματικός) ‘den leiterfremden Tönen des Tetrachordsystems folgend’. Chromatik f. ‘Farbenlehre, Tonsystem mit abgeleiteten Halbtönen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Chromatik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Chromatik‹.

Zitationshilfe
„Chromatik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Chromatik>, abgerufen am 07.05.2021.

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