Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Content, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Content(s) · Nominativ Plural: Contents
Aussprache  [ˈkɔntɪnt]
Worttrennung Con-tent
Herkunft aus contentengl ‘Inhalt’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

meist im Internet produzierte und verbreitete Information oder Unterhaltung; (digitaler) Inhalt (im Gegensatz zur Form)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: digitaler Content; redaktioneller, hochwertiger, attraktiver Content
als Akkusativobjekt: Content produzieren, liefern, anbieten
Beispiele:
Wenn wir Content kreieren, recherchieren wir, machen Faktenchecks. [Frankfurter Rundschau, 02.02.2022]
Wenn Bücher zu Dateien werden und Literatur zu Content, wird sich daran kaum ein brauchbares Geschäftsmodell knüpfen lassen. [Die Zeit, 07.01.2014 (online)]
Die Bundesligisten sollten das Internet besser nutzen, etwa über Streams, Web2.0‑Applikationen oder mobilen Content. [Die Zeit, 03.06.2009]
Vorstandschef Löw, ein Doktor der Rechte und der Philosophie, erklärt, er achte bei Zeitungen »eher auf Content als darauf, was rechts unten steht«. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.2004]
Es musste […] noch etwas anderes in dieser Anrufung des Content mitschwingen, eine verborgene und doch umso entschiedenere Abgrenzung vom digitalen Nicht‑Content, der bloßen »Form«, den inhaltsleeren Hüllen und körperlosen Oberflächen des Internet[…]. [Süddeutsche Zeitung, 13.12.2001]
Alle großen Verlage sind bemüht, ihren Content auch im Internet zu verwerten. [Die Welt, 23.05.2001]
Daten sind Content, und diese müssen ständig erstellt, aufbereitet, geändert, präsentiert und aktualisiert werden. [Die Welt, 06.09.1999]
a)
Phrasem:
Open Content (= Inhalte, die man kostenlos nutzen kann)
Beispiele:
OPEN DATA UND OPEN CONTENT [Überschrift] Wir wollen die demokratischen und sozialen Potentiale, die die digitale Revolution ermöglicht, freisetzen: Datenbestände in Verwaltungen, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen bilden eine unschätzbare Ressource – nicht nur aus ökonomischer Sicht, sondern auch für wissenschaftliche Analysen, kulturelle Debatten und politisches Handeln. [BAG Netzpolitik, 14.06.2013, aufgerufen am 19.08.2020]
Das Wiki‑Prinzip beruht auf den Grundsätzen des »Open Contents« und ist so organisiert wie die Zusammenarbeit bei der freien Linux‑Software. [Der Tagesspiegel, 04.01.2005]
b)
Phrasem:
Paid Content (= Inhalte, die man nur gegen Bezahlung nutzen kann)
Beispiele:
Exklusive und regionale Geschichten sind bei Paid Content treibende Kraft. »Die Gesamtbereitschaft der Leser, für Journalismus im Netz zu bezahlen, wird kontinuierlich wachsen. Je mehr Verlage darauf setzen, desto mehr profitiert die ganze Branche«[…]. [Der Tagesspiegel, 06.02.2018]
Das Zweite sind bezahlte Inhalte im Netz, Paid Content. Zu verstehen als Geschäftsmodell mit eigenen Mechanismen und einer anderen Markt‑ und Zielgruppenstruktur, als wir das von der gedruckten Zeitung her kennen. Paid Content ist nicht nur ein zusätzlicher Ausgabekanal für unsere Inhalte. [Allgemeine Zeitung, 04.08.2021]
Wenn eine Schranke käme, die es den Megaplattformen erlaubt, 50, 100 oder gar 1.000 Zeichen ohne Zustimmung der Rechteinhaber hochzuladen, dann ist das fatal für die Entwicklung von Paid Content im Journalismus und höhlt das Urheberrecht komplett aus. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 25.01.2021]
Das selbst gesetzte Ziel, mit Paid Content bis Mitte 2019 eine halbe Million Menschen zu erreichen, habe man damit deutlich früher erreicht, meldet das Berliner Medienhaus. [Die Welt, 16.11.2018]
Er ist überzeugt davon, daß es für die Unternehmen nur die Alternative gibt, gezielt »Paid Content« anzubieten oder sich als Verkäufer extrem billiger Breitband‑Anschlüsse zu positionieren. [Die Welt, 21.01.2005]
c)
Phrasem:
User‑generated Content (= Inhalte, die nicht vom Betreiber einer Webseite oder Hersteller einer Software, sondern von den Nutzern erstellt werden)
Beispiele:
Wie wollte man wohl bei der großen Masse des sogenannten User‑generated Content eingreifen, der von Privatleuten ungefiltert ins Netz gestellt wird? [Die Welt, 15.05.2015]
Web 2.0 bezeichnet seit 2005 das dynamische und interaktive Web, das wir heute kennen: Statische Webseiten werden von Apps und User‑Generated Content ergänzt. [Was ist Web3?, 17.01.2022, aufgerufen am 19.02.2022]
User‑generated Content war Mitte der Nullerjahre das große Versprechen. Nachdem man den Rest der Geschichte im Schatten von gesellschaftlichen Gatekeepern verbracht hat, gab es für den einzelnen Nutzer jetzt endlich die Möglichkeit zur ungefilterten Selbstrepräsentation. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2021]
»Der Rundfunk müsste aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren«, so [Bertold] Brecht als Prophet für User‑Generated Content. [Welt am Sonntag, 20.12.2020] ungewöhnl. Genus

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Content‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Content‹.

Zitationshilfe
„Content“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Content>.

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