Kuvertüre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kuvertüre · Nominativ Plural: Kuvertüren
Nebenform CH Couverture · Substantiv · Genitiv Singular: Couverture · Nominativ Plural: Couverturen
Aussprache  [kuvɛʁˈtyːʀə] · ['kuvɛʁtyʁ]
Worttrennung Ku-ver-tü-re · Cou-ver-ture
Herkunft aus gleichbedeutend couverturefrz
eWDG und ZDL

Bedeutung

fachsprachlich Schokoladenmasse als Überzug für Gebäck und Süßwaren
Beispiele:
mit Kuvertüre überzogene Kekse, Pfefferkuchen
die Kuvertüre löst sich ab, wird weich
Zuletzt muss die Kuvertüre zartbitter und edel sein, nur so kann sich der harmonische Dreiklang aus gerösteter, süßer Mandel, säuerlicher, bitter‑aromatischer Orange und Schokolade entfalten. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.2017]ZDL
Nun verarbeitet sie unter anderem Couverture […] zu Pralinés oder zu Macarons fourrés mit kräftiger Canache‑Füllung. [Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2011]ZDL

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kuvert · kuvertieren · Kuvertüre
Kuvert n. ‘Briefumschlag’, auch (heute selten) ‘Teller und Besteck für eine Person, Gedeck’. Ende des 17. Jhs. wird frz. couvert ‘was bedeckt ist, Deckung bietet, schützt’ (vgl. afrz. covert ‘Zuflucht, versteckter Ort’), substantiviertes Part. Perf. von afrz. covrir, frz. couvrir ‘(be)decken, einhüllen’ (aus lat. cooperīre, kontrahiert cōperīre ‘von allen Seiten bedecken, überschütten’; vgl. lat. operīre ‘bedecken’ und s. kon-), in dem zu jener Zeit üblichen Sinne ‘Umhüllung von Postsendungen, Briefen’ (wofür jetzt frz. enveloppe ‘Briefumschlag’) mit frz. Schreibung ins Dt. übernommen. Seit dem frühen 18. Jh. steht Couvert außerdem für ‘Gedeck’ (nach mfrz. frz. couvert ‘alles zum Eindecken des Tisches Nötige, Tafelgerät’, dann ‘Teller und Besteck für eine Person’), ferner im 18./19. Jh. für ‘Bettdecke’ (mit verändertem Genus gegenüber afrz. coverte, frz. couverte f. ‘Decke, Überzug’, vgl. jedoch aus dem 17. und 18. Jh. belegtes frz. couvert m. ‘Pferdedecke, Schabracke’). Trotz früher Angleichung in der Formenbildung (Plur. Couverte neben Couverts, Anfang 18. Jh.) setzt sich die Eindeutschung zu Kuvert erst im 20. Jh. durch; in der jungen, dem Frz. fehlenden Bedeutung ‘auf der Oberseite ausgeschnittener Bezug für Steppdecken’ (20. Jh.) wird in der Regel das fremde Schriftbild Couvert bewahrt. Auf älterer Entlehnung aus dem Mlat. beruht das bereits vom 15. Jh. an nachzuweisende und noch zu Beginn des 18. Jhs. gebrauchte Copert, Kopert (vereinzelt auch Coperta) ‘Decke, Hülle, Bucheinband’, seit dem 16. Jh. ‘Briefumhüllung, Umschlag’, vgl. mlat. co(o)pertum ‘Bucheinband’, auch ‘Dickicht’, co(o)perta ‘Decke, Hülle, Dach, gedeckte Halle, Schiffsdeck’, Substantivierungen des Part. Perf. von lat. cooperīre (s. oben). kuvertieren Vb. ‘mit einem Briefumschlag versehen’ (Mitte 18. Jh.). Kuvertüre f. ‘Überzug aus Schokoladenmasse für Gebäck und Süßwaren’, auch (meist Couverture) ‘buntbedruckter Leinen- oder Baumwollstoff für Bettbezüge’ (20. Jh.), moderne Verwendungen des seit etwa 1800 im Dt. bekannten frz. couverture ‘Decke, Buchumschlag, Deckung, Vorwand’. Diesem vorausgehendes afrz. coverture ‘Bedeckung, geschützter Ort, Pferdedecke’ (aus spätlat. coopertūra ‘Verhüllung, Bedeckung’) als Wort der ritterlichen Sphäre ergibt schon mhd. covertiure, mnd. kōvertüre ‘verzierte Pferdedecke’, während sich ahd. kubarturi ‘Decke’ (10. Jh.) an gleichbed. spätlat. coopertōrium, mlat. co(o)pertorium anschließt.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Blockschokolade · Kochschokolade · Kuvertüre  ●  Couverture  franz. · Schokoladenüberzugsmasse  fachspr. · Überzugsschokolade  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Kuvertüre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kuvert%C3%BCre>, abgerufen am 30.07.2021.

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