Däumling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Däumlings · Nominativ Plural: Däumlinge
Aussprache
WorttrennungDäum-ling (computergeneriert)
WortzerlegungDaumen-ling
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Märchengestalt
2.
landschaftlich Teil des Handschuhs, der den Daumen bedeckt
Beispiel:
den Däumling stricken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Daumen · Däumling
Daumen m. zweigliedriger, stärkster Finger der Hand, der den anderen Fingern zum Fassen gegenübergestellt werden kann, ahd. (8. Jh.), asächs. thūmo, mhd. mnd. mnl. dūme, nl. duim, afries. thūma, aengl. þūma, engl. thumb (germ. *þūman-), kurzvokalisch aschwed. þumi, schwed. tumme, mit l-Suffixen anord. þumall ‘Daumen’ und aengl. þȳmel ‘Fingerhut’ führen mit aind. túmraḥ ‘kräftig, dick, groß’, lat. tumēre ‘geschwollen sein’, tumidus ‘aufgeschwollen, aufgeblasen’, tumor ‘Schwellung, Geschwulst’ (s. ↗Tumor), tumulus ‘Bodenschwellung, Grabhügel’, tumultus ‘Getöse, Aufruhr’ (s. ↗Tumult), lit. tumė́ti ‘gerinnen’ als m-Ableitungen auf die Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (wozu auch ↗tausend, ↗deuten, ↗deutsch, ↗tosen, s. d.). Daumen bedeutet danach ‘der Geschwollene, Dicke, Starke’. Die Form Daume hält sich bis ins 18. Jh.; im 15. Jh. kommen Daum (bis 19. Jh.) und Daumen auf. Däumling m. ‘für den Daumen vorgesehener Teil des Handschuhs, Daumenschutzkappe’ (14. Jh.), auch ‘daumengroße Märchengestalt’, Deminutivum von Daumen; frühnhd. deum(er)ling ‘Daumen, Daumenschutz’, mnd. mnl. dūmelinc, nl. duimeling ‘für den Daumen vorgesehener Teil des Handschuhs, Daumenschutz’; vgl. auch anord. þumlungr ‘Daumen eines Handschuhs, Daumenbreite, Zoll’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Däumling · ↗Gnom · ↗Heinzelmännchen · ↗Kobold · ↗Wicht · ↗Wichtel · ↗Wichtelmann · ↗Wichtelmännchen · ↗Winzling · ↗Zwerg
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Buschemann · ↗Butz · ↗Butzemann · böser Mann · schwarzer Mann  ●  Bullemann  regional
  • Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · ↗Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
  • Kleinwüchsiger · ↗Pygmäe · ↗Zwergmensch  ●  ↗Liliputaner  derb
  • Gnom · ↗Kobold · ↗Troll · ↗Unhold
  • kleinwüchsiger Mensch  ●  ↗Zwerg  abwertend · Nabelküsser  ugs. · Schrumpfgermane  ugs., NS-Jargon · abgebrochener Riese  ugs., ironisch · laufender Meter  ugs., ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Märchen klein verwandeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Däumling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und davor erstarrt nicht nur der Däumling zu einer schwarzen Silhouette.
Die Zeit, 02.08.1991, Nr. 32
Hier hatte ich als Kind mal den Däumling spielen sollen.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 141
Aber schon damals hatte M 6, der Däumling unter diesen Sendern, Hintergedanken.
Der Tagesspiegel, 25.05.2001
Und wie Daum ist der Däumling ein Psychotrickser, wenn auch im Taschenformat.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.1997
Auch als Däumlinge könnten wir in gleicher Weise über Kraftwerke, Flugzeuge, Computer oder Waffen verfügen.
Die Welt, 24.09.1999
Zitationshilfe
„Däumling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Däumling>, abgerufen am 23.04.2019.

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