Dünger, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Düngers · Nominativ Plural: Dünger
Aussprache 
Worttrennung Dün-ger (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Dünger‹ als Erstglied: ↗Düngereinleger · ↗Düngergabe · ↗Düngergrube · ↗Düngerhaufen · ↗Düngerproduktion · ↗Düngerstreuer
 ·  mit ›Dünger‹ als Letztglied: ↗Biodünger · ↗Bodendünger · ↗Fäkaldünger · ↗Handelsdünger · ↗Schafdünger · ↗Schafsdünger · ↗Streudünger
eWDG, 1967

Bedeutung

Stoffe, die dem genutzten Boden zugeführt werden, um seine Erschöpfung zu verhüten und die Erträge zu steigern
Beispiele:
natürlicher, (an)organischer, künstlicher Dünger
etw. wirkt wie, als Dünger
die chemische Zusammensetzung des Düngers
der Geruch des frischen Düngers schlug ihm entgegen
Dünger fahren, ausbreiten, streuen, untergraben
ein Sack (voll) Dünger
die Pferde zogen langsam den schweren Wagen mit Dünger aufs Feld
übertragen
Beispiele:
die zugewanderten Kolonisten waren der Dünger für die neue Kultur
überall wächst neues Elend und neues Verbrechen aus dem Dünger der Gosse und der Wohnungen empor [ KischRasender Reporter94]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dung · düngen · Dünger
Dung m. ‘Mist’, d. h. vorwiegend natürliche Bodenzusätze zur Ertragssteigerung. Ahd. tunga f. ‘Düngung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. tunge ‘Dünger, Düngung’, aengl. dung, engl. dung, anord. dyngja ‘Haufen’, norw. dyngja ‘Misthaufen’ haben neben sich ahd. tung m. f. ‘unterirdisches Gemach der Weberinnen’ (9. Jh.), mhd. tunc m. f. ‘unterirdisches, oben mit Dünger bedecktes Gemach zur Winterwohnung, zum Weben, zur Aufbewahrung der Feldfrüchte, Höhle unter der Erde’, asächs. dung m. ‘Webegemach’, mnd. dunk m. f., aengl. dung f. ‘Gefängnis’ und anord. dyngja f. ‘Frauengemach unter der Erde’. Nach Tacitus (Germania 16) legen die Germanen unterirdische Höhlen als Winterwohnung und Getreidespeicher an, die sie gegen Kälte und zur Tarnung gegen andringende Feinde mit einer Dungschicht bedecken. In moderner Sprache gibt es nur Dung m. in der Bedeutung ‘Mist, Dünger’, eigentlich ‘das Bedeckende’ (nach dem deckenden Material). Ausgangsform aller Bildungen ist ie. *dhengh- ‘drücken, krümmen, bedecken, worauf liegen’, wozu auch lit. deñgti ‘(be)decken, einhüllen’. In nhd. Dung hat sich als Ergebnis der binnendeutschen Konsonantenschwächung d-Anlaut durchgesetzt (18. Jh.). düngen Vb. ‘den Boden mit Dünger versehen’, mhd. tungen, tüngen ‘düngen, bedecken, stärken’, ahd. gitungen ‘düngen’ (Hs. 12. Jh.), mnd. düngen. Dünger m. ‘Dung’ (16. Jh.), heute häufiger als Dung und vor allem von künstlichen (chemischen) Düngemitteln gebraucht, spätmhd. tunger, Nomen agentis zu düngen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dung · Dünger · ↗Mist
Unterbegriffe
  • Guano · Seevogeldünger
Synonymgruppe
Düngemittel · Dünger
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dünger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dünger‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dünger‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie braucht ein bisschen Eisen im Dünger, damit die jungen Blätter sich nicht weiß färben, das ist alles.
Der Tagesspiegel, 30.05.2004
Es ist an der Zeit, die Gärten herzurichten, dabei darf der richtige Dünger nicht fehlen.
Die Welt, 04.04.2002
Das ist eine vorzügliche Art, sich flüssigen Dünger zu schaffen.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 38
Wirtschaftlich ist die häufige Ausfuhr frischen Düngers jedoch selten durchführbar.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 94
Sobald ihnen der richtige Dünger zugeführt wird, blühen und gedeihen sie.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 192
Zitationshilfe
„Dünger“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/D%C3%BCnger>, abgerufen am 29.11.2020.

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