Dünung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dünung · Nominativ Plural: Dünungen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Dü-nung (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

gleichmäßige, lange Wellenbewegung der See, die besonders vor und nach Stürmen auftritt
Beispiele:
eine leichte, schwere, hohe, harte, flache Dünung
die Dünung rollt an, aus, verläuft sich
das Boot hebt und senkt sich in der Dünung
Wir hatten gar nicht viel Wind, aber eine mächtige Dünung [ WeitendorfLogbuch45]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dünung f. ‘Seegang nach Sturm’ wird in der 1. Hälfte des 19. Jhs. aus dem Nd. ins Hd. übernommen. Nd. Düning, Dünung ‘Wellen gegen die Windrichtung’ ist Ableitung von nd. dūnen ‘schwellen’, sik ūtdūnen ‘sich ausdehnen’, mnd. dōnen ‘schwellen, strotzen, aufgeschwollen sein’, vgl. auch mnd. dūn(e) ‘aufgeschwollen, dick, betrunken’ sowie nl. (älter) duyninghe. Alle Formen stellen sich mit lit. tviñkti ‘anschwellen’ (vom Wasser) als n-Bildungen zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ und sind verwandt mit ↗Daumen (s. d.). Davon zu trennen ist bereits im 18. Jh. im Hd. belegtes gleichbed. Deining, Übernahme von nl. deining (zu nl. deinen ‘leise auf und nieder wogen, schaukeln, wiegen’) und Die(h)nung, das wohl fries. Ursprungs ist (vgl. ostfries. dinen ‘sich dehnen, strecken, spannen, ausdehnen, schwellen’). Auch für die nl. Form vermutet de Vries Nl. 109 fries. Ursprung. Letztlich zu der unter ↗dehnen (s. d.) angegebenen Wurzel?

Thesaurus

Synonymgruppe
Dünung · ↗Gewoge · ↗Seegang · Wellen · ↗Wellengang · ↗Wellenschlag
Unterbegriffe
  • Rossbywellen · planetarische Wellen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dünung‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dünung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dünung‹

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Dann breitet er sie, sanft im Rhythmus der Dünung schwingend, aus.
Die Zeit, 22.04.1983, Nr. 17
Ruhm und Ehre und noch mehr Geld stehen auf dem Spiel mit Wind und Dünung.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2003
Wenn der Wind aufhört, treiben sie mit der Dünung auf Legerwall.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 193
Ich müßte mir das Wetter ansehen, denn hier steht »mittelhohe Dünung«.
o. A.: Einhundertsechsunddreißigster Tag. Mittwoch, 22. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15178
In der Ferne schwangen sich grünumloderte Delphine über die schwache Dünung.
Löhndorff, Ernst Friedrich: Südwest-Nordost, Bremen: Schünemann 1936 [1936], S. 28
Zitationshilfe
„Dünung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/D%C3%BCnung>, abgerufen am 27.09.2020.

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