Dürre, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dürre · Nominativ Plural: Dürren
Aussprache 
Worttrennung Dür-re
Grundform dürr
Wortbildung  mit ›Dürre‹ als Erstglied: ↗Dürrebekämpfung · ↗Dürrefestigkeit · ↗Dürrejahr · ↗Dürreperiode · ↗Dürreresistenz · ↗Dürreschaden · ↗Dürrezeit · ↗Dürrezone · ↗dürreempfindlich · ↗dürrefest · ↗dürreresistent
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Periode großer Trockenheit, besonders in der Vegetationszeit
Beispiele:
das Land wurde von einer verheerenden Dürre heimgesucht
die schwerste Dürre der letzten sechzig Jahre
in diesen Gebieten herrschen langanhaltende Dürren
große Trockenheit
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
und doch lebt die Pußta in der Vorstellung vieler Menschen als Land der Hitze und der Dürre [ Urania1962]
2.
übertragen Nüchternheit
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
Die Blutleere und Dürre der Rechtssprache, ihr Mangel an Anschaulichkeit [ Muttersprache1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dürr · Dürre
dürr Adj. ‘mager, trocken’, ahd. thurri ‘dürr, trocken’ (8. Jh.), mhd. dürre ‘trocken, mager’ (weil ‘ausgetrocknet’), mnd. dörre ‘welk, trocken’, mnl. dorre, nl. dor ‘unfruchtbar, trocken’, aengl. þyrre, anord. þurr, got. þaúrsus. Germ. *þurzu- ist verwandt mit ↗dorren, ↗dörren und ↗Durst (s. d.); sie gehen alle auf die Wurzel ie. *ters- ‘trocken, verdorren; trocken; Durst, dürsten’ bzw. deren Schwundstufe ie. *tṛs- zurück. Außergerm. Verwandte sind aind. tṛ́ṣyati ‘dürstet, lechzt’, tṛṣṭáḥ ‘rauh, hart, heiser’, eigentlich ‘ausgetrocknet’ (s. ↗Durst), tṛṣúḥ ‘gierig, heftig’ (entspricht formal, nur mit anderer Betonung, got. þaúrsus, s. oben), tarṣaḥ ‘Durst, Begierde’, griech. térsesthai (τέρσεσθαι) ‘trocken werden’, lat. torrēre ‘dörren’, torridus ‘ausgetrocknet, dürr’, terra ‘Erde’, eigentlich ‘die Trockene’, air. tart ‘Durst’. dürr, dorren und dörren zeigen gegenüber Durst grammatischen Wechsel von s und r. Dürre f. ‘Trockenheit, Unergiebigkeit’, ahd. thurrī ‘Dürre, Wüste’ (9. Jh.), mhd. dürre ‘Trockenheit, trockener Boden’. In Dörrfleisch, -gemüse, -obst (alle 19. Jh.) gehört das erste Kompositionsglied als landschaftliche Variante zu dürr, nicht zu dörren.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dürre · ↗Trockenheit
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Dürre‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dürre‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dürre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn im vergangenen Jahr hat eine Dürre noch große Teile der Ernte vernichtet.
Der Tagesspiegel, 20.02.2000
Ungezählt seien die Opfer von Dürren in den letzten drei Jahrzehnten.
Süddeutsche Zeitung, 17.07.1997
Nach langer Dürre sollen ihre Bitten bisweilen den Regen herbeigezwungen haben.
Schmidt, L.: Wunder. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 43188
Die furchtbare Dürre lastet jetzt auch auf dem privaten Empfinden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 418
Strenge Winter hält er aus und der Dürre widersteht er vortrefflich.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 216
Zitationshilfe
„Dürre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/D%C3%BCrre>, abgerufen am 24.11.2020.

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