DNA, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: DNA · Nominativ Plural: DNAs · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [deːɁɛn'Ɂaː]
Herkunft Übernahme von gleichbedeutend DNAamerik-engl, einer Abkürzung von deoxyribonucleic acidamerik-engl ‘Desoxyribonukleinsäure’
Wortbildung  mit ›DNA‹ als Erstglied: ↗DNA-Doppelstrang · ↗DNA-Molekül
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
Biochemie Desoxyribonukleinsäure als Träger der genetischen Information
Synonym zu DNS¹
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die doppelsträngige, synthetische DNA
als Akkusativobjekt: die DNA isolieren, analysieren, untersuchen, [mit einer anderen] vergleichen
in Präpositionalgruppe/-objekt: [Gene] in die DNA einbauen
als Aktivsubjekt: die DNA stammt von jmdm. oder etw.
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die DNA im Zellkern, aus den Zellkernen, in den, aus den Mitochondrien
Beispiele:
Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) trägt die grundlegenden Informationen über das Erbgut von Lebewesen[…]. Die winzigen DNA‑Moleküle sind geformt wie Wendeltreppen, jedes bildet eine sogenannte Doppelhelix. [Spiegel, 07.10.2015 (online)]
[…] Der Lebensfaden DNA im Kern jeder Körperzelle enthält sämtliche Erbinformationen eines Menschen und ist einzigartig. Gerichtsmedizinern genügen Haare, Blutspritzer oder Reste von Körpergewebe, um [Personen] einwandfrei zu identifizieren. [Süddeutsche Zeitung, 14.08.2003]
In einer Arbeit des Deutschen Albert Kossel werden die chemischen Bestandteile der DNA (Desoxyribonukleinsäure) beschrieben: Phosphorsäure, Zucker (Desoxyribose) und vier Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. [Die Welt, 28.02.2003]
Jede kernhaltige Zelle in unserem Körper enthält eine Kopie unserer gesamten Erbsubstanz. Diese besteht aus Desoxyribonukleinsäure, kurz DNA oder auch DNS genannt. [Neue Zürcher Zeitung, 03.03.1993]
[…] Boivin extrahierte diesen – in der Chemiker‑Sprache Desoxyribonuklein‑Säure (Abkürzung DNA) genannten Chromosomen‑Bestandteil aus einer bestimmten Sorte von Bazillen […]. [Der Spiegel, 15.05.1957, Nr. 20]
In den Doppelhelix‑Strängen der DNAs wird [genetische] Information […] über die Basen A, T, G und C [Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin] gespeichert. [Der Standard, 14.09.2003] ungewöhnl. Pl.
2.
genetische Information, die im Molekül der Desoxyribonukleinsäure durch eine bestimmte Abfolge von Basen² kodiert enthalten ist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die menschliche, männliche, fremde, veränderte, eingeschleuste DNA
als Akkusativobjekt: die DNA analysieren, untersuchen, [mit einer anderen] vergleichen
mit Genitivattribut: die DNA des Menschen, des Täters
in Präpositionalgruppe/-objekt: [Gene] in die DNA einbauen
als Aktivsubjekt: die DNA stimmt [mit einer anderen] überein
Beispiele:
Etwa acht Prozent der menschlichen DNA bestehen aus Überresten von Viren, die über eine Infektion ihr Erbgut in das Genom unserer Vorfahren einschleusten. [Der Standard, 13.03.2016]
Ob und wie der Erreger [ein Virus], der seine Erbinformation in die menschliche DNA einbaut, die Erkrankung tatsächlich beeinflusst, müssten nun weitere Studien zeigen. [Spiegel, 24.08.2010 (online)]
Am Tatort konnte die Polizei Blutspuren sicherstellen[…]. Daraus wurde am Institut für Rechtsmedizin der genetische Fingerabdruck, die DNA des mutmaßlichen Täters gewonnen, der sich bei dem Übergriff selbst mit der Tatwaffe, einem Messer, verletzt hatte. [Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003]
Von den rund drei Milliarden Basenpaaren der menschlichen DNA sind insgesamt bereits rund eine Milliarde in ihrer Abfolge entschlüsselt. [Der Standard, 08.04.2000]
Anfang der achtziger Jahre wurde die Verwandtschaft durch genetische Analyse bestätigt: Zu 98,4 Prozent stimmt die menschliche DNA mit der von Schimpansen überein. [Neue Zürcher Zeitung, 08.07.1998]
Auch die Nachkommen der erfolgreich [genetisch] manipulierten Mäuse waren »transgen«, das heißt Träger des neuen Erbmerkmales. Offenbar unterlag die Weitergabe der fremden DNA den Mendelschen Gesetzen. [Die Zeit, 30.06.1989, Nr. 27]
übertragen Wesensmerkmal, Eigenart, Identität, Grundkonzeption
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die politische DNA
Beispiele:
Eine Ostpolitik der Deeskalation gehört für viele Genossen zur DNA ihrer Partei [der SPD], spätestens seit Brandt und Bahr. [Die Zeit, 28.10.2016 (online)]
Jedes Unternehmen hat eine eigene DNA, eine eigene Struktur und Kultur, die ihm seinen Charakter geben. [Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2016]
Im 13. Jahrhundert […] verfasste nach Besuchen in Damaskus, Alexandria und Kairo der italienische Rechenmeister Leonardo Fibonacci sein Liber Abaci, in dessen erstem Kapitel er die neuen Ziffern erläuterte. So stammt die geistige DNA des »westlichen« Rationalismus aus der islamischen Welt. [Zeit Geschichte, 22.05.2012, Nr. 02]
S[…] warnt davor, im Wandlungsprozess das aufzugeben, »was … die DNA des Unternehmens« ausmache – also das, was es einzigartig mache. [Die Welt, 09.08.2003]
»Die junge Designergeneration hat eine Bewegung gestartet, die keinen Regeln oder der Geschichte folgt«[…]. »Es ist die Authentizität in ihren DNAs, die den ungebrochenen Erfolg anfeuert.« [Süddeutsche Zeitung, 13.07.2013] ungewöhnl. Pl.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Desoxyribonukleinsäure  ●  DNA  Abkürzung, engl. · ↗DNS  Abkürzung · ↗Erbinformation  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • DNA-Profil  ●  genetischer Fingerabdruck  fig.
  • DNA-Sequenz  ●  Basensequenz  fachspr. · Nukleotidsequenz  fachspr.
  • Nucleinbase · Nucleobase · Nukleinbase · Nukleobase
  • DNA-Bibliothek · ↗Genbank · Genbibliothek · genomische Bibliothek
  • DNA-Virus · DNS-Virus
  • DNA-Analyse · DNA-Test · DNS-Analyse · DNS-Test · ↗Genanalyse · ↗Gentest

Typische Verbindungen zu ›DNA‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›DNA‹.

Zitationshilfe
„DNA“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/DNA#1>, abgerufen am 04.08.2020.

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DNA

Grammatik Eigenname
Aussprache [deːɁɛn'Ɂaː]
DWDS-Basisartikel, 2010

Bedeutung

historisch Deutscher Normenausschuss

Verwendungsbeispiele für ›DNA‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Deutsche Normenausschuß (DNA) hat unlängst festgelegt, daß die Woche von 1976 an nicht mehr am Sonntag, sondern am Montag beginnen soll.
o. A. [bek.]: Normenausschuß. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1975]
Das Präsidium des DNA bestand zu einem Drittel aus Vertretern der DDR.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - D. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 22530
Der Deutsche Normenausschuß (DNA) erhält vom AKR die Genehmigung, in allen Zonen zu arbeiten.
o. A.: 1946. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 14977
Zitationshilfe
„DNA“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/DNA#2>, abgerufen am 04.08.2020.

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