Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Dach, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dach(e)s · Nominativ Plural: Dächer
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Dach‹ als Erstglied: Dachantenne · Dachaufsatz · Dachbalken · Dachbegrünung · Dachbinder · Dachboden · Dachbox · Dachdecker · Dachdeckung · Dacheindeckung · Dacherker · Dachfenster · Dachfirma · Dachfirst · Dachfläche · Dachfonds · Dachform · Dachfuß · Dachgarten · Dachgaube · Dachgaupe · Dachgebälk · Dachgepäckträger · Dachgeschoss · Dachgesellschaft · Dachgesims · Dachgestühl · Dachgewerkschaft · Dachgiebel · Dachgleiche · Dachgrat · Dachhase · Dachhaut · Dachisolierung · Dachkammer · Dachkehle · Dachkoffer · Dachkonstruktion · Dachkrempe · Dachlatte · Dachlawine · Dachluke · Dachmarke · Dachneigung · Dachorganisation · Dachpappe · Dachpfanne · Dachplatte · Dachreiter · Dachreparatur · Dachrinne · Dachschaden · Dachschalung · Dachschiefer · Dachschindel · Dachschräge · Dachsparren · Dachspitze · Dachspoiler · Dachstein · Dachstroh · Dachstube · Dachstuhl · Dachterrasse · Dachtraufe · Dachträger · Dachverband · Dachwohnung · Dachzeile · Dachziegel · Dachzimmer · Dächermeer · dachartig · dachförmig
 ·  mit ›Dach‹ als Letztglied: Autodach · Baumdach · Blechdach · Bleidach · Blätterdach · Bohlendach · Bretterdach · Brunnendach · Energiedach · Flachdach · Garagendach · Giebeldach · Glasdach · Grasdach · Gründach · Hallendach · Hausdach · Hochdach · Holzdach · Hängedach · Kirchdach · Kirchendach · Klappdach · Kragdach · Kupferdach · Kuppeldach · Laubdach · Lawinenschutzdach · Mansarddach · Mansardendach · Notdach · Panoramadach · Pappdach · Pfannendach · Pfettendach · Pultdach · Reetdach · Regendach · Rieddach · Rohrdach · Satteldach · Scheddach · Scheunendach · Schiebedach · Schieferdach · Schilfdach · Schindeldach · Schleppdach · Schuppendach · Schutzdach · Schädeldach · Segeltuchdach · Solardach · Sonnendach · Sparrendach · Spitzdach · Steildach · Strohdach · Stufendach · Teerdach · Terrassendach · Tonnendach · Turmdach · Unterdach · Vordach · Wagendach · Walmdach · Wellblechdach · Wetterdach · Wetterschutzdach · Zeltdach · Ziegeldach · Zwiebeldach · Überdach
 ·  formal verwandt mit: abdachig · bedachen · flachdachig · rotdachig · spitzdachig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. oberer Abschluss eines Gebäudes
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich, übertragen] ...
    1. ⟨unter einem Dach⟩ in einem Haus
    2. ⟨unter Dach und Fach⟩ ins, im Haus, Gebäude
  3. 3. [salopp] Schädeldecke des Menschen
eWDG

Bedeutungen

1.
oberer Abschluss eines Gebäudes
Beispiele:
das Dach des Hauses, Stalles, Turmes
ein steiles, hohes, spitzes, flaches, niedriges, schindelgedecktes, bemoostes Dach
das Dach mit Ziegeln, Schiefer, Schindeln, Stroh, Dachpappe decken
Bauwesendas Dach mit Ziegeln, Schiefer, Schindeln, Stroh, Dachpappe eindecken
das Haus soll noch vor dem Winter unter Dach sein (= das Haus soll noch vor dem Winter im Rohbau fertig sein)
der Sturm hat das Dach abgedeckt
der Regen dringt durch das Dach, tropft vom Dach, trommelt auf das Dach
es regnet durch das Dach
sich vor dem Gewitter unter ein Dach flüchten
jmdm. das Dach über dem Kopf anzünden
jmdm. den roten Hahn aufs Dach setzen (= das Haus anzünden)
bildlich
Beispiele:
Tibet – das Dach der Welt
sprichwörtlichdie Spatzen pfeifen es von den, von allen Dächern (= es ist allgemein bekannt)
sprichwörtlichbesser den Sperling, Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach (= es ist besser, sich mit etwas Geringerem zufriedenzugeben, als nach etwas zu verlangen, was man nicht bekommen kann)
Das grüne Dach des Waldes, getragen von den unendlich vielen Säulen der Stämme [ Stifter2,258]
2.
umgangssprachlich, übertragen
Beispiel:
kein Dach über dem Kopf (= kein Zimmer, keine Wohnung) haben
unter einem Dachin einem Haus
Beispiele:
mit jmdm. unter einem Dach leben, wohnen, hausen
Macheath schien immerhin das weitere Verbleiben seiner Frau unter dem elterlichen Dach hinnehmen zu wollen [ BrechtDreigroschenroman136]
unter Dach und Fachins, im Haus, Gebäude
Beispiele:
die Ernte unter Dach und Fach bringen, haben
die Arbeit, ein Projekt unter Dach und Fach bringen, haben (= fertigstellen, fertiggestellt haben)
3.
salopp Schädeldecke des Menschen
Beispiele:
er hat etwas, eins aufs Dach gekriegt (= ist getadelt worden)
jmdm. etwas, eins aufs Dach geben (= jmdn. tadeln)
jmdm. aufs Dach steigen (= jmdn. tadeln, zur Verantwortung ziehen)
er hat gleich Feuer im Dach (= ist jähzornig)
bei ihm ist's unterm Dach nicht ganz richtig
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dach · Dachstuhl
Dach n. ‘oberer Abschluß eines Gebäudes’. Ahd. thah ‘Dach, Haus, Bedeckung’ (9. Jh.), mhd. dach ‘Dach, Bedeckung, das Oberste, Schützende’, mnd. dak, mnl. dac, nl. dak, aengl. þæc ‘Dach’, anord. þak, schwed. tak ‘Dach, Decke’ bezeichnet ursprünglich ‘das Bedeckende’ und gehört zu dem unter decken (s. d.) behandelten germ. Verb. Mit diesem läßt es sich an die auch durch außergerm. Verwandte wie griech. stégein (στέγειν) ‘decken, schützen’, stégos, tégos (στέγος, τέγος) n., stégē, tégē (στέγη, τέγη) f. ‘Dach, Haus’, lat. tegere ‘decken, bedecken’, tēgulum ‘Decke, Dach’, tēgula ‘Dachziegel, Ziegeldach’ (s. Ziegel), tēctum ‘Dach, Haus’, toga ‘Bedeckung, Obergewand’, lit. stíegti ‘ein Strohdach aufsetzen’ bezeugte Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’ anschließen. Im Dt. übliche Wendungen wie etw. unter Dach (und Fach) bringen ‘etw. abschließen, vollenden’ (18. Jh.), jmdm. aufs Dach steigen ‘jmdn. tadeln, bestrafen’ (18. Jh., älter jmdm. übers Dach kommen, 17. Jh.), eins aufs Dach kriegen ‘geschlagen, getadelt werden’ (Anfang 19. Jh.) u. ä. beruhen auf metaphorischem Gebrauch von Dach als ‘Schutz, Zuflucht’ (mhd.) und ‘Schädeldecke, Kopf’ (16. Jh.). – Dachstuhl m. ‘tragende Konstruktion des Daches’; die frühnhd. Zusammensetzung (um 1500) verdeutlicht das im Spätmhd. in gleicher Bedeutung vorkommende einfache stuol (s. Stuhl).

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Dach · Gewölbe · Kuppel
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Accent circonflexe  fachspr., franz. · Dach (über Vokal)  ugs. · Hütchen (über / auf einem Vokal)  ugs. · Zirkumflex  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Dach‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dach‹.

Clou Hochhaus Holding Nachbarhaus Parkhaus Projektionsraum Wohnhaus abfallend abgedeckt ausgebaut auskragend ausladend begrünt beschädigt decken eingestürzt flach geneigt geschlossen geschwungen gewölbt geöffnet gläsern leck schadhaft schützend spitz undicht verschließbar

Verwendungsbeispiele für ›Dach‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur unter dem europäischen Dach sei die deutsche Frage lösbar. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 132]
Aber das Hotel an sich steht noch, das Dach ist in Ordnung. [Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 324]
Die erhaltenen Texte zu diesen beiden fünfaktigen Opern rühren von Simon Dach her. [Osthoff, Helmuth: Albert. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 29725]
Die Wände bestehen aus schweren Brettern, das Dach ragt mit einem geschwungenen First hoch auf. [o. A.: Lexikon der Kunst – B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 28893]
Wie weit ist der Weg auf das Dach der Welt? [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Dach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dach>.

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