Dachstuhl, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungDach-stuhl (computergeneriert)
WortzerlegungDachStuhl1
Wortbildung mit ›Dachstuhl‹ als Erstglied: ↗Dachstuhlbrand
eWDG, 1967

Bedeutung

Bauwesen tragende Konstruktion des Daches
Beispiele:
den Dachstuhl aufsetzen
das zerstörte, ausgezackte Mauerwerk trug einen provisorischen, sehr flachen Dachstuhl [BöllWaage16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dach · Dachstuhl
Dach n. ‘oberer Abschluß eines Gebäudes’. Ahd. thah ‘Dach, Haus, Bedeckung’ (9. Jh.), mhd. dach ‘Dach, Bedeckung, das Oberste, Schützende’, mnd. dak, mnl. dac, nl. dak, aengl. þæc ‘Dach’, anord. þak, schwed. tak ‘Dach, Decke’ bezeichnet ursprünglich ‘das Bedeckende’ und gehört zu dem unter ↗decken (s. d.) behandelten germ. Verb. Mit diesem läßt es sich an die auch durch außergerm. Verwandte wie griech. stégein (στέγειν) ‘decken, schützen’, stégos, tégos (στέγος, τέγος) n., stégē, tégē (στέγη, τέγη) f. ‘Dach, Haus’, lat. tegere ‘decken, bedecken’, tēgulum ‘Decke, Dach’, tēgula ‘Dachziegel, Ziegeldach’ (s. ↗Ziegel), tēctum ‘Dach, Haus’, toga ‘Bedeckung, Obergewand’, lit. stíegti ‘ein Strohdach aufsetzen’ bezeugte Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’ anschließen. Im Dt. übliche Wendungen wie etw. unter Dach (und Fach) bringen ‘etw. abschließen, vollenden’ (18. Jh.), jmdm. aufs Dach steigen ‘jmdn. tadeln, bestrafen’ (18. Jh., älter jmdm. übers Dach kommen, 17. Jh.), eins aufs Dach kriegen ‘geschlagen, getadelt werden’ (Anfang 19. Jh.) u. ä. beruhen auf metaphorischem Gebrauch von Dach als ‘Schutz, Zuflucht’ (mhd.) und ‘Schädeldecke, Kopf’ (16. Jh.). Dachstuhl m. ‘tragende Konstruktion des Daches’; die frühnhd. Zusammensetzung (um 1500) verdeutlicht das im Spätmhd. in gleicher Bedeutung vorkommende einfache stuol (s. ↗Stuhl).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balken Brandherd Einfamilienhaus Flamme Gebälk Geschäftshaus Holzbalken Kirchenschiff Marienkirche Mehrfamilienhaus Obergeschoß Rohbau Seitenflügel Südflügel Zwingerstock Zwischendecke abbrennen ausbrennen ausgebaut ausgebrannt brennen brennend durchfressen eingestürzt einstürzen hölzern lodern morsch verkohlt übergreifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dachstuhl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem Salon im ersten Stock ist ein Stück Dachstuhl durchgebrochen.
Die Zeit, 18.12.2008, Nr. 52
Im honigfarbenen Dachstuhl der Kirche bleibt ein dicker Mann zurück.
Der Tagesspiegel, 09.02.2002
Wir finden noch heute in alten Kirchen und Schlössern hölzerne Dachstühle, die Jahrhunderte unbeschadet überdauert haben.
Welt und Wissen, 1927
Der 1836 errichtete neue Dachstuhl gehört zu den Pionierleistungen des Gußeisenbaus in Frankreich.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 9011
Nun besitzt der Aufzug, wie vorhin versäumt wurde zu erwähnen, eine vom Fehlen des üblichen Dachstuhls bedingte Konstruktion.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 645
Zitationshilfe
„Dachstuhl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dachstuhl>, abgerufen am 19.04.2019.

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