Dackel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dackels · Nominativ Plural: Dackel
Aussprache  [ˈdakl̩]
Worttrennung Da-ckel
Wortbildung  mit ›Dackel‹ als Erstglied: Dackelbein · Dackelblick · Dackeldame · Dackelmischling
 ·  mit ›Dackel‹ als Letztglied: Kurzhaardackel · Rauhaardackel · Wackeldackel · Zwergdackel
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

Dackel in der Fellvariation Rauhaar
Dackel in der Fellvariation Rauhaar
1.
Hunderasse, die sich durch ihren langgestreckten Körper und ihre kurze Beine auszeichnet und speziell für die Fuchs- und Dachsjagd gezüchtet wurde
siehe auch Dachshund, Synonym zu Teckel
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: den Dackel ausführen (= mit dem Dackel spazieren gehen)
in Koordination: Dackel und Dogge, Pudel, Schäferhund, Terrier
Beispiele:
Nach dem Schäferhund ist in Deutschland der Dackel einer der beliebtesten Rassehunde – von dem es die verschiedensten Ausprägungen gibt: Rauhaar, Langhaar und Kurzhaar […]. [Landshuter Zeitung, 20.07.2019]
Ob Schäferhund, Collie oder Dackel: Alle Hunde stammen von Wölfen ab. Die wilden Tiere wurden über lange Zeit zu Haustieren gezüchtet. [Schweriner Volkszeitung, 06.04.2021]
Der Teckel, weniger weidmännisch Dackel, ist ein Jagdhund, vor dem Dachs (daher der Name) und Fuchs auf der Hut sein müssen. [Thüringer Allgemeine, 22.08.2015]
Tatsächlich sind die kurzen Beine des Dackels eine tierische Form von Kleinwüchsigkeit. Der Fachbegriff für diese Art der Fehlbildung lautet Chondrodysplasie oder auch Achondroplasie. Bei Dackeln, Corgies, Bassetts und anderen kurzbeinigen Hunden gehört sie zum Rassestandard. [Die Welt, 17.07.2009]
Auf dem knapp 8.000 Quadratmeter großen Gelände [der Hundeschule] tummeln sich […] dürrlaubige, also helle Dackel, braune, langhaarige, kurzhaarige, getigerte sowie Zwerg‑ und Kaninchendackel. [Berliner Zeitung, 04.09.1995]
2.
besonders D-Südwest (Württemberg) , salopp, abwertend Schimpfwort oder abfällige Bezeichnung für eine Person
Beispiele:
Früher hat man den Lehrling schon etwas missbraucht. Vesper holen, Material und Werkzeug aufräumen, Auszubildende waren so ein bisschen »der Dackel vom Dienst«. [Südkurier, 15.11.2017]
In Schwaben[…] gibt es das schöne Schimpfwort »Halbdackel« – ein Halbdackel ist aber nicht etwa ein halber, also irgendwie harmloser Dackel, sondern, im Gegenteil, die verschärfte Ausgabe eines Dackels oder auch Trottels. [Süddeutsche Zeitung, 16.02.2010]
K[…] hat seine eigenen Schimpftiraden noch im Ohr, wenn er früher im Straßenverkehr auf »die Alten« wartete, wenn sie beim Ausparken wieder mal zu lange brauchten. Und dann möchte er sich die Schmach und die Scham ersparen, käme es tatsächlich zum Unfall, selbst verschuldet oder nicht. »Jeder würde sagen, was macht der alte Dackel hinterm Steuer.« [Reutlinger General-Anzeiger, 12.05.2018]
Die Titulierung von Polizisten als »Bullen« wurde […] durch das Landgericht Regensburg nicht als Beleidigung eingestuft. In einem weiteren, besonderen Fall, entging sogar die Formulierung »Du Dackel« einer Strafe, wieder gegen einen Polizisten gerichtet. Während die Titulierung einer Polizistin als »Pumuckl« als Beleidigung bestraft wurde. [Straftatbestand: Beleidigung und die strafrechtlichen Folgen!, 06.11.2017, aufgerufen am 07.12.2020]
Wer sein menschliches Gegenüber »Du Dackel!« schimpft, zielt in unkorrekter Weise vielleicht auf zu kurz geratene Beine […]. [Hamburger Abendblatt, 19.01.2017]
Zweibeinige Dackel sind weniger gern gesehen, und Nichtschwaben sei es gesagt: Der Begriff Halbdackel ist eine deutliche Steigerung der Verbalinjurie Dackel und mitnichten eine Abschwächung derselben. Sogenannte Halbdackel treiben ihren Mitmenschen zwar des Öfteren den Blutdruck in die Höhe, verschaffen ihnen aber auch das Gefühl der geistigen Überlegenheit. [Reutlinger General-Anzeiger, 13.04.2012]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dackel m. Der kleine Hund mit kurzen krummen Beinen wird wegen seiner Eignung zur Dachsjagd zunächst Dachshund (s. d.) genannt, daneben kommen Bezeichnungen wie Dachskriecher, Dachsschliefer (18. Jh.) und auch die Kurzform Dachs (17. bis 19. Jh.) vor. Seit Ende des 19. Jhs. wird die ursprünglich obd. Deminutivbildung Dackel (vorher obd. Dächsel, Anfang 18. Jh.) geläufig; fachsprachlich gilt auch die seit Ende des 18. Jhs. bezeugte nd. Form Teckel, deren Erklärung aus lautlichen Gründen und wegen des im nordd. Sprachgebiet unüblichen Verkleinerungssuffixes -el Schwierigkeiten macht.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Dachshund · Dackel · Teckel
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Dämlack · Halbgescheiter · Minderbemittelter · Tölpel  ●  Dummerjan  veraltet · Dummkopf  Hauptform · Gonzo  abwertend · ('ne) hohle Nuss  ugs. · (eine) geistige Null  ugs. · Armer im Geiste (bibl.)  geh. · Armleuchter  ugs. · Bekloppter  ugs. · Blitzbirne  ugs., ironisch · Blödel  ugs. · Blödi  ugs. · Blödian  ugs. · Blödmann  ugs. · Dackel  ugs., schwäbisch, abwertend · Denkzwerg  ugs. · Depp  ugs. · Dolm  ugs., österr. · Dulli  ugs. · Dummbart(el)  ugs. · Dummrian  ugs. · Dumpfbacke  ugs. · Dumpfbatz  derb · Dussel  ugs. · Dämel  ugs., regional · Dödel  derb · Dösbaddel  ugs., norddeutsch · Döskopp  ugs., norddeutsch · Eierkopp  ugs., norddeutsch · Eiernacken  ugs. · Einfaltspinsel  ugs. · Esel  ugs. · Flachpfeife  ugs. · Flachwichser  vulg. · Flitzpiepe  ugs., abwertend · Halbdackel  derb, schwäbisch, stark abwertend · Hein Blöd  ugs., regional · Heini  ugs., veraltet · Hirni  ugs. · Hohlbirne  ugs. · Hohlfigur  ugs. · Hohlkopf  ugs. · Holzkopf  ugs. · Honk  ugs. · Hornochse  ugs. · Horst  ugs. · Idiot  derb · Klappspaten  ugs. · Knallcharge  geh. · Knallidiot  ugs. · Knallkopf  ugs. · Kretin  geh., franz. · Lapp  derb, österr. · Napfsülze  ugs. · Narr  geh. · Niete  ugs., fig. · Nullchecker  ugs., jugendsprachlich · Pannemann  ugs. · Pappnase  ugs. · Pfeifenwichs(er)  vulg. · Piesepampel  ugs. · Rindvieh  ugs. · Sacklpicker  ugs., österr. · Schnellmerker  ugs., ironisch · Schwachkopf  ugs. · Schwachmat  ugs. · Spacko  ugs. · Spast  ugs., jugendsprachlich · Spasti  derb · Spaten  ugs. · Spatzenhirn  ugs. · Stoffel  ugs. · Strohkopf  ugs. · Tepp  ugs. · Todel  ugs., österr. · Torfkopf  ugs. · Torfnase  ugs., ostfriesisch · Trottel  ugs. · Tuppe  ugs., kärntnerisch · Volldepp  ugs. · Vollhorst  ugs. · Vollidiot  derb · Vollpfosten  ugs. · Vollspast  derb · Volltrottel  derb · armer Irrer  ugs. · dumme Nuss  ugs. · dummes Schaf  ugs. · dämlicher Hund  ugs., veraltend · en Beschmierten  ugs., ruhrdt. · geistiger Tiefflieger  ugs. · keine Leuchte  ugs. · taube Nuss  ugs. · trübe Tasse  ugs.
Unterbegriffe
  • Religiot · religiöser Idiot
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dackel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dackel‹.

Zitationshilfe
„Dackel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dackel>, abgerufen am 26.09.2021.

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