Daffke

Aussprache 
Worttrennung Daff-ke
Mehrwortausdrücke aus Daffke
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, besonders D-Nordost (Berlin) etw. aus Daffke tun (= etw. aus Trotz, nun gerade tun)
Beispiel:
er ist aus Daffke nicht mitgekommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Daffke in der Wendung aus Daffke ‘aus Trotz, nun gerade, nur mal so, aus Spaß’, (Berlin, 20. Jh.). In dieser präpositionalen Verbindung wird der Ausdruck als Substantiv (mit unbestimmtem Genus) empfunden, wie auch die im Dt. übliche Großschreibung ausweist. Zugrunde liegt allerdings die indeklinable Partikel rotw. dafko ‘durchaus’ (Mitte 19. Jh.), aus jidd. dafke(s) ‘erst recht’, hebr. davkā ‘nur so, nicht anders’. Danach mit radikalem Bedeutungswandel in ick heeße doch nich Daffke ‘ich bin doch kein Dummkopf’, wo Daffke völlig den substantivischen Charakter einer Personenbezeichnung annimmt, mit der Pluralbildung bei Daffkes ‘im Irrenhaus’. Eine analoge Einwirkung von lautähnlichem ↗Raffke (s. d.) ist anzunehmen.

Verwendungsbeispiele für ›Daffke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte Pech, schon aus Daffke wählten die oberbayerischen Delegierten einen anderen.
Die Zeit, 17.07.2007, Nr. 29
Getan hat es Bonn sozusagen aus Daffke, weil die Ägypter Ulbricht eingeladen hatten.
Die Zeit, 12.05.2005, Nr. 20
Er ist aus Daffke gekommen, er hat einen Ersatzknopf für einen Sessel gekauft, um sechzig Pfennig.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 243
Zitationshilfe
„Daffke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Daffke>, abgerufen am 14.06.2021.

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