Damm, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Damm(e)s · Nominativ Plural: Dämme
Aussprache
Wortbildung mit ›Damm‹ als Erstglied: ↗Dammbau · ↗Dammbruch · ↗Dammböschung · ↗Dammerde · ↗Dammkrone · ↗Dammriss · ↗Dammrutsch · ↗Dammschutz · ↗Dammstraße
 ·  mit ›Damm‹ als Letztglied: ↗Bahndamm · ↗Biberdamm · ↗Eisenbahndamm · ↗Erddamm · ↗Fahrdamm · ↗Hochwasserdamm · ↗Knüppeldamm · ↗Schutzdamm · ↗Sommerdamm · ↗Sperrdamm · ↗Staudamm · ↗Steindamm · ↗Straßendamm · ↗Uferdamm
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Aufschüttung von Erde
Beispiele:
einen Damm bauen, errichten, aufschütten, aufwerfen
gehoben einen Damm aufführen
die Anlage eines Dammes
a)
Schutzwall gegen Wasser, Deich
Beispiele:
die Wellen schlugen gegen die Dämme
einen Damm unterwaschen, unterspülen
der Damm bricht
b)
erhöhter, befestigter Fahrweg, Schienenweg
Beispiele:
Vor dem Krieg war der Damm einmal der Fahrweg für ein entlegenes Gehöft gewesen [SeghersSiebtes Kreuz4,23]
wenn der Goldregen an den Dämmen der Eisenbahn zu blühen begann [J. RothRadetzkymarsch159]
nordostdeutsch, berlinisch Fahrbahn
Gegenwort zu Fußweg
Beispiele:
über den Damm gehen
eilig über den Damm laufen
Kinder sollen nicht auf dem Damm spielen
Gehn Sie weg vom Damm, junger Mann, sonst überfährt Sie ein Auto [DöblinAlexanderpl.66]
c)
bildlich
Beispiele:
dem Unrecht einen Damm (entgegen)setzen
Gleich mußte die Angst den Damm des Willens zerreißen und ihn überfluten [ApitzNackt221]
d)
auf dem, den Damm umgangssprachlich
Beispiele:
wir sind alle nicht auf dem Damm (= wir sind alle nicht gesund)
wieder auf den Damm kommen (= wieder gesund werden)
jmdn. auf den Damm bringen (= jmdn. gesund machen) (= jmdm. forthelfen)
2.
Medizin Brücke zwischen Geschlechtsteil und After
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Damm · dämmen
Damm m. ‘aufgeschütteter Erdwall’ (als Schutz gegen Überflutung, dann auch als Verkehrsweg, so vor allem nordostd. ‘gepflasterte Straße, Fahrbahn’), mhd. tam, mnd. mnl. nl. dam, anorw. schwed. damm und (aus dem Mnd.-Mnl.?) mengl. dam, dam(m)e, engl. dam; wohl gemeingerm., vgl. got. faúrdammjan (s. unten). Die hd. Lautgestalt Tam(m) ist noch bis Anfang des 18. Jhs. bezeugt, doch dringt mit Ausbreitung der an der Küste vervollkommneten Deichbaukunst d-Anlaut aus dem nd.-nl. Bereich bereits ins Mhd. ein und wird im Nhd. vom 17. Jh. an allgemein üblich (literatursprachliche Geltung der nd. Form auch bei bedeutungsähnlichem ↗Deich, s. d.). Ungeklärt ist die Herkunft des germ. Substantivs; vielleicht besteht (über eine Grundform ie. *dhəmno-) Zusammenhang mit griech. thémethla (θέμεθλα) Plur. ‘Grundlage, Fundament, das Innerste, Tiefste’, thōmós (θωμός) ‘Haufen, Schober’, die auf die Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ zurückführen; weniger einleuchtend scheint (über eine Ausgangsform ie. *dhobmo-) Zuordnung zur Wurzel ie. *dheb- ‘dick, fest, gedrungen’ (s. ↗tapfer). dämmen Vb. ‘durch einen Damm zurückhalten, stauen, hemmen’, mhd. temmen, demmen, daneben tammen, dammen; denominative Bildung zu mhd. tam (s. oben), vgl. gleichbed. mnd. dammen, demmen, aengl. fordemman, engl. to dam (up), anord. demma, schwed. dämma und got. faúrdammjan ‘eindämmen, verhindern’. Wie beim Substantiv setzt sich im 17. Jh. nd. dämmen gegenüber obd. tämmen durch; die anfangs besonders im Nd. häufige unumgelautete Form ist nach dem 17. Jh. kaum noch belegt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Damm · ↗Deich · ↗Eindämmung · ↗Kai · ↗Uferdamm
Synonymgruppe
Böschung · Damm · ↗Ufer · ↗Wall
Synonymgruppe
Damm · ↗Staudamm · ↗Stauwerk · ↗Talsperre
Unterbegriffe
  • Marklissa-Talsperre · Queistalsperre
  • Bobertalsperre · Bobertalsperre Mauer · Mauertalsperre · Talsperre Mauer
  • Eupener Talsperre · Wesertalsperre
  • Bogengewichtsmauer · Bogengewichtsstaumauer
Assoziationen
  • Rursee · Rurstausee
  • Edersee · Ederstausee
  • Franzensfester See · Franzensfester Stausee
Anatomie, Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Damm · ↗Perineum
Assoziationen
  • den Damm betreffend  ●  perineal  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auffangbeckens Deiche Festland Flut Kanäle Reisfelder Rückhaltebeckens Sandsäcken Schleusen Stauseen Staustufen Wasserkraftwerk aufgeschüttet aufgeschütteten aufgeweicht aufgeweichten aufstauen bersten brechen brechenden brüchigen durchbrach eingerissen errichten gebrochen gebrochenen standhalten stauen überflutet überspült

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Damm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als der Zug vorüber war, lag das Kind am Fuß des Damms.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 452
Aber die Dämme sind erst dann gebrochen, als auch Konservative anfingen, so zu denken.
Der Tagesspiegel, 30.06.2001
Als seine Spieler den Rasen betraten, da brachen die Dämme erneut.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.1994
Unter dem Steg hindurch, gegen die Straße zu, und an einer Stelle, du weißt, ist der Damm durchbrochen.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 164
Ich mußte ihn vom Damm aufheben und ihn der Frau bringen.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 43
Zitationshilfe
„Damm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Damm>, abgerufen am 21.04.2018.

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