Dasein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Daseins · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Da-sein
eWDG

Bedeutungen

1.
Leben
Beispiele:
ein glückliches, idyllisches, paradiesisches, menschen(un)würdiges, hartes, kümmerliches, trübseliges, trauriges Dasein
ein elendes Dasein führen
ein behagliches Dasein haben
sein Dasein fristen
seinem Dasein einen Sinn geben
jmdm. das Dasein verleiden
gehoben, verhüllendsein Dasein beschließen (= sterben)
Lebensbedingungen
Beispiele:
nach einem besseren Dasein streben
ein besseres Dasein erkämpfen
sich [Dativ] ein gesichertes Dasein schaffen
der tägliche Kampf ums Dasein
2.
das Bestehen, die Existenz
Beispiele:
das Dasein Gottes leugnen
das Dasein der Materie
über das Dasein von Geistern streiten
er erfuhr von einer Organisation, von deren Dasein er bisher nichts gewusst hatte
der Kampf ums Dasein in der Tierwelt, Pflanzenwelt
3.
selten Anwesenheit, Vorhandensein
Beispiele:
sein bloßes Dasein genügte, um alle Kritiker zum Schweigen zu bringen
Wenn erst Karl da war, würde der Schreck … vergehen – auch wenn sie ihm nichts sagte. Schon sein Da-Sein würde das bewirken [ FalladaJeder stirbt312]
und weil sie einen weiten Weg zu machen hatten, erschien das Dasein der Anwesenden um so löblicher [ G. KellerAmrain6,192]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dasein n. ‘Anwesenheit, Existenz’, Substantivierung von dasein Vb. (s. da1 und sein1 Vb.). Im Sinne ‘Anwesenheit, Zugegensein’ seit dem 13. Jh., geläufig seit dem 17. Jh., als Verdeutschung für Existenz (s. d.) seit Anfang 18. Jh., danach auch für ‘Leben’. Als Schlagwort in der Verbindung Kampf ums Dasein Übersetzung von engl. struggle for life (Darwin 1859). Mit Existenz konkurrierend auch als Bestimmungswort in zahlreichen Zusammensetzungen wie Daseinsberechtigung, -kampf (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dasein · Existenz · Leben · irdisches Dasein
Assoziationen
Synonymgruppe
Beisein · Dasein · Gegenwart · Präsenz  ●  Anwesenheit (einer Person)  Hauptform · Zugegensein  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dasein‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dasein‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dasein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wiederum greift aber auch tierisches Leben allerwärts vermittelnd in pflanzliches Dasein ein. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 11]
Dieser ist im Dasein entsprungen, als Organ, sich am Leben zu erhalten. [Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 319]
In dieser seiner Welt hat sich ein Volk Dasein gegeben. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 8]
Das glückliche Dasein, das er antizipiert, liegt hinter einem Rauch, hinter dem Rauch einer gewaltigen Veränderung. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 38]
Zumindest aber schob er somit sein Nein zu einem Dasein als Lehrer hinaus. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Dasein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dasein>.

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