Daumen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Daumens · Nominativ Plural: Daumen
Aussprache
WorttrennungDau-men
Wortbildung mit ›Daumen‹ als Erstglied: ↗Daumenabdruck · ↗Daumenballen · ↗Daumenbreite · ↗Daumendreher · ↗Daumendruck · ↗Daumenkino · ↗Daumenlutscher · ↗Daumennagel · ↗Daumenschraube · ↗Daumenstock · ↗Daumesbreite · ↗Däumchen · ↗Däumling · ↗daumenbreit · ↗daumendick · ↗daumengroß · ↗daumenstark
eWDG, 1967

Bedeutung

erster, kurzer und dicker Finger mit nur zwei Gliedern, der den anderen Fingern gegenübergestellt werden kann
Beispiele:
ein breiter, schmaler, kurzer Daumen
der rechte, linke Daumen
beide Daumen
das Kind saugt, lutscht am Däumchen
sich auf den Daumen hauen
sich in den Daumen schneiden
mit dem Daumen schnalzen, schnippen
mit dem Daumen auf jmdn., über die Schulter weisen
die Daumen in die Hosenträger hängen
den Daumen brechen, verrenken, abspreizen
die Daumen einziehen, mit den anderen Fingern umschließen
umgangssprachlichdie Hände falten und die Daumen (umeinander)drehen (= sich langweilen, faulenzen)
umgangssprachlichich sitze doch nicht da und drehe (die) Daumen, drehe Däumchen! (= faulenze!)
er steckte die Daumen in die Armlöcher der Weste [H. MannSchlaraffenland1,373]
bildlich
Beispiele:
jmdm., für jmdn. die, den Daumen halten, drücken (= jmdm. in Gedanken bei einer Sache gutes Gelingen wünschen, mit allen guten Wünschen an ihn denken)
nicht um eines Daumens Breite (= kein bisschen) zurückweichen, nachgeben
etw. über den Daumen peilenetw. ganz grob schätzen
Beispiel:
er hat die Entfernung, Stückzahl, das Gewicht nur über den Daumen gepeilt
den Daumen auf etw. haltenetw. nicht herausgeben
Beispiel:
sie hielt den Daumen auf die Vorräte, den Geldbeutel
den Daumen, mit dem Daumen auf etw. drückennachdrücklich auf etw. bestehen
Beispiel:
sie wollte anfangs das Examen nicht machen, aber ihr Vater hat den Daumen darauf gedrückt
jmdm. den Daumen aufs Auge drücken, setzenjmdn. ducken
Beispiele:
jmdn. unter dem Daumen haben, unter den Daumen nehmen (= jmdn. gewaltsam beherrschen)
Solchem Pack muß man den Daumen fest aufs Auge drücken [LöscherAlles Getrennte216]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Daumen · Däumling
Daumen m. zweigliedriger, stärkster Finger der Hand, der den anderen Fingern zum Fassen gegenübergestellt werden kann, ahd. (8. Jh.), asächs. thūmo, mhd. mnd. mnl. dūme, nl. duim, afries. thūma, aengl. þūma, engl. thumb (germ. *þūman-), kurzvokalisch aschwed. þumi, schwed. tumme, mit l-Suffixen anord. þumall ‘Daumen’ und aengl. þȳmel ‘Fingerhut’ führen mit aind. túmraḥ ‘kräftig, dick, groß’, lat. tumēre ‘geschwollen sein’, tumidus ‘aufgeschwollen, aufgeblasen’, tumor ‘Schwellung, Geschwulst’ (s. ↗Tumor), tumulus ‘Bodenschwellung, Grabhügel’, tumultus ‘Getöse, Aufruhr’ (s. ↗Tumult), lit. tumė́ti ‘gerinnen’ als m-Ableitungen auf die Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (wozu auch ↗tausend, ↗deuten, ↗deutsch, ↗tosen, s. d.). Daumen bedeutet danach ‘der Geschwollene, Dicke, Starke’. Die Form Daume hält sich bis ins 18. Jh.; im 15. Jh. kommen Daum (bis 19. Jh.) und Daumen auf. Däumling m. ‘für den Daumen vorgesehener Teil des Handschuhs, Daumenschutzkappe’ (14. Jh.), auch ‘daumengroße Märchengestalt’, Deminutivum von Daumen; frühnhd. deum(er)ling ‘Daumen, Daumenschutz’, mnd. mnl. dūmelinc, nl. duimeling ‘für den Daumen vorgesehener Teil des Handschuhs, Daumenschutz’; vgl. auch anord. þumlungr ‘Daumen eines Handschuhs, Daumenbreite, Zoll’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bänderriss Finger Kapselverletzung Knochenabsplitterung Kuppe Mittelfinger Zeigefinger aneinanderreiben ausgestreckt draufhalten drücken erhoben gebrochen gereckt gesenkt gestreckt grün heben hochgereckt hochgestreckt hochhalten klemmen link lutschen nuckeln peilen recken reiben senken spreizen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Daumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich fiebere bei jedem Spiel vor dem TV mit, drücke dem Team die Daumen.
Bild, 04.03.2005
Auch bei mir hält ein Arzt seinen Daumen auf die entsprechende Stelle der Hand und fühlt den Puls.
Der Tagesspiegel, 09.02.2002
Der Daumen als stärkster Finger gilt hier stellvertretend für die ganze Hand.
Röhrich, Lutz: Daumen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6319
Halt mir die Daumen, wenigstens für noch einmal sieben Tage.
Brief von Brigitte Reimann an Christa Wolf vom 24. 9. 1970. In: Brigitte Reimann u. Christa Wolf, Sei gegrüßt und lebe, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1970]
Da er gebracht wird, hat er kaum noch Kraft, den Daumen darauf zu halten.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 435
Zitationshilfe
„Daumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Daumen>, abgerufen am 17.11.2019.

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