Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deckel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Deckels · Nominativ Plural: Deckel
Aussprache 
Worttrennung De-ckel
eWDG

Bedeutungen

1.
abnehmbarer oder aufklappbarer oberer Verschluss eines Gefäßes oder Behälters
Beispiele:
den Deckel öffnen, abnehmen
umgangssprachlichden Deckel aufmachen
den Deckel des Schreibtisches, Klaviers aufklappen, zuklappen
den Deckel des Koffers zurückschlagen
den Deckel des Sarges schließen
dieser Deckel schließt nicht gut
ein eiserner, emaillierter, passender Deckel
bildlich, sprichwörtlichfür jeden Topf findet sich ein Deckel, jeder Topf findet seinen Deckel (= jedes Mädchen findet einen passenden Mann)
2.
vordere, hintere feste und aufklappbare Platte eines Buches
Beispiel:
das Buch hat einen roten, vergilbten Deckel
3.
salopp, scherzhaft Hut
Beispiele:
was hat er bloß für einen Deckel auf!
seinen Deckel aufbehalten, abnehmen
ein steifer Deckel
eins, etw. auf den Deckel kriegen (= Schelte, Prügel bekommen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

decken · gedackt · Decke · Deckel · Gedeck · Abdecker · Abdeckerei
decken Vb. ‘auf etw. legen, über etw. breiten, schützen, verbergen’, in der Kaufmannssprache ‘finanziell aufkommen, absichern’, ahd. thecken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. decken, nl. dekken, afries. thekka, aengl. þeccan ‘decken’, engl. to thatch ‘mit Stroh decken’, anord. þekja, schwed. täcka (germ. *þakjan) führen mit den unter Dach (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’. Das alte Part. Prät. (mit Rückumlaut) mhd. gedact ‘gedeckt’ bewahrt der Orgelbau in nhd. gedackt Part.adj. ‘bedeckt, mit einem Deckel versehen’ (von Orgelpfeifen, zur Beeinflussung der Tonhöhe). Decke f. ‘gewebtes oder wollenes Tuch zum Aus-, Überbreiten, oberer Abschluß eines Raumes, Auflage, Belag’, ahd. theckī (8. Jh.), mhd. decke. Deckel m. ‘oberer Verschluß eines Gefäßes’, vom Verb abgeleitete Gerätebezeichnung mit el-Suffix (15. Jh.). Gedeck n. ‘Eß- und Trinkgerät für eine Person’ (18. Jh., für frz. couvert), ‘feste Speisenfolge’ (1. Hälfte 20. Jh.); vgl. ahd. githeckī ‘Dach, Schirm, Schutz’ (9. Jh.), mhd. gedecke ‘(Bett)decke’. Abdecker m. ‘wer Tierleichen verwertet’ (1. Hälfte 16. Jh.), zu frühnhd. abdecken ‘ein verendetes Tier aus der Decke (Fell) schlagen, ihm die Haut abziehen’, für älteres Schinder (s. d.); Abdeckerei f. ‘Arbeitsstätte und Gewerbe des Abdeckers’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Deckel · Klappe · Verschluss

Typische Verbindungen zu ›Deckel‹ (berechnet)

Handschuhfach Innenseite Reaktordruckbehälter Sarg Sarkophag Truhe abnehmbar atmend aufgeklappt aufgesetzt aufklappbar bahrenfelder begrünt draufhalten draufmachen durchbrochen durchlöchert festschließend gewölbt heben klappen lupfen lüften lüpfen schließend schrauben stülpen zumachen öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Deckel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Deckel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Deckel des Messingaschenbechers klapperte im Takt der Vibrationen des Zuges, bis dieser hielt. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 225]
Die gerechte Liste liegt zwischen den harten Deckeln eines übergroßen Buches. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 45]
Drei Jahre lang versuchte er vergeblich, den schweren Deckel zu öffnen. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12]
Deine Uhr trage ihren Wert mehr im Werk als im Deckel. [Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 33]
Den Deckel muss man zum Nachlegen von Papier etwas umständlich abnehmen. [C't, 2001, Nr. 17]
Zitationshilfe
„Deckel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Deckel>.

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