Deckmantel

GrammatikSubstantiv
WorttrennungDeck-man-tel
WortzerlegungdeckenMantel
eWDG, 1967

Bedeutung

Beschönigung einer schlechten Handlung
Beispiele:
etw. dient als Deckmantel für eine egoistische Handlung
unter dem Deckmantel der Nächstenliebe
Die Tat ist deswegen gemeiner, weil sie unter dem Deckmantel einer dienstlichen Verrichtung begangen wurde [TucholskyDeutschland152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mantel · bemänteln · Deckmantel
Mantel m. ‘geknöpftes langes Oberbekleidungsstück mit Ärmeln, schützende Hülle’, ahd. mantel (11. Jh.; daneben auch mantal und mantil, also mit a- bzw. i-Tönung des Suffixes), mhd. mnd. mantel, mandel, Entlehnung aus vlat. mantellus ‘kurzer Mantel’ (vgl. FEW 6, 1, 277 ff.), Deminutivum zu gleichbed. lat. mantus (wohl kelt. Herkunft). bemänteln Vb. ‘mit einem Mantel bedecken’, bildlich ‘(Schlechtes) beschönigen, verharmlosen, verbergen’ (14. Jh.). In der Reformationszeit (16. Jh.) beeinflußt von lat. (Kirchensprache) pallio Christianae amoris tegere ‘mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe zudecken’. Deckmantel m. ‘Vorwand, Vortäuschung, Beschönigung’, mhd. deckemantel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Alibi · ↗Ausrede · Deckmantel · ↗Scheingrund · ↗Vorwand  ●  ↗Feigenblatt  fig.
Unterbegriffe
  • faule Ausrede · schlechte Ausrede
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anonymität Antifaschismus Antizionismus Atomforschung Atomprogramm Daseinsvorsorge Fristenlösung Gemeinnützigkeit Legalität Meinungsfreiheit Nuklearprogramm Psychoterror Religionsausübung Religionsfreiheit Religionsgemeinschaft Satellitenstart Stromerzeugung Subsidiarität Subventionsabbau Terrorbekämpfung Terrorismusbekämpfung Umweltschutz Verbraucherschutz Versammlungsfreiheit Walfang Wissenschaftlichkeit Wohltätigkeit fadenscheinig umhängen Ökologie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Deckmantel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um den Deckmantel eines aufklärerischen Zwecks schert sie sich ebenfalls nicht.
Der Tagesspiegel, 08.08.2000
Was dort geschieht, ist eine arabische Intervention unter palästinensischem Deckmantel.
Der Spiegel, 18.07.1983
Doch man muß eben dabei unterscheiden: unter dem Deckmantel der neuen Argumente verstecken sich auch die enttäuschten Traditionellen!
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 53
Hier wird sie zum Deckmantel, unter dem man kirchlichen Lehren widerspricht, ohne sich zu dem Widerspruch bekennen zu müssen.
Gawlick, G.: Wahrheit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 42510
Eines Tages würde eine unerwartete Gestalt unter dem Deckmantel seines Tierfells zum Vorschein kommen.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 223
Zitationshilfe
„Deckmantel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Deckmantel>, abgerufen am 16.12.2019.

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