Deckungsbeitrag, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Deckungsbeitrag(e)s · Nominativ Plural: Deckungsbeiträge
Aussprache [ˈdɛkʊŋsˌbaɪ̯tʀaːk]
Worttrennung De-ckungs-bei-trag
Wortzerlegung  Deckung Beitrag
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Betrag, der zur Deckung (6 b) bestimmter Kosten entrichtet, beigesteuert werden muss
Beispiele:
Weniger erfreulich ist […] der Umstand, dass die sich abzeichnenden Defizite [der Europameisterschaft] nur durch Deckungsbeiträge der öffentlichen Hand getilgt werden können. Die regionale Wirtschaft habe sich vom Grossanlass (Budget 500.000 Franken) nicht wie erhofft begeistern lassen[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2001]
Wer abends nur eine Vorspeise wählt, zahlt 10 Franken Aufpreis – auf der Karte als »Deckungsbeitrag für unsere Dienstleistungen« deklariert. [Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2016]
»[…] je nachdem, wie schnell diese [Spar-]Maßnahmen greifen, ist ihr Deckungsbeitrag im gesamtstaatlichen Defizit erklecklich oder kleiner.« Davon sei dann die Frage eines Sparpaketes abhängig. [Welt am Sonntag, 17.02.2002]
Zur Debatte steht jetzt die Finanzierung eines Umbaus [der Deutschlandhalle in Berlin] zur monofunktionalen Eishalle. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) kündigte bereits höchst verärgert an, sich nicht an den Kosten von 20,9 Millionen Mark beteiligen zu wollen. Die Messe Berlin werde dagegen einen Deckungsbeitrag von sieben Millionen Mark leisten, sagte Senatsspecher Michael Butz. [Die Welt, 17.05.2000]
Im Haushalt 1997 müssen noch drei Milliarden Mark durch Einsparungen in den Ressorts gedeckt werden. […] »Es wird keinen größeren Deckungsbeitrag geben als diese drei Milliarden Mark«, sagte der Minister. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.11.1996]
2.
Betriebswirtschaft die für die Deckung der Fixkosten (etwa der Abschreibungen auf das Anlagevermögen, Mietkosten o. Ä.) zur Verfügung stehende Differenz zwischen den erzielten Erlösen (dem Umsatz) und den variablen Kosten (z. B. Materialkosten, Lohnkosten o. Ä.) als Bruttogewinn und damit als Kennzahl für den wirtschaftlichen Erfolg einer Unternehmung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein positiver, negativer, höherer, geringerer, zusätzlicher, ausreichender Deckungsbeitrag
als Akkusativobjekt: einen Deckungsbeitrag erwirtschaften, liefern
in Koordination: Umsatz und Deckungsbeitrag
Beispiele:
Der Deckungsbeitrag bezeichnet den Bruttogewinn, welcher in der Kostenrechnung auf Organisationseinheiten heruntergebrochen wird und im Rahmen der Deckungsbeitragsrechnung (Betriebsergebnisrechnung) Auskunft darüber geben soll, wie rentabel bzw. unrentabel eine Abteilung, ein Produkt oder das gesamte Unternehmen (gemessen an Vergleichsgrößen) ist. [Deckungsbeitrag, 06.08.2009, aufgerufen am 01.09.2020]
Wer als erstes etwas Neues zu bieten hat, kann Preise über den Kosten verlangen und dadurch Deckungsbeiträge, vielleicht sogar Gewinne erwirtschaften – das ist die Grundlage der führenden Marktbewertung der US‑Firmen an den Börsen. [Die Welt, 07.08.2019]
Die heutigen AKW (= Atomkraftwerke) sind nicht oder kaum mehr rentabel und können allenfalls noch Deckungsbeiträge an ihre Fixkosten und die geschuldeten Stilllegungs‑ und Entsorgungskosten erwirtschaften. [Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2017]
Es ist ein in der Wirtschaft verbreitetes Prinzip, den Deckungsbeitrag, den ein einzelnes Produkt an diese Fixkosten leisten soll, nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oder der Zahlungsbereitschaft des Kunden festzusetzen. [Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2007]
Wegen des niedrigeren Umsatzes und damit fehlender Deckungsbeiträge fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 12,9 (Vorjahr: 17,9) Millionen Euro zurück. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2003]
Dazu liefert ihnen die EDV – darauf ist man intern besonders stolz – neben der obligatorischen Übersicht über Konten und Depots auch noch den Deckungsbeitrag, eine betriebswirtschaftliche Kennziffer, die angibt, was der einzelne Kunde zum Unternehmensgewinn beisteuert. [Die Zeit, 30.03.2000]
Die Bereinigung des Produktsortiments um Angebote mit geringem Volumen und fehlenden Deckungsbeiträgen soll ebenso weitergehen wie der Abbau von Überschußmengen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.1996]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Deckungsbeitrag‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Deckungsbeitrag‹.

Zitationshilfe
„Deckungsbeitrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Deckungsbeitrag>, abgerufen am 09.12.2021.

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