Defloration, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungDe-flo-ra-ti-on (computergeneriert)
Grundformdeflorieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Medizin Zerstörung des Jungfernhäutchens einer Frau (beim ersten Geschlechtsverkehr); Entjungferung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flor1 · florieren · deflorieren · Defloration
Flor1 m. ‘Blumenfülle, Blütenpracht’. Mhd. flōre, frühnhd. Flore f. ‘Blume, Blüte’ (in metaphorischer Verwendung) ist zunächst Entlehnung aus gleichbed. afrz. flor, flour (frz. fleur), dem es auch im Genus folgt; vgl. daneben mhd. flōrī ‘blühendes Aussehen’ (wohl nach afrz. flori, Part.adj. zum Verb afrz. florir, s. unten), flōrīe ‘Blume, Blütenpracht’ (als Kollektivbildung?). Seit dem 16. Jh. erscheint nhd. Flor(e) häufig in Wendungen wie in aller Flore, in Flor sein, stehen (mehrfach entstellt in Flor und esse kommen, erhalten), nach im Nlat. üblichem in flore esse ‘in Blüte, Ansehen stehen’, nun also im Anschluß an lat. flōs (Genitiv flōris) ‘Blume, Blüte, Periode der höchsten Kraftentfaltung, bester, edelster Teil’ (verwandt mit ↗blühen, s. d.), das der frz. Form ebenfalls zugrunde liegt. Maskulines Genus (nach lat. Vorbild) gilt vom 17. Jh. an. Freier Gebrauch außerhalb der präpositionalen Fügung findet sich erst um 1700, die auf konkrete Sachverhalte bezogene Bedeutung ‘große Zahl von Blüten, Blumenfülle’ nicht vor der 2. Hälfte des 18. Jhs. florieren Vb. ‘blühen, gedeihen, vorankommen’ (Ende 16. Jh.), mhd. flōrieren ‘(mit Blumen) schmücken, stattlich ausrüsten’ (von afrz. florir ‘mit Blumen schmücken, blühen’, spätlat. flōrīre, lat. flōrēre ‘blühen, in Blüte, hohem Ansehen stehen’); vgl. gleichbed. mhd. flōren (abgeleitet von mhd. flōre). deflorieren Vb. ‘entjungfern’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. dēflōrāre ‘Blüten abpflücken, des Ansehens, der Ehre, der Jungfernschaft berauben’. Defloration f. ‘Entjungferung’, teils auch ‘Schändung’ (18. Jh.), aus lat. dēflōrātio (Genitiv dēflōrātiōnis) ‘das Entblüten, Blumenlese, Entjungferung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Deflorierung · ↗Entjungferung  ●  Defloration  fachspr. · erstes Mal  ugs., jugendsprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

rituell

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Defloration‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit 18 denkt sie, daß sie es nun langsam auch mal bringen muß, und plant sehr überlegt ihre Defloration.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 116
Ich danke Ihnen für Ihren ironischen Artikel zur Defloration des Mythos "Kind".
Süddeutsche Zeitung, 21.05.1997
Warum heißt die Gräfin Ghiberti, die bei ihrer Defloration so gräßlich mißbrauchte Frau, später nur noch Melusine?
Süddeutsche Zeitung, 22.08.1998
Sofie selbst hat ihre Defloration nie bewußt hinausgezögert und weigert sich, der Sache viel Bedeutung zuzumessen.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 123
Zu Gebetsmühlen und tranigem, klerikalem Singsang erstattet Wiebke Puls Bericht von ihrer gar nicht mal so romantischen Defloration, hinterher klingt es chinesisch.
Die Welt, 22.03.2002
Zitationshilfe
„Defloration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Defloration>, abgerufen am 24.10.2018.

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