Deismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Deismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDe-is-mus
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Deismus‹ als Grundform: ↗Deist · ↗deistisch
eWDG, 1967

Bedeutung

religionsphilosophische Anschauung, Vernunftreligion, besonders der Aufklärung, nach der Gott zwar Weltschöpfer, aber ohne Einfluss auf das Weltgeschehen sein soll
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Deist · Deismus · deistisch
Deist m. Anhänger der Idee einer als vernunftgemäß und natürlich aufgefaßten Religion, die Gott als Schöpfer der Welt anerkennt, aber davon ausgeht, daß er in die von ihm geschaffenen Naturgesetze nicht mehr eingreife. Die christliche Offenbarungslehre wird damit abgelehnt. Der Ausdruck begegnet in der 2. Hälfte des 16. Jhs. als gelehrte Bildung in Frankreich, frz. déiste, zu lat. deus ‘Gott’. Danach engl. deist (Anfang 17. Jh.) und nach frz. und engl. Vorbild. dt. Deist (Ende 17. Jh.). Er entsteht zunächst antonym zu Atheist, bezeichnet im Dt. anfangs auch den Anhänger der gegen den Trinitätsglauben auftretenden Sekten, dann im Zuge der Aufklärung den Vertreter der oben genannten religionsphilosophischen Richtung. Deismus m. (18. Jh.) nach frz. déisme; dazu deistisch Adj. (ebenfalls 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufklärung Pantheismus englisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Deismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In religiösen Dingen verbleibt H. (gegenüber dem Deismus) in skeptischer Haltung.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12376
Manche Äußerungen verraten, daß sein Deismus überhaupt ins Wanken geraten ist.
Sengle, F.: Wieland. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 33501
Kant ist ihm der Zerstörer des Deismus, des Glaubens an einen persönlichen Gott.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 263
Er verstand die Evolutionstheorie als Mittel, die »Travestie des Deismus« zu bekämpfen.
Die Zeit, 11.06.2007, Nr. 24
Dieses Buch ist das Schwert, womit der Deismus hingerichtet worden ist in Deutschland.
Die Welt, 07.02.2004
Zitationshilfe
„Deismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Deismus>, abgerufen am 15.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
deinstallieren
deinige
deinetwillen
deinetwegen
deinethalben
Deist
deistisch
Deiwel
Deixel
Deixis