Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Dekan, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dekans · Nominativ Plural: Dekane
Aussprache 
Worttrennung De-kan
Wortbildung  mit ›Dekan‹ als Erstglied: Dekanei1 · Dekanin  ·  mit ›Dekan‹ als Letztglied: Domdekan · Prodekan
Herkunft zu decānuslat ‘Vorgesetzter von 10 Mann’ < decemlat ‘zehn’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Leiter einer Fakultät an Universitäten, Hochschulen
  2. 2. [Religion] ...
    1. a) [süddeutsch] Superintendent
    2. b) Synonym zu Dechant
eWDG

Bedeutungen

1.
Leiter einer Fakultät an Universitäten, Hochschulen
Beispiele:
der Dekan der philosophischen Fakultät
einen Dekan wählen
2.
Religion
a)
süddeutsch Superintendent
b)
Synonym zu Dechant
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dekan m. ‘Vorsitzender einer Fakultät an Universitäten’, im kirchlichen Bereich ‘Vorsitzender eines geistlichen Kollegiums’. Aus lat. decānus ‘Vorgesetzter von 10 Mann’ (Soldaten, Mönche; vgl. lat. decem ‘zehn’) wird ahd. degan ‘Unterführer’ (10. Jh.) entlehnt. Dazu treten seit dem 11. Jh. Formen mit inlautendem -ch- (dechan), die oft ein euphonisches -t im Auslaut (dechant) aufweisen; Dechant überwiegt seit dem 14. Jh. und hat im 17. Jh. alle anderen Varianten mit inlautendem -ch- verdrängt. Der lat. Verwendungsweise folgend bezeichnet das Wort zunächst den militärischen Unterführer, dann (12. Jh.) den geistlichen, seit dem 13. Jh. auch den (niederen) weltlichen Amts- und Würdenträger. Neuerliche Entlehnung aus mlat. decanus ergibt Decan (15. Jh.), Dekan (18. Jh.) ‘Vorsitzender einer Fakultät’, auch (seit 16. Jh.) ‘Vorsteher eines kirchlichen Amtsbezirks, eines geistlichen Kollegiums’. Im kirchlichen Bereich stehen heute (zum Teil regional und konfessionell unterschieden) Dekan und Dechant nebeneinander.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Dekan  männl. · Dekanin  weibl. · Fakultätsvorsteher  männl. · Fakultätsvorsteherin  weibl. · Spektabilität  akademisch, Anredeform, formell

Typische Verbindungen zu ›Dekan‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dekan‹.

Artistenfakultät Charité Dekan DekanIn Dekanat Domkapitel Fachbereich Fakultät Juristenfakultät Kanoniker Kardinalbischof Kardinalskollegium Kirchenbezirk Musikfakultät Prodekan Propst Prorektor Provost Rechtsfakultät Rektor Stadtpfarrer Studiendekan Vizedekan Vizerektor Wirtschaftsfakultät altägyptisch amtieren ansbacher bautzener leiten

Verwendungsbeispiele für ›Dekan‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einem ehrgeizigen Dekan blieb es vorbehalten, diese Front zu durchbrechen. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 03.03.1931]
Deswegen bemüht sich der Dekan um Zusammenarbeit mit der Industrie. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Der Dekan erklärte mir: Er sei davon ebenso wie ich nur »von oben herab« in Kenntnis gesetzt worden. [Die Zeit, 26.12.2011, Nr. 52]
Durch den hauptamtlichen Dekan gewinnen die Professoren nun Zeit für ihre eigentliche Arbeit. [Die Zeit, 10.01.2011, Nr. 02]
In meinem Rücken ruft Sharon dem vorbeieilenden Dekan ein paar Worte zu. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 3]
Zitationshilfe
„Dekan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dekan>.

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