Demagoge, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Demagogen · Nominativ Plural: Demagogen
Nebenform seltenDemagog · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Demagogen · Nominativ Plural: Demagogen
WorttrennungDe-ma-go-ge · De-ma-gog
HerkunftGriechisch
eWDG, 1967

Bedeutung

Volksverführer, Aufwiegler
Beispiele:
er galt als Demagoge/Demagog
jmdn. als Demagogen verfolgen
sich von Demagogen verführen lassen
Patrioten, die ... als Demagogen büßen mußten [H. MannZeitalter26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demagoge · demagogisch
Demagoge m. ‘Volksverführer, Aufwiegler’, entlehnt Mitte des 18. Jhs. aus griech. dēmagōgós (δημαγωγός), einer Zusammensetzung aus griech. dḗmos (δῆμος) ‘Volk’ und agōgós (ἀγαγός) ‘Leiter, Führer’ (s. ↗Pädagoge). In den griechischen Demokratien, besonders in Athen, bezeichnet das Wort zunächst einen angesehenen Leiter und Ratgeber des Volkes, seit Kleon (gest. 422 v. u. Z.) einen ‘Verführer und Hetzer’. Vorwiegend in dieser Verwendung setzt es sich in zahlreichen Sprachen durch (engl. demagogue, frz. démagogue 17. Jh.). Im Dt. wird Demagoge (oft auch Demagog) besonders als Schimpfwort während der Auseinandersetzungen mit progressiven Bewegungen des 19. Jhs. geläufig (vgl. Demagogenriecherei 1830, Demagogenjagd, -verfolgung). demagogisch Adj. ‘Demagogie treibend, aufwieglerisch’ (Ende 18. Jh.), vgl. frz. démagogique; zum Schlagwort (der Reaktion) wird die nach den Karlsbader Beschlüssen (1819) geläufige Verbindung demagogische Umtriebe. In neuerer Zeit meint demagogisch vor allem ‘mit trügerischen Versprechungen und geschickter Entstellung der Wahrheit zu täuschen suchend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Agitator · ↗Aufhetzer · ↗Aufrührer · ↗Aufwiegler · Demagoge · ↗Einpeitscher · ↗Hassprediger · ↗Hetzer · ↗Populist · ↗Scharfmacher · ↗Volksaufwiegler · ↗Volksverführer · ↗Volksverhetzer  ●  ↗(geistiger) Brandstifter  fig. · ↗Brunnenvergifter  fig. · ↗Provokateur  franz. · Seelenvergifter  fig.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agitator Couleur Dilettant Fanatiker Ideologe Nährboden Opportunist Populist Scharlatan Schlage Spielwiese Träumer Volksverhetzer begabt begnadet charismatisch extremistisch gewissenlos geübt großserbisch instinktsicher nationalistisch populistisch rechtspopulistisch rechtsradikal skrupellos verantwortungslos verbrecherisch völkisch wortgewaltig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Demagoge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt plötzlich saßen sie mit den Demagogen in einem Boot.
Der Tagesspiegel, 16.10.2003
Es ist jetzt wieder die Zeit der Demagogen - es ist ihre Zeit.
Die Welt, 13.10.2000
Lutz gab heute ohne weiteres zu, damals ein Demagoge gewesen zu sein.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 198
Man hatte bei ihm das Gefühl, einen halben Demagogen vor sich zu haben.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Der Satz von der steigenden Bedeutung des Demagogen ist in diesem üblen Sinn nicht selten zutreffend gewesen und ist im richtigen Sinn tatsächlich zutreffend.
Weber, Max: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1918], S. 201
Zitationshilfe
„Demagoge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Demagoge>, abgerufen am 23.02.2019.

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