Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Demagoge, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Demagogen · Nominativ Plural: Demagogen
Nebenform selten Demagog
Worttrennung De-ma-go-ge ● De-ma-gog (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Demagoge‹ als Erstglied: demagogisch
Herkunft aus gleichbedeutend dēmagōgósgriech (δημαγωγός) < dḗmosgriech (δῆμος) ‘Volk’ + agōgósgriech (ἀγωγός) ‘Leiter, Führer’
eWDG

Bedeutung

Volksverführer, Aufwiegler
Beispiele:
er galt als Demagoge/Demagog
jmdn. als Demagogen verfolgen
sich von Demagogen verführen lassen
Patrioten, die … als Demagogen büßen mußten [ H. MannZeitalter26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demagoge · demagogisch
Demagoge m. ‘Volksverführer, Aufwiegler’, entlehnt Mitte des 18. Jhs. aus griech. dēmagōgós (δημαγωγός), einer Zusammensetzung aus griech. dḗmos (δῆμος) ‘Volk’ und agōgós (ἀγαγός) ‘Leiter, Führer’ (s. Pädagoge). In den griechischen Demokratien, besonders in Athen, bezeichnet das Wort zunächst einen angesehenen Leiter und Ratgeber des Volkes, seit Kleon (gest. 422 v. u. Z.) einen ‘Verführer und Hetzer’. Vorwiegend in dieser Verwendung setzt es sich in zahlreichen Sprachen durch (engl. demagogue, frz. démagogue 17. Jh.). Im Dt. wird Demagoge (oft auch Demagog) besonders als Schimpfwort während der Auseinandersetzungen mit progressiven Bewegungen des 19. Jhs. geläufig (vgl. Demagogenriecherei 1830, Demagogenjagd, -verfolgung). demagogisch Adj. ‘Demagogie treibend, aufwieglerisch’ (Ende 18. Jh.), vgl. frz. démagogique; zum Schlagwort (der Reaktion) wird die nach den Karlsbader Beschlüssen (1819) geläufige Verbindung demagogische Umtriebe. In neuerer Zeit meint demagogisch vor allem ‘mit trügerischen Versprechungen und geschickter Entstellung der Wahrheit zu täuschen suchend’.

Thesaurus

Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Demagoge‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Demagoge‹ und ›Demagog‹.

Verwendungsbeispiele für ›Demagoge‹, ›Demagog‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lutz gab heute ohne weiteres zu, damals ein Demagoge gewesen zu sein. [Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 198]
Der charismatische Demagoge, so scheint es, lebt in verschiedenen Welten. [Die Zeit, 29.04.1994, Nr. 18]
Wenn er redet, so spricht er nicht wie ein Demagoge. [Die Zeit, 20.05.1966, Nr. 21]
Was dabei an deutschem Porzellan zerschlagen wird, ist den Demagogen völlig gleichgültig. [Die Zeit, 09.11.1950, Nr. 45]
Ich fürchte, neben den Demagogen von links werden wir bald auch solche von rechts wieder erleben. [Die Welt, 04.10.2005]
Zitationshilfe
„Demagoge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Demagoge>.

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