Demokrat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Demokraten · Nominativ Plural: Demokraten
Aussprache
WorttrennungDe-mo-krat (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Demokrat‹ als Erstglied: ↗Demokratin  ·  mit ›Demokrat‹ als Letztglied: ↗Christdemokrat · ↗Erzdemokrat · ↗Freidemokrat · ↗Jungdemokrat · ↗Liberaldemokrat · ↗Nationaldemokrat · ↗Sozialdemokrat
eWDG, 1967

Bedeutung

Anhänger der Demokratie, einer demokratischen Partei
Beispiele:
ein echter, eifriger Demokrat
ein bürgerlicher Demokrat
als Demokrat auftreten, sprechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demokratie · Volksdemokratie · Sozialdemokratie · demokratisch · demokratisieren · Demokratisierung · Demokratismus · Demokrat
Demokratie f. ‘Herrschaft der Mehrheit eines Volkes, Staat mit demokratischer Regierungsform’, meist ungenau oder vereinfachend mit ‘Volksherrschaft’ wiedergegeben. Ins Dt. Ende des 16. Jhs. über lat. dēmocratia aus griech. dēmokratía (δεμοκρατία) entlehnt, entstanden aus griech. dḗmos (δῆμος) ‘Volk’ und kraté͞in (κρατεῖν) ‘herrschen’ als Gegenbegriff zu oligarchía (ὀλιγαρχία) ‘Herrschaft der wenigen’, zu griech. árchein (ἄρχειν) ‘herrschen’ (s. ↗Oligarchie), der Bezeichnung der durch die Demokratie verdrängten Staatsform (s. Debrunner in: Festschr. Tièche (1947) 15). Als Muster der Demokratie gilt der Antike die von Kleisthenes nach dem Sturz des Tyrannen Hippias 510 v. u. Z. geschaffene Verfassung. Im Dt. wird Demokratie bis in die 2. Hälfte des 18. Jhs. vorwiegend in Übersetzungen antiker Autoren (Thukydides, Polybios) verwendet, jedoch seit dem 17. Jh. in theoretisierenden Schriften auf deutsche Verhältnisse bezogen (Micraelius 1639, Dielhelm 1740). Erst Ende des 18. Jhs. setzt sich das Wort unter dem Einfluß der französischen Revolution in unterschiedlichen Bedeutungsvarianten durch. Die bis in jüngste Zeit fortbestehenden Sach- und Begriffsunterschiede finden ihren sprachlichen Ausdruck in zahlreichen Attribuierungen wie direkte, repräsentative, soziale, parlamentarische Demokratie oder bürgerliche bzw. sozialistische Demokratie und in Zusammensetzungen wie Volksdemokratie f. (1947), der Entsprechung von russ. naródnaja demokrátija (народная демократия), sowie Sozialdemokratie f. (seit etwa 1850, nach frz. démocratie sociale) zunächst im Sinne von ‘soziale Demokratie’, dann für die Gesamtheit der Anhänger der sozialdemokratischen Bewegung. Dazu die Ableitungen demokratisch Adj. ‘den Grundsätzen der Demokratie entsprechend, freiheitlich, nichtautoritär’ (Ende 16. Jh.), im wesentlichen dem Gebrauch des Substantivs folgend, demokratisieren Vb. ‘demokratisch gestalten oder umgestalten’ (Ende 18. Jh.), aus frz. démocratiser entlehnt, Demokratisierung f. (um 1850) sowie Demokratismus m. frz. démocratisme, engl. democratism entsprechend, seit den 90er Jahren des 18. Jhs. bezeugt und weithin gleichbed. mit Demokratie. Demokrat m. ‘Anhänger der Demokratie, Mitglied einer demokratischen Partei’; aus frz. démocrate um 1760 entlehnt. Neben Demokratie, ↗Aristokratie (s. d.) und ↗Bürokratie (s. d.) spielen in der Literatursprache einige Wortschöpfungen dieses Typs eine gewisse Rolle, darunter solche, die auf das Griech. zurückgehen wie Autokratie, Plutokratie, Theokratie (alle 19. Jh.); weitere sind aus anderen Sprachen entlehnt: Physiokratie (18. Jh.) aus dem Frz., Technokratie (1932) aus dem Amerik.-Engl. Das zweite Kompositionsglied ist, wie zahlreiche Gelegenheitsbildungen und Modeausdrücke zeigen, zur Kennzeichnung vermeintlicher Herrschaftsformen reihenbildend geworden: Bankokratie (M. Heß 1850), Logokratie (Hiller 1920), Expertokratie (1970), Telekratie (1976), Filzokratie (1977).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fraktionsvorsitzende Gemeinsamkeit Kandidat Kommunist Kongreß Konsens Konservative Liberale Parteitag Präsidentschaftskandidat Präsidentschaftskandidatur Rechtsnationale Repräsentantenhaus Republikaner Senat Sozialdemokrat Sozialist Volkspartei Vorwahl aufrecht christlich frei führend konservativ liberal linksliberal lupenrein oppositionell radikal überzeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Demokrat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für die Demokraten ist das eine riesige Chance, die sie auf keinen Fall verspielen wollen.
Die Zeit, 05.05.2008, Nr. 19
Dort hatten seit den dreißiger Jahren die Demokraten eine Mehrheit.
Die Welt, 15.03.2006
Nach der Wahl legten die Freien Demokraten dagegen ihr Veto ein.
o. A. [Bar.]: Investitionshilfeabgabe. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1983]
Aber äußerlich schienen sich die Kommunisten wie gute Demokraten zu gebärden.
Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19480
Denn bis jetzt, das durfte man sich nicht verhehlen, überwogen auch dort die leidigen Demokraten.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 129
Zitationshilfe
„Demokrat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Demokrat>, abgerufen am 19.07.2019.

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