Demonstration, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Demonstration · Nominativ Plural: Demonstrationen
WorttrennungDe-mons-tra-ti-on · De-monst-ra-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Demonstration‹ als Erstglied: ↗Demonstrationsmaterial · ↗Demonstrationsobjekt · ↗Demonstrationszug
 ·  mit ›Demonstration‹ als Letztglied: ↗Antikriegsdemonstration · ↗Arbeiterdemonstration · ↗Friedensdemonstration · ↗Gegendemonstration · ↗Kampfdemonstration · ↗Machtdemonstration · ↗Maidemonstration · ↗Massendemonstration · ↗Montagsdemonstration · ↗Protestdemonstration · ↗Studentendemonstration
 ·  mit ›Demonstration‹ als Grundform: ↗Demo
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
öffentliche Massenkundgebung unter freiem Himmel
Beispiele:
vor dem Rathaus fand eine (eindrucksvolle, machtvolle, überwältigende) Demonstration gegen den Krieg, für den Frieden statt
durch die Verhaftung des Arbeiters kam es zu einer (spontanen) Demonstration
die Bevölkerung zu einer Demonstration aufrufen
heraus zur Demonstration am 1. Mai!
sich zu einer Demonstration zusammenfinden, an einer Demonstration beteiligen
die Massen protestierten durch eine, in einer Demonstration
die Demonstration dauerte eine Stunde
die Polizei löste die Demonstration mit Gewalt auf
eine Demonstration veranstalten
Durch eine Demonstration des Elends beabsichtigte er, den Krönungszug zu stören [BrechtDreigroschenoperIII 1]
2.
eingehende Darlegung, anschauliche Beweisführung
a)
Beispiele:
eine Vorlesung mit zahlreichen Demonstrationen
den naturwissenschaftlichen Unterricht durch Demonstrationen interessanter gestalten
im Vortrag wurden ausführliche, eindeutige Demonstrationen gegeben
b)
Bekundung
Beispiele:
die Kundgebung auf dem Marktplatz war eine machtvolle Demonstration für den Frieden
wir sehen diese Handlung als Demonstration des guten Willens an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

demonstrieren · Demonstration · Demonstrant · demonstrativ
demonstrieren Vb. ‘öffentlich kundtun, darlegen, vorführen’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus lat. dēmōnstrāre (dēmōnstrātum) ‘deutlich bezeichnen, hin-, nachweisen, darlegen’, dem durch dē- (s. ↗de-) verstärkten mōnstrāre ‘zeigen, (hin)weisen’ (s. ↗Monstranz). Die Bedeutung ‘öffentlich bekunden, an einer Demonstration teilnehmen’ setzt sich unter semantischer Einwirkung des nachfolgenden Substantivs nach 1850 durch. Demonstration f. ‘anschauliche Darlegung, Massenkundgebung’. In der Bedeutung ‘Darlegung’ Mitte 16. Jh. aus gleichbed. lat. dēmōnstrātio (Genitiv dēmōnstrātiōnis) entlehnt. Vielleicht unter Einfluß von ital. dimostrazione entwickelt sich die Anwendung ‘militärische Operation zur Täuschung des Feindes’ (Mitte 18. Jh.), unter Einfluß von engl. demonstration die Bedeutung ‘öffentliche Kundgebung zur Durchsetzung politischer Ziele’ (Mitte 19. Jh.). Demonstrant m. ‘durch Demonstration Erklärender’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Teilnehmer an einer Massenkundgebung’ (2. Hälfte 19. Jh.); aus dem Part. Präs. lat. dēmōnstrāns (Genitiv dēmōnstrantis). demonstrativ Adj. ‘anschaulich, auffallend, beweisend, hinweisend’, Anfang 18. Jh. aus lat. dēmōnstrātīvus ‘hinweisend’, auch als grammatischer Terminus, besonders in der Fügung spätlat. (prōnōmen) dēmōnstrātīvum ‘hinweisendes Fürwort’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufführung · ↗Darstellung · Demonstration · ↗Präsentation · ↗Vorführung · ↗Vorstellung  ●  Präse  ugs., salopp, Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
Beweis · Demonstration · ↗Vorführung
Synonymgruppe
Demonstration · ↗Kundgebung · ↗Protest · ↗Protestmarsch · ↗Protestzug · öffentliche Protestaktion  ●  Demo  ugs. · ↗Protestation  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Demonstration · ↗Illustration · ↗Veranschaulichung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufruf Ausschreitung Kundgebung Motto Protest Streik Stärke Teilnahme Teilnehmer Verbot angekündigt angemeldet anmelden antiamerikanisch auflösen aufrufen beteiligen eindrucksvoll friedlich genehmigt geplant gewaltsam gewalttätig machtvoll organisieren spontan teilnehmen verbieten verboten verlaufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Demonstration‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Demonstration hat sich in ihrem Charakter jedoch grundlegend geändert, sie ist, wenn man so will, technikorientiert geworden.
Die Zeit, 13.12.2010, Nr. 50
Dann gehen auch mal Scheiben zu Bruch, oder es gibt da Demonstrationen.
Der Spiegel, 03.04.1989
Diese Demonstration der Stärke diene nur dazu, den Frieden zu erhalten.
o. A.: 1939. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1983], S. 2829
In keinem bundesdeutschen Gesetz findet sich allerdings das Wort Demonstration.
o. A. [ker.]: Demonstrationsrecht. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1981]
Da werden Sie sich eben zu dieser Demonstration entschlossen haben.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 84
Zitationshilfe
„Demonstration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Demonstration>, abgerufen am 13.11.2018.

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