Denkzettelwahl, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Denkzettelwahl · Nominativ Plural: Denkzettelwahlen
Aussprache [ˈdɛŋkʦɛtl̩ˌvaːl]
Worttrennung Denk-zet-tel-wahl
Wortzerlegung DenkzettelWahl
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutung

umgangssprachlich Wahl (2), bei der die Wähler als (exemplarische) Strafe ihren Unmut über die zur Wahl stehenden Kandidaten oder Parteien zum Ausdruck bringen
siehe auch Protestwahl
Beispiele:
Wem es vor allem um Protest und eine »Denkzettelwahl« geht, für den kann die FPÖ (= Freiheitliche Partei Österreichs) eine Alternative darstellen. [Der Standard, 09.04.2014]
Krisenfrust beschert Irland eine Denkzettelwahl [Titel] [Spiegel, 24.02.2011 (online)]
Die Genossen haben die Wahl an Rhein und Ruhr zur »Denkzettelwahl« über die Politik der Bundesregierung erklärt. [Spiegel, 07.05.2010 (online)]
Die Sozialisten haben dazu aufgerufen, den Urnengang in den 22 Regionen zu einer »Denkzettelwahl« für die liberal-konservative Regierung in Paris zu machen. [Welt am Sonntag, 21.03.2004]
[…] mit welchem Etikett würden Sie die Wahldebakel der SPD versehen – Denkzettelwahl, Protestwahl, Korrektur der Bundestagswahl? [Berliner Zeitung, 04.02.2003]
Unzufriedene Menschen könnten angesichts der massiven Volksverführung der extrem rechten Parteien in die Versuchung kommen, mit einer »Denkzettelwahl« ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. [Bild, 31.08.1999]
Massive Vertrauensverluste in politische Institutionen, Wahlabstinenz, Denkzettelwahlen, vorgeschobene Ausländerfeindlichkeit: Alles Signale dafür, daß die im Bundestag vertretenen Parteien immer weniger die Interessen breiter Wählergruppen abdecken. [Berliner Zeitung, 30.04.1992]
Zitationshilfe
„Denkzettelwahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Denkzettelwahl>, abgerufen am 30.05.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Denkzettel
Denkzentrum
Denkzeichen
Denkwürdigkeit
denkwürdig
denn
dennoch
Denobilitation
denobilitieren
Denomination