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Derivat, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Derivat(e)s · Nominativ Plural: Derivate
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Derivat(e)s · Nominativ Plural: Derivata
Aussprache
WorttrennungDe-ri-vat
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Derivat‹ als Letztglied: ↗Finanzderivat · ↗Kreditderivat
eWDG, 1967

Bedeutung

Chemie abgeleitete Verbindung, Abkömmling
Beispiel:
ein Derivat des Alkohols, Phenols
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

derivieren · Derivation · Derivat
derivieren Vb. ‘ab-, herleiten’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. dērīvāre (dērīvātum) ‘Wasser, eine Flüssigkeit ableiten’, einer Präfixbildung (s. ↗de-) zu lat. rīvus ‘Bach, Wassergraben, Wasserleitung’, daher eigentl. ‘Wasser ab-, wegleiten’, in der antiken Grammatik ‘ein Wort von einem anderen ab-, herleiten’. Derivation f. ‘Ab-, Herleitung’ (16. Jh.), aus gleichbed. lat. dērīvātio (Gen. dērīvātiōnis). Derivat n. ‘Abgeleitetes’, speziell ‘chemische Verbindung, die aus einer anderen abgeleitet wird’ und (in der Grammatik) ‘abgeleitetes Wort’ (Ende 19. Jh.), Entlehnung aus lat. dērīvātum, dem substantivierten Part. Perf. von lat. dērīvāre (s. oben). Als grammatischer Terminus in dt. Texten schon seit dem 17. Jh. in lat. Form.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abart · ↗Abwandlung · ↗Anpassung · ↗Ausführung · ↗Modifikation · ↗Mutation · ↗Variante · ↗Variation · ↗Version · ↗Veränderung  ●  ↗Spielart  ugs.
Chemie
Synonymgruppe
Ökonomie
Synonymgruppe
derivatives Finanzinstrument
Unterbegriffe
  • binäre Option · digitale Option
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleihen Benzol Bilanzierung Devisen Edelmetallen Eigenhandel Emittenten Finanzinstrumente Finanzprodukte Futures Handel Handelsplattform Hebelwirkung Hedgefonds Kreditausfallversicherungen Leerverkäufen Marktrisiken Nominalwert Optionsscheine Risikomanagement Rohstoffen Swaps Termingeschäfte Verbriefung Wertpapieren Zertifikate absichern börsengehandelte verbrieften verspekuliert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Derivat‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie kommt ein Derivat zu einem Rating, das selbst hoch soliden Unternehmen oft verwehrt wird?
Die Zeit, 06.10.2004, Nr. 41
Denn das Derivat verbrieft das Recht, die Aktie zu einem festgelegten Kurs zu verkaufen.
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2000
Mit der Aussage wurde ein extremes Derivat der Auslegung sichtbar gemacht.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 152
Bei der Herstellung der drei ersten Seiden wird die Zellulose in ein Derivat überführt, das versponnen und danach wieder in Zellulose zurückverwandelt wird.
Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 262
Die Soziologie ist in ihrem inhaltlichen Teil ein Annex zur Philosophie des Geistes, ein Derivat der Kulturphilosophie.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 66
Zitationshilfe
„Derivat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Derivat>, abgerufen am 21.09.2017.

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