Deskriptor, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Deskriptors · Nominativ Plural: Deskriptoren
Aussprache  [desˈkʀɪptoːɐ̯]
Worttrennung De-skrip-tor
formal verwandt mit deskribieren
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Begriff zur systematischen Klassifizierung oder Definition eines Objekts, eines Zustands, einer Leistung o. Ä.
Beispiele:
Das standardisierte Beurteilungsraster, das den Deutschlehrerinnen und ‑lehrern für die Korrektur [der Maturaprüfungen] zur Verfügung gestellt – beziehungsweise aufgezwungen – wird, bedeutet dabei noch eine zusätzliche Erschwernis, müssen doch nun zahlreiche sogenannte »Deskriptoren« herangezogen und auf ihren Erfüllungsgrad befragt werden. [Der Standard, 21.04.2015]
metonymisch Wanzen […] sind auf Grund ihrer großen ökologischen Vielfalt ausgezeichnete Deskriptoren und Indikatoren für den naturschutzfachlichen Zustand von Lebensräumen. [Wanzen von Vorarlberg, 01.03.2015, aufgerufen am 06.02.2016]
Dieses spezifische Wein‑Kostbild, das dem Koster als Ergebnis durch Geruch, Geschmack etc. zugänglich ist, lässt sich durch Deskriptoren darstellen. Unter einem sensorischen Deskriptor oder Attribut versteht man eine kostmäßig abgrenzbare und benennbare Geschmacksqualität. Im Regelfall lässt sich ein Deskriptor auf eine oder mehrere konkrete chemische Verbindungen zurückführen. [Terroirfindung durch Sensorik, 03.05.2011, aufgerufen am 15.09.2018]
Er definiert Kultur als kollektive mentale Programmierung und hat ein System von Deskriptoren entwickelt, womit Kulturen unterschieden werden können. [Welt am Sonntag, 19.10.1997]
[…] Eva wurde nicht nur mit den Wehen der Geburt bestraft, sondern schuldete fortan auch dem Mann Gehorsam. Ein für allemal waren damit die Deskriptoren männlicher und weiblicher Existenz festgeschrieben. Wurde der Mann über seine weltliche Tätigkeit definiert, so die Frau über ihre Geschlechtsrolle. [Süddeutsche Zeitung, 13.08.1993]
a)
Informations- und Telekommunikationstechnik Kenn- oder Schlüsselwort, durch das der Inhalt einer Information charakterisiert wird und das der Einordnung von Daten dient und deren Auffindbarkeit erleichtert
Beispiele:
Deskriptoren sind Abkürzungen in Buchstabenform, die bestimmten Bereichen mit arabischen Ziffern zugeordnet sind. Aus einer Tabelle lässt sich mit den Bereichen und Deskriptoren die sogenannte Celex‑Nummer eines Dokuments genau bestimmen. Mit der Celex‑Nummer lässt sich gezielt auf ein ganz bestimmtes Dokument zugreifen. So gelangt man etwa über den Bereich 3 und den Deskriptor R in den Bereich der gesamten Verordnungen auf EU‑Ebene. [EUR-Lex und EU-DSGVO, 22.08.2019, aufgerufen am 18.10.2019]
Wählt ein Rechercheur gezielt Deskriptoren zur Informationssuche, so wird die Qualität und Ausbeute themenrelevanter Treffer besser. [Infobroker Blog, 30.05.2016, aufgerufen am 14.09.2018]
Darunter [unter »Tagging«] ist das gemeinsame Verschlagworten von Informationen zu verstehen. Ein »Tag« könnte mit einem Deskriptor in einem hierarchischen Thesaurus (= systematische Wörtersammlung) verglichen werden, allerdings sind Tags nicht durch ein hierarchisches Ordnungssystem von ExpertInnen definiert, sondern sind individuell frei definierbar. [CoP-Social Software-Schule, 01.05.2007, aufgerufen am 05.06.2015]
Mit Hilfe von Deskriptoren oder auch durch Kombinationen mehrerer ist es möglich, den Inhalt von Aufsätzen oder Monographien in einer Kurzform präzise darzustellen, in Karteien oder auch auf Datenträgern moderner Anlagen zu speichern und bei Bedarf wieder für die Wissenschaft oder andere Nutzer zur Verfügung zu stellen. [Neues Deutschland, 26.03.1977]
Hierzu [zur Objekterkennung in Bildern] möchte ich verschiedene Bilder untersuchen, welche diverse Objekte beinhalten und jeweils die Deskriptoren der erkannten Objekte in einer externen Datenbank speichern. Bei jedem Laden der App sollen dann automatisch die gespeicherten Deskriptoren geladen und für das Matching mit dem über die Kamera aktuell fokussierten Bild herangezogen werden. [Bilddeskriptor in Datenbank speichern, 21.06.2016, aufgerufen am 18.10.2019]
b)
Elektronik in bestimmten Prozessoren vorkommende Struktur, die ein Segment des Hauptspeichers hinsichtlich Größe, Funktion, Position o. Ä. beschreibt
Beispiele:
Wann immer ein Programm im Protcted Mode einen Speicherblock alloziert, wird in dessen Deskriptor eingetragen, wie viele Bytes er enthält. […] Die CPU kann aber nur 8192 solcher Deskriptoren verwalten, das heißt, ein Programm kann maximal 8192 Speicherblöcke – abzüglich der schon vom Betriebssystem oder anderen Programmen belegten – zugeteilt bekommen. [C’t, 1993, Nr. 8]
Der [Prozessor] 80386 hat nicht zwei verschiedene Protected Mode für 16‑Bit‑ und 32‑Bit‑Programme. Der Unterschied liegt allein in den Deskriptoren für die Segmente, die ein Programm verwendet. 16‑Bit‑Code ist dadurch gekennzeichnet, daß ein bestimmtes Bit im Deskriptor des Codesegments gelöscht ist, das sogenannte D‑Bit. [C’t, 1992, Nr. 9]
Ist das Default‑Bit im Deskriptor des aktuellen Codesegments gesetzt, arbeitet der Prozessor mit einer »Standardverarbeitungsbreite« von 32 Bit, ansonsten mit 16 Bit[…]. [C’t, 1992, Nr. 8]
Mit Hilfe der in einem Deskriptor abgelegten Typinformation unterscheidet der Prozessor zwischen Programmcode und Daten und kann dadurch verhindern, daß ein Programm den Inhalt eines Datensegments als Code ausführt. [C’t, 1992, Nr. 8]

Thesaurus

Synonymgruppe
Deskriptor · ↗Kennwort
Computer
Synonymgruppe
Deskriptor · ↗Schlagwort
Zitationshilfe
„Deskriptor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Deskriptor>, abgerufen am 25.09.2020.

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