Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Despot, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Despoten · Nominativ Plural: Despoten
Aussprache 
Worttrennung Des-pot
Wortbildung  mit ›Despot‹ als Erstglied: Despotismus · despotisch  ·  mit ›Despot‹ als Grundform: Despotie
Herkunft zu despótēsgriech (δεσπότης) ‘Herr (im Gegensatz zum Sklaven), unumschränkter Herrscher’
eWDG

Bedeutung

Gewaltherrscher, Tyrann
Beispiele:
ein grausamer Despot
der Despot unterdrückt seine Untertanen
Die Sozialisten der Zeit … haßten den Despoten [ H. MannZeitalter502]
übertragen
Beispiele:
er spielte sich seiner Umgebung gegenüber als Despot auf
er war der Despot seiner Familie
ihm ging der Ruf voran, ein Despot zu sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Despot · despotisch · Despotismus · Despotie
Despot m. ‘Gewalt-, Willkürherrscher’. Griech. despótēs (δεσπότης) ‘Herr’ (im Gegensatz zum Sklaven), ‘unumschränkter Herrscher’ wird im byzantinischen Reich höfischer Titel. Er gilt ursprünglich nur für den Kaiser, geht später über auf Angehörige des Kaiserhauses und auf Herrscher, die ein Fürstentum an den Grenzen des Reiches ererben bzw. besitzen. In dieser Verwendung gelangt die Bezeichnung, vor allem als Titel bestimmter Balkanfürsten, in verschiedene Sprachen Südosteuropas und im 15. Jh. ins Deutsche. Griech. despótēs bedeutet ursprünglich ‘Hausherr’ wie das etymologisch übereinstimmende aind. dámpatiḥ. Das Vorderglied des-, ie. *dems- ist wahrscheinlich Genitiv eines Wortes für ‘Haus’, das mit Ablaut und jüngerer Stammbildung in griech. dómos (δόμος), lat. domus vorliegt; das Hinterglied ist umgebildet aus ie. *potis ‘Herr, Gemahl’, der Ausgangsform von gleichbed. aind. pátiḥ, griech. pósis (πόσις) ‘Gemahl’ sowie lat. potis Adj. ‘vermögend, mächtig’. Mitte des 18. Jhs. entwickelt sich die Bedeutung „Herrscher, der kein anderes Gesetz als das seiner Willkühr anerkennt“ (Campe), d. h. ‘Tyrann’, übertragen ‘herrischer Mensch’. despotisch Adj. ‘gewalttätig, willkürlich’ (2. Hälfte 17. Jh.); Despotismus m. (Mitte 18. Jh.) und Despotie f. ‘Gewalt-, Willkürherrschaft’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Politik
Synonymgruppe
Diktator · Gewaltherrscher · Tyrann · Unterdrücker · uneingeschränkter Machthaber  ●  Despot  geh. · Zwingherr  geh., historisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Despot‹ (berechnet)

Hof Porträt Regime Sturz Tod Tyrannei afrikanisch arabisch asiatisch aufgeklärt belgrader brutal devot exzentrisch gestürzt grausam irakisch korrupt libysch liess loswerden minsker nervenkrank orientalisch simbabwisch stürzen turkmenisch weissrussische weissrussischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Despot‹.

Verwendungsbeispiele für ›Despot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings erinnerte er in nichts mehr an diesen asiatischen Despoten. [Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 164]
Der Despot scheut vor nichts zurück, um seine Macht zu retten, die nicht mehr zu retten ist. [Die Zeit, 21.02.2011, Nr. 08]
Der Prozess ist ein klares Signal an die übrigen Despoten der Region. [Die Zeit, 27.12.2010 (online)]
An seinem neuen Image will der Despot nun systematisch arbeiten. [Die Zeit, 11.09.2000, Nr. 37]
Benimmt er sich nicht jetzt schon mitunter wie ein asiatischer Despot? [Die Zeit, 13.09.1991, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Despot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Despot>.

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