Destabilisierung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Destabilisierung · Nominativ Plural: Destabilisierungen · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungDe-sta-bi-li-sie-rung
Wortzerlegungdestabilisieren-ung
Wortbildung mit ›Destabilisierung‹ als Erstglied: ↗Destabilisierungsstrategie
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Störung oder Verlust eines Gleichgewichts, eines stabilen Zustands
Beispiele:
Wollen wir eine gemeinsame Antwort geben auf eine russische Regierung, die ihre Stärke augenscheinlich aus der Destabilisierung und Schwächung von Nachbarn beziehen will? [Welt am Sonntag, 10.03.2019, Nr. 10]
Vor allem die Destabilisierung demokratischer Institutionen, die Manipulation der Öffentlichkeit durch ein Bombardement von Lügen treffen den Lebensnerv westlicher Demokratien: die Konsensfindung auf der Basis einer fairen und sachlichen Streits. [Süddeutsche Zeitung, 08.05.2018]
Die durch das Erdbeben entstandene Destabilisierung der Landschaft baue sich nach und nach ab. Im Verlauf von Monaten bis Jahren, je nach Witterung, Gestein und Stärke des Bebens, entwickle sich dieser Zustand wieder auf das Niveau vor dem Beben zurück: Die Risse würden sich langsam wieder schließen oder füllten sich mit Sand und Erde, bis die Landschaft wieder zu ihrer ursprünglichen Gefährdungslage zurückkehre. [Der Standard, 31.08.2015]
Die EZB (= Europäische Zentralbank) begrüsst die Etablierung eines permanenten Krisenmechanismus und plädiert dafür, den European Stability Mechanism (ESM) so auszustatten, dass künftig eine Destabilisierung der Märkte abgewehrt wird. [Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2011]
Die gleiche Destabilisierung der Kriterien zeigt sich schließlich in der Frühmoderne auch in der Religion und nimmt der Religion damit die Möglichkeit, anderen Systemen Stabilisationshilfen anzudienen. [Luhmann, Niklas, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1997, S. 493]
1928 begann [in der Sowjetunion] mit dem ersten Fünfjahresplan die forcierte Industrialisierung und damit ein tiefgreifender Umbruch der gesamten sozialen Strukturen; die Kollektivierung der Landwirtschaft (seit 1929) verschärfte noch die soziale Destabilisierung. [o.A., Enzyklopädie des Nationalsozialismus – S, in: Wolfgang Benz / Hermann Graml / Hermann Weiß (Hg.), Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Stuttgart: Klett-Cotta 1997, S. 2598]
In Tabelle 5.4 sind die Bildungskonstanten gemischter Thiocyanatohalogenokomplexe gesammelt. Daraus ist ersichtlich, daß eine »Stabilisierung« oder »Destabilisierung« der Komplexe infolge einer einfachen Vereinigung der Liganden sowie auch ihrer Wechselwirkung miteinander zustande kommt. [o.A.[Autorenkollektiv], Chemie der Pseudohalogenide, Berlin: Deutscher Verl. d. Wiss. VEB. 1978, S. 254]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine dauerhafte, drohende, ernsthafte, fortschreitende, gefährliche, nachhaltige, neuerliche, systematische, zunehmende Destabilisierung; eine globale, innenpolitische, regionale, weltweite Destabilisierung; die finanzielle, gesellschaftliche, ökonomische, politische, psychische, soziale, wirtschaftliche Destabilisierung
mit Genitivattribut: die Destabilisierung des Landes, der Region, der Lage, des Regimes, des Finanzsystems, der Finanzmärkte
als Akkusativobjekt: eine Destabilisierung befürchten, fürchten, bewirken, riskieren, verhindern
als Genitivattribut: die Gefahr, das Risiko einer Destabilisierung
in Präpositionalgruppe/-objekt: zu einer Destabilisierung beitragen, führen; vor einer Destabilisierung warnen

Thesaurus

Synonymgruppe
Destabilisierung  geh. [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]

Typische Verbindungen zu ›Destabilisierung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Chaos Eskalation Faktor Finanzsystem Flüchtlingsstrom Gefahr Kaukasus Lage Nachbarland Nachbarstaat Nordkaukasus Ostblock Regime Region Stabilisierung Verhinderung Weltwirtschaft abzielen befürchten beitragen bewirken drohend entgegenwirken fortschreitend fürchten innenpolitisch neuerlich regional riskieren warnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Destabilisierung‹.

Zitationshilfe
„Destabilisierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Destabilisierung>, abgerufen am 25.01.2020.

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