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Destille, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Destille · Nominativ Plural: Destillen
Aussprache 
Worttrennung De-stil-le · Des-til-le
formal verwandt mitDestillation
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, umgangssprachlich, abwertend Gastwirtschaft, in der vorwiegend Branntwein ausgeschenkt wird
Beispiele:
in einer Destille verkehren
von Destille zu Destille ziehen
Ich lasse mir aus einer Destille nahebei einen Bissen zu essen holen [ KlugeZaubergeige163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

destillieren · Destillation · Destillat · Destille
destillieren Vb. ‘flüssige Stoffe durch Verdampfen und Wiederverflüssigung reinigen und von anderen Stoffen trennen’, um 1400 aus lat. dēstīllāre, distīllāre ‘herabträufeln’ (zu lat. stīllāre ‘träufeln, tröpfeln’, stīlla ‘Tropfen’) entlehnt; bis Mitte des 16. Jhs. nur, bis Anfang des 19. Jhs. häufig distillieren. – Destillation f. ‘Verdampfung und Kondensation von Flüssigkeiten’, um 1500 aus lat. dēstīllātio (Genitiv dēstīllātiōnis) ‘das Herabträufeln’ entlehnt. Im Sinne von ‘Schankwirtschaft’ (2. Hälfte 19. Jh.) aus Destillationsanstalt (Anfang 19. Jh.) verkürzt. Destillat n. ‘Destillationsprodukt’, in der 1. Hälfte des 16. Jhs. aus lat. dēstīllātum, Part. Perf. von lat. dēstīllāre (s. oben). Destille f. ‘Branntweinschenke, Ausschank’ (Ende 19. Jh.); umgangssprachliche Kurzform für Destillation.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bar · Bierkeller · Kneipe · Lokal · Schankwirtschaft · Schenke · Schänke · Wirtschaft  ●  Beize  schweiz., badisch · Bierpalast  veraltet · Dorfkrug  norddeutsch · Gaststätte  Hauptform · Pub  engl. · Stampe  berlinerisch · Tavernwirtschaft  veraltet · Beisel  ugs., ostösterreichisch · Beiz  ugs., schweiz. · Boaz (Tirol, vereinzelt)  ugs. · Boiz (Neckarraum)  ugs., selten · Destille  ugs., berlinerisch · Gasthaus  ugs., südösterreichisch · Pinte  ugs., ruhrdt., veraltend · Schwemme  ugs. · Spunte (Graubünden)  ugs. · Taferne  fachspr., veraltet · Tafernwirtschaft  fachspr., veraltet · Tanke  ugs. · Taverne  fachspr., veraltet · Tränke  ugs. · Wirtshaus  ugs., österr., bayr., Hauptform
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Destille‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dafür hat sie der Destille das Recht verliehen, sich fortan Royal zu nennen. [Süddeutsche Zeitung, 20.04.1996]
Die mexikanischen Destillen kommen nicht mehr hinterher, die Nachfrage ist zu groß. [Der Tagesspiegel, 15.05.2001]
Sie werden daran gehindert, weiter ihr Talent in der Destille zu bilden. [Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 28]
Mit der eigenen kleinen Destille hat sie sich einen Traum erfüllt. [Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08]
Das Haus gab es aber nur im Paket mit der Destille. [Die Zeit, 04.07.2011, Nr. 27]
Zitationshilfe
„Destille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Destille>.

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