Devianz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Devianz · Nominativ Plural: Devianzen
Worttrennung De-vi-anz
Duden GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

besonders Soziologie Abweichung (von der Norm)
Beispiele:
Der Berliner Psychiater […], der Backhaus ausführlich explorierte, hat bei dem Angeklagten eine sexual‑pathologische Devianz diagnostiziert. Als Devianz bezeichnet man ein abnormes Verhalten. Die Steuerungsfähigkeit und damit die Schuldfähigkeit von Backhaus seien eingeschränkt. [Welt am Sonntag, 10.06.2001]
Transsexualität ist für sie eine Varianz der dominanten Geschlechtsidentität, keine Devianz. [Die Zeit, 09.04.2015, Nr. 15]
Geisteskrankheit galt [1817] nicht als Krankheit, sondern als kriminelle soziale Devianz, ihre Träger – Ausgestoßene der Gesellschaft, polizeilicher Macht unterworfen – vegetierten an Ketten gefesselt in dunklen Verließen. [Süddeutsche Zeitung, 23.01.2006]
Es gibt keine Devianz ohne Normen, und die Abweichung zementiert diese; schon vor Durkheim war geläufig, dass Normverletzungen zum normalen Handlungsrepertoire gehören. [Berliner Zeitung, 09.10.1999]
[…] Die Normalität des modernen Wissenschaftsbetriebs ist verrückter, als es die übergeschnappten Professoren in jenen beliebten Anekdoten je sein konnten. Wer sich auf die Suche nach typischen Schrullen oder psychischen Devianzen macht, ist auf der falschen Spur. Sonderlinge und versponnene Partisanen im grauen Hochschulalltag gibt es natürlich auch heute noch. [Die Zeit, 04.09.1992, Nr. 37]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Devianz · abweichendes Verhalten
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Devianz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Devianz>, abgerufen am 27.02.2021.

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