Devise, die

Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
Wahlspruch, Leitsatz, Motto
Grammatik: meist im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die neue, oberste Devise
als Akkusativobjekt: eine Devise ausgeben
in Präpositionalgruppe/-objekt: nach einer [bestimmten] Devise verfahren, handeln; sich an eine Devise halten
als Aktiv-/Passivsubjekt: die Devise lautet, heißt […]
als Prädikativ: es gilt die Devise […]
Beispiele:
Besser reich und gesund als arm und krank, so lautet die neue Devise. [Die Zeit, 29.08.2013, Nr. 36]
Die dümmste aller Devisen bei der Programmplanung [der Fernsehsender] heißt: Wenn nichts mehr läuft – Krimi läuft immer. [Bild am Sonntag, 24.05.2015]
Zudem gilt die Devise, in E‑Mails nicht auf Links von unbekannten Absender zu klicken. [Der Standard, 17.03.2014]
Lieber unbezahlte Überstunden als gar kein Job, lautet die Devise. [Die Welt, 25.06.2003]
Die Devise der Friedensbewegung heißt: Verantwortung und Klugheit, nicht Resignation und Dummheit. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 187]
2.
Finanzwesen, Bankwesen Zahlungsmittel in fremder Währung; Guthaben in fremder Währung im Ausland
Grammatik: meist im Plural
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ausländische, europäische, harte, freie Devisen
als Akkusativobjekt: Devisen [ins Land] bringen; Devisen brauchen, verdienen
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Handel mit Devisen; in Devisen bezahlen
in Koordination: Gold und Devisen
Beispiele:
Kenia[…] sollte mit seinen Rosen harte Devisen verdienen – um mit diesem Geld auf dem Weltmarkt Mais zu kaufen. [Die Zeit, 10.10.2013]
Gold und Devisen sollen [im Iran] unbeschränkt aus dem Ausland eingeführt werden dürfen und können auch wieder privat gehandelt werden. [Süddeutsche Zeitung, 07.08.2018]
Die Schweizer halten Guthaben von netto 640 Mrd. Fr. in Euro, von 502 Mrd. Fr. in Dollars und von 677 Mrd. Fr. in übrigen Devisen. [Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2012]
Mehr als 95 Prozent seiner Devisen bezieht das westafrikanische Land aus dem Ölverkauf. [Der Spiegel, 07.08.2006 (online)]
Steigt das US‑Zinsniveau, also der durchschnittliche Preis des Dollars, wird die Devise kurzfristig gegenüber anderen Währungen stärker. [Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2004] ungewöhnl. Sg.

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Devise · Devisen
Devise f. ‘Wahlspruch, Losung’, in der 2. Hälfte des 16. Jhs. im Sinne von ‘Wappenspruch, -emblem’ aus gleichbed. mfrz. frz. devise entlehnt; ursprünglich das ‘abgeteilte Feld im Wappen’, danach der darin angebrachte ‘Sinnspruch’, seit Anfang des 18. Jhs. allgemein ‘Leitspruch des Handelns, Motto’. Frz. devise ist vom Verb afrz. frz. deviser ‘teilen, zu-, abteilen’, dann ‘anordnen, erzählen’, abgeleitet, das auf vlat. *dēvīsāre, *dīvīsāre (zu lat. dīvīsum, Part. Perf. von lat. dīvidere ‘teilen’, s. dividieren) zurückgeht. Devisen Plur. ‘im Ausland zahlbare Wechsel’ (um 1830), ein unerklärter, wohl im Dt. aufgekommener Wortgebrauch, vgl. Schirmer in: Mutterprache (1949) 68; seit der Inflation von 1923 ‘Zahlungsmittel in ausländischer Währung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leitsatz · Leitspruch · Losung · Motto · Parole · Slogan · Wahlspruch  ●  Credo  fig. · Devise  Hauptform · Maxime  Hauptform · Mantra  ugs., fig.
Oberbegriffe
  • handlungsleitende Norm(en)
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Devise‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Devise‹.

Zitationshilfe
„Devise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Devise>, abgerufen am 03.08.2021.

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