Dezisionismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dezisionismus · Nominativ Plural: Dezisionismen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungDe-zi-si-onis-mus · De-zi-sio-nis-mus
WortzerlegungDezision-ismus
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutung

rechtsphilosophische Anschauung, nach der das als Recht anzusehen ist, was die Gesetzgebung zum Recht erklärt
Beispiele:
Dezisionismus ist der Glaube an die Kraft der Entscheidung, weniger an deren Begründung. [Die Zeit, 03.12.2012, Nr. 49]
Das ist Dezisionismus pur: […] der Glaube, dass Normen nicht durch gute Gründe entstehen, sondern durch einen Faustschlag auf den Tisch. [Der Tagesspiegel, 23.01.2005]
Der theoretische Gegenentwurf zur pluralistischen Kompromißtheorie ist der Dezisionismus, der auf die Autorität und Kraft der Entscheidung setzt und in jeder Kompromißvereinbarung eine bedenkliche Verwässerung eines eindeutigen politischen Willens sieht. [Die Zeit, 25.07.1997, Nr. 31]
Dezisionismus heißt, daß politische Konflikte letztlich nicht in diskursiven Prozessen, sondern durch Entscheidung kraft Übergewicht gelöst werden. [Süddeutsche Zeitung, 02.03.1993]
Du schreibst in den Auseinandersetzungen mit den Theorien Carl Schmitts, das politische Leben eines Verfassungsstaates bestehe nicht aus einer Reihe krampfhaft zugespitzter »Dezisionismen«, sondern aus gegenseitigem Abtasten, Vorfühlen und Zurückweichen; aus dem »Sich-Schlagen« und »Sich-Vertragen«, aus dem Willen sich durchzusetzen ebenso sehr wie aus der Bereitschaft zu verhandeln, nachzugeben, Kompromisse zu schließen. [Die Zeit, 18.09.1981, Nr. 39] ungewöhnl. Pl.
Zitationshilfe
„Dezisionismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dezisionismus>, abgerufen am 13.11.2019.

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