Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Dialekt, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dialekt(e)s · Nominativ Plural: Dialekte
Aussprache  [diaˈlɛkt]
Worttrennung Di-alekt · Dia-lekt
Wortbildung  mit ›Dialekt‹ als Erstglied: Dialektaufnahme · Dialektausdruck · Dialektdichter · Dialektdichtung · Dialektdrama · Dialektform · Dialektforschung · Dialektfärbung · Dialektgebiet · Dialektgedicht · Dialektgeografie · Dialektgeographie · Dialektgrenze · Dialektgruppe · Dialektliteratur · Dialektologie · Dialektsprecher · dialektfrei · dialektgeografisch · dialektgeographisch · dialektisch2
 ·  mit ›Dialekt‹ als Letztglied: Heimatdialekt · Stadtdialekt · Volksdialekt
Herkunft zu diálektosgriech (διάλεκτος) ‘Sprache der Unterhaltung, Umgangssprache, Sprachstil, Mundart’
eWDG

Bedeutung

Mundart
Beispiele:
der heimatliche, schwäbische Dialekt
die deutschen Dialekte
Dialekt reden, im Dialekt sprechen
in den Dialekt seiner Heimat fallen
Georg stellte den Burschen … in unverfälschtem Dialekt zur Rede [ FlakeSchritt35]
Sprachwissenschaft landschaftlich begrenzte, gesprochene oder geschriebene Teilsprache
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dialektik · Dialekt · dialektisch1 · dialektisch2
Dialektik f. ‘philosophische Methode des Denkens, durch Aufstellung und Aufdeckung von Widersprüchen zur Erkenntnis zu gelangen’. Griech. dialektikḗ (διαλεκτική) ist die ‘Kunst der wissenschaftlichen Gesprächsführung, Disputierkunst’, in der griechischen Philosophie die ‘Methode, durch Überwindung der Widersprüche im Gespräch zur Wahrheit vorzustoßen’, zu griech. dialégein (διαλέγειν) ‘auslesen’, medial dialégesthai (διαλέγεσθαι) ‘sich unterreden, besprechen’. Daraus stammt die Entlehnung lat. dialectica, die ins Dt. übernommen wird, zuerst mhd. dīalectike, danach (16. Jh.) meist in lat. Form (doch mit dem Plur. Dialektiken), Anfang 17. Jh. in eingedeutschtem endungslosem Sing. Dialektik. Der Begriff bleibt von der Antike an Bestandteil der philosophischen Terminologie, wenn auch in unterschiedlicher Interpretation. Die materialistische Dialektik sucht im Widerspruch die Quelle aller Bewegung und Entwicklung aufzudecken. Die objektive Dialektik in Natur und Gesellschaft wird in der subjektiven Dialektik des Denkens und Erkennens widergespiegelt. Daher wird Dialektik von Engels (1878) als ‘Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens’ bestimmt. Dialekt m. ‘Mundart’. Griech. diálektos (διάλεκτος) ‘Sprache der Unterhaltung, Umgangssprache, Sprachstil, Mundart’, lat. dialectos ‘Mundart’ wird im 17. Jh. als Terminus der Sprachwissenschaft (anfangs meist in lat. Form und Flexion) entlehnt; gleichzeitig wird der entsprechende dt. Ausdruck Mundart (s. d.) gebildet. dialektisch1 Adj. (Ableitung von Dialektik) ‘die Dialektik betreffend, dieser Methode folgend, gegensätzlich, widersprüchlich’ (16. Jh.), vgl. lat. dialecticus, griech. dialektikós (διαλεκτικός); dazu die Fügung dialektischer Materialismus. dialektisch2 Adj. (Ableitung von Dialekt) ‘mundartlich’ (19. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Dialekt · Kulturdialekt · Mundart · Regionalsprache · Stadtmundart · regionale Sprachvariante · regionale Umgangssprache  ●  Missingsch  fachspr. · Regiolekt  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dialekt‹ (berechnet)

Sprache alemannisch allgäuer badisch bairisch bayrisch deutschschweizer dorisch fränkisch gesprochen heimatlich hiesig neapolitanisch ostschweizer pfälzer pfälzisch rheinisch schlesisch schweizerdeutsch schwäbisch sizilianisch sprechen sächsisch südhessisch tiroler venezianisch walliser wiener zuercher

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dialekt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dialekt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einmal hat sie ihn auch rein mutwillig mit Dialekt abblitzen lassen. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 9]
Schlüsse auf einen «hauptstädtischen Dialekt» wird man also nur mit Vorbehalt ziehen können. [Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 43]
In einer funktionierenden Koalition spricht man dieselbe Sprache, aber verschiedene Dialekte. [Tange, Ernst Günter: Zitatenschatz zur Politik, Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 58]
Der Dialekt dagegen ist mehr die Sprache des Herzens, er entspricht unserem affektiven Sein. [Der Spiegel, 11.10.1993]
So konnte die Sprache der modernen Bildung nur der attische Dialekt sein. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 5617]
Zitationshilfe
„Dialekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dialekt>.

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