Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Dicke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dicke · Nominativ Plural: Dicken
Aussprache 
Worttrennung Di-cke (computergeneriert)
Grundformdick
Wortbildung  mit ›Dicke‹ als Erstglied: Dickenabnahme · Dickenwachstum · Dickenzunahme
 ·  mit ›Dicke‹ als Letztglied: Blechdicke · Brettdicke · Drahtdicke · Holzdicke · Mauerdicke · Papierdicke · Wanddicke
eWDG

Bedeutungen

1.
messbarer Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten eines Körpers
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Bretter von verschiedener Dicke
die Wand hat eine Dicke von einem Meter
die Dicke eines Körpers ausmessen
2.
das Dicksein, die Beleibtheit
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
seine Dicke war auffallend
an Dicke abnehmen, zunehmen
Übrigens hatte man … den deutlichen Eindruck, daß es bei Herrn Pollunder keine gesunde Dicke war [ KafkaAmerika112]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dick · Dicke · dickicht · Dickicht · Dickkopf
dick Adj. ‘umfangreich, zähflüssig, dicht’, ahd. thicki (um 800), mhd. dicke, dic, asächs. thikki, mnd. dicke, mnl. dicke, nl. dik, afries. thikke, aengl. þicce, auch ‘finster, neblig’, engl. thick, anord. þykkr, þjokkr, schwed. tjock (germ. *þeku-) haben Entsprechungen nur im Kelt., z. B. air. tiug, kymr. tew, bret. teo ‘dick’. Man erschließt daraus einen Ansatz ie. *tegu̯- ‘dick’ oder vermutet in den kelt. germ. Bezeugungen die Fortsetzung eines nicht-ie. Substrats (de Vries Nl. 117). Das Adverb dicke, ahd. thicko, mhd. dicke ‘oft, häufig’, ist landschaftlich noch heute üblich. Die alte Bedeutung ‘dicht’ ist erhalten in Verbindungen wie dicker Wald, dicker Nebel, auch übertragen in dicke Luft ‘brenzlige Lage’ (Anfang 20. Jh.) sowie in der Wendung durch dick und dünn ‘durch unwegsames Gelände’ (16. Jh.), ‘durch schwierige Situationen’ (19. Jh.). – Dicke f. ‘Körperfülle, großer Umfang, Dichte’, ahd. thickī (8. Jh.), mhd. dicke, asächs. thikki. Vom Adj. abgeleitet dickicht Adj. ‘dicht, undurchdringlich’ (17. Jh.) und Dickicht n. ‘undurchdringliches Gehölz’ (17. Jh.). Dickkopf m. ‘eigensinniger, starrsinniger Mensch’ (19. Jh.), älter ‘dumme, schwerfällige Person’ (17. Jh.), Possessivkompositum, eigentlich Beiname für Personen oder Bezeichnung für Tiere mit großem Kopf (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Dicke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dicke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dicke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ging an das Bett der Dicken, strich die Decke zurecht. [Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 306]
Auch er war nicht gesonnen, ihn dem »Dicken« zu geben. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 990]
Allein, wir können die Kraft des Windes auch an der Dicke des Zweiges messen, den er geknickt hat. [Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071]
Bei der Wahl des Materials sollten Sie auch auf die Dicke achten. [C’t, 2001, Nr. 4]
Nur mit der Hilfe des Dicken lernt Roy die Überlebensstrategien im House. [Die Zeit, 31.01.1997, Nr. 6]
Zitationshilfe
„Dicke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dicke#1>.

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Dicke, die oder der

Grammatik Substantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Dicken · Nominativ Plural: Dicke(n)
Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Dicken, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Dicke.
Aussprache [ˈdɪkə]
Worttrennung Di-cke
Grundformdick
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

umgangssprachlich, gelegentlich abwertend füllige, übergewichtige Person
Beispiele:
»Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin, denn Dicksein ist ’ne Quälerei«, sang schon Marius Müller‑Westernhagen vor vielen Jahren. [Die Welt, 29.01.2000]
Ein paar Meter weiter prügelt sich ein Dicker in roter Trainingsjacke mit einem anderen Mann, eine Zeugin ruft die Polizei. [Messer, Drogen und Gewalt, 17.09.2022, aufgerufen am 18.09.2022]
»Der kleine Dicke«, wie man ihn [Otto Reutter] liebevoll nannte, hat seine Reimereien und seine Chansons auf den damaligen Varieté‑Bühnen selber vorgetragen und zu einer witzigen Zeit‑ und Menschenbetrachtung geformt. [Fränkischer Tag, 03.11.2021]
Zudem müsse man sehr lange vom Alltag freigestellt werden, um die Anforderungen der Fitnesstrainer auch zu Hause erfüllen zu können. »Diese Sendung ist eine Show.« Sie ist sicher: Längst haben einige Dicke wieder zugenommen. Da waren längst alle Kameras aus. [Thüringer Allgemeine, 25.06.2011]
Letztes Jahr saßen wir mal 25 Minuten lang fest. Da hatte sich so eine Dicke beim Ausstieg das Bein verdreht. lch dachte: Schafft sie zur Seite, damit es weitergeht. [Frozen, 2010, aufgerufen am 31.10.2014]
Und der sensiblen Regie von Barbara Neureiter, die genau zwischen Spaß und Nachdenklichkeit abwägt, ist es zu verdanken, dass es weder den Mitleidseffekt mit der armen Dicken noch das Zurschaustellen der fröhlichen Bladen gibt. [OÖ Nachrichten, 10.03.2007]
An die häufigen Erklärungen der Dicken – »Stoffwechselleiden« – glaubt der dänische Professor nicht. Diese Fälle seien in Wirklichkeit sehr selten, dagegen verdankten die Dicken fast immer ihr Gewicht einem Mißverhältnis zwischen dem Essen, das sie verzehren, und dem, was sie eigentlich nur brauchen. [Die Zeit, 08.09.1949]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Dicke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dicke‹.

Zitationshilfe
„Dicke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dicke#2>.

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