Dickicht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Dickicht(e)s · Nominativ Plural: Dickichte
Aussprache 
Worttrennung Di-ckicht
Grundformdickicht
Wortbildung  mit ›Dickicht‹ als Letztglied: Bambusdickicht · Dornendickicht · Latschendickicht · Paragrafendickicht · Paragraphendickicht · Schilfdickicht · Sumpfdickicht · Tannendickicht · Walddickicht · Weidendickicht
eWDG

Bedeutung

dichter, undurchdringlicher Bestand von Bäumen, Sträuchern
Beispiele:
ein Dickicht von Stauden, Tannen
das schattige, finstere, schützende Dickicht des Waldes
die Brombeersträucher bildeten undurchdringliche Dickichte
der Jäger treibt das Reh durch das Dickicht
einen Pfad durch das Dickicht des Urwaldes hauen
in ein Dickicht eindringen, fliehen
im Dickicht verschwinden
das angeschossene Wild versteckte sich im tiefsten Dickicht
bildlich Wirrnis
Beispiele:
ein Dickicht von Problemen, ungelösten Fragen
jmdm. einen Ausweg aus einem Dickicht von Sorgen zeigen
sich im Dickicht der Paragraphen zurechtfinden
Ein Dickicht von Schwierigkeiten lähmte seine Wachheit [ A. ZweigJunge Frau68]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dick · Dicke · dickicht · Dickicht · Dickkopf
dick Adj. ‘umfangreich, zähflüssig, dicht’, ahd. thicki (um 800), mhd. dicke, dic, asächs. thikki, mnd. dicke, mnl. dicke, nl. dik, afries. thikke, aengl. þicce, auch ‘finster, neblig’, engl. thick, anord. þykkr, þjokkr, schwed. tjock (germ. *þeku-) haben Entsprechungen nur im Kelt., z. B. air. tiug, kymr. tew, bret. teo ‘dick’. Man erschließt daraus einen Ansatz ie. *tegu̯- ‘dick’ oder vermutet in den kelt. germ. Bezeugungen die Fortsetzung eines nicht-ie. Substrats (de Vries Nl. 117). Das Adverb dicke, ahd. thicko, mhd. dicke ‘oft, häufig’, ist landschaftlich noch heute üblich. Die alte Bedeutung ‘dicht’ ist erhalten in Verbindungen wie dicker Wald, dicker Nebel, auch übertragen in dicke Luft ‘brenzlige Lage’ (Anfang 20. Jh.) sowie in der Wendung durch dick und dünn ‘durch unwegsames Gelände’ (16. Jh.), ‘durch schwierige Situationen’ (19. Jh.). Dicke f. ‘Körperfülle, großer Umfang, Dichte’, ahd. thickī (8. Jh.), mhd. dicke, asächs. thikki. Vom Adj. abgeleitet dickicht Adj. ‘dicht, undurchdringlich’ (17. Jh.) und Dickicht n. ‘undurchdringliches Gehölz’ (17. Jh.). Dickkopf m. ‘eigensinniger, starrsinniger Mensch’ (19. Jh.), älter ‘dumme, schwerfällige Person’ (17. Jh.), Possessivkompositum, eigentlich Beiname für Personen oder Bezeichnung für Tiere mit großem Kopf (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
undurchdringliches Geflecht (von)  ●  Dickicht  fig.

Typische Verbindungen zu ›Dickicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dickicht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dickicht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und doch würde auch unser Geruch in diesem Dickicht enthalten sein, unkenntlich, aber vorhanden. [Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 144]
Auf einmal war er dann durch ein Dickicht in einen Garten gelangt. [Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 360]
Und sie hat sich nicht immer geschickt verhalten in diesem Dickicht der Interessen. [Die Zeit, 29.04.1998, Nr. 19]
Anschließend blickt er wieder in das Dickicht der Kameras, diesmal atemlos, fassungslos, beinahe wortlos. [Die Zeit, 04.08.2012, Nr. 32]
Aber nun höre ihn einer da oben in seinem Vergnügen im Dickicht! [Raabe, Wilhelm: Altershausen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1968 [1911], S. 269]
Zitationshilfe
„Dickicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dickicht>.

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