Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Dieb, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dieb(e)s · Nominativ Plural: Diebe
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Dieb‹ als Erstglied: Dieberei · Diebesbande · Diebesbeute · Diebesfahrt · Diebesgelichter · Diebesgesindel · Diebesgut · Diebeshandwerk · Diebeshöhle · Diebesnest · Diebespaar · Diebespack · Diebessprache · Diebestour · Diebeswerkzeug · Diebin · Diebsbande · Diebsbeute · Diebsgelichter · Diebsgesindel · Diebsgewerbe · diebessicher
 ·  mit ›Dieb‹ als Letztglied: Autodieb · Eierdieb · Einsteigedieb · Fahrraddieb · Felddieb · Gaudieb · Gelegenheitsdieb · Gewohnheitsdieb · Herzensdieb · Holzdieb · Hoteldieb · Hühnerdieb · Kunstdieb · Kupferdieb · Ladendieb · Palmendieb · Pferdedieb · Schaufensterdieb · Strauchdieb · Tagedieb · Taschendieb · Trickdieb · Warenhausdieb · Wilddieb
 ·  mit ›Dieb‹ als Grundform: diebisch
eWDG

Bedeutung

jmd., der fremdes Eigentum heimlich entwendet, stiehlt
Beispiele:
ein gemeiner, schlauer, gerissener Dieb
der Dieb bricht ein, schleicht sich in ein Haus ein
Diebe stiegen nachts durch das offene Fenster in das Schlafzimmer ein, stiegen über den Gartenzaun
Diebe waren am Werk
die Diebe haben alles mitgenommen, weggeschleppt
einen Dieb auf frischer Tat überraschen, ertappen
Diebe anhalten, festhalten, festnehmen
einen Dieb ergreifen, (ein)fangen, verfolgen, vertreiben
haltet den Dieb! (= Ruf bei Verfolgung eines Diebes)
der Panzerschrank ist sicher gegen Diebe
sich vor Dieben bewahren, schützen
jmdn. einen Dieb nennen, schelten
jmdn. als Dieb verdächtigen
das Unglück kam wie ein Dieb in der Nacht (= kam unverhofft)
sprichwörtlichGelegenheit macht Diebe
sprichwörtlichkleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen
Wir stehlen uns davon wie Diebe [ Borchert76]
veraltet, scherzhaft Schelm
Beispiel:
Manchmal erbettelt sich der kleine Dieb selbst die Erlaubnis … mein Schlafkamerade zu sein [ GoetheGeschwisterI]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dieb · diebisch · Diebstahl
Dieb m. ‘wer stiehlt, Spitzbube’, ahd. thiob (9. Jh.), mhd. diep, diup, asächs. thiof, afries. thiāf, aengl. þēof, engl. thief, mnl. nl. dief, anord. þjōfr, schwed. tjuv, got. þiufs (germ. *þeuba-) sind in ihrer Herkunft nicht sicher zu erklären. Möglich ist der Anschluß an die Wurzel ie. *teup- ‘sich niederkauern’, wozu lit. tū̃pti ‘sich hinhocken’; Dieb wäre dann als einer zu verstehen, der sich heimlich duckt, um nicht gesehen zu werden. de Vries Nl. 115 hält diese Ausgangsbedeutung für wenig befriedigend und glaubt, daß das germ. gut bezeugte Wort einem vorie. Substrat entstammen könne. – diebisch Adj. ‘wie ein Dieb’, mhd. diebisch, mnd. dēvisch. Diebstahl m. ‘Aneignung fremden Besitzes’, mhd. diupstāle f., diepstāl f. Das erste, später an Dieb angeglichene Kompositionsglied liegt vor in ahd. thiuba f. (8. Jh.), mhd. diube f., nhd. Deube f. ‘Diebstahl, Gestohlenes’ (bis ins 18. Jh. bezeugt), das zweite Kompositionsglied in ahd. stāla f. (zu stehlen, s. d.) ‘Diebstahl’. Im 15. Jh. tritt, wohl über die konkrete Bedeutung ‘Gestohlenes, Diebesgut’, Genuswechsel zum Mask. ein.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dieb · Spitzbube  ●  Klaubock  ugs. · Klauer  ugs. · Langfinger  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dieb‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dieb‹.

Verwendungsbeispiele für ›Dieb‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur ein Dieb war der Mann, er hatte sie auch im Stich gelassen, eine wehrlose Frau. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 297]
Die Kinder, die auf der Straße standen, schrien hinter dem Dieb her. [Kästner, Erich: Emil und die Detektive, Hamburg: Dressler 1991 [1928], S. 127]
Von einem Dieb heißt es, er habe Pech an den Fingern. [Röhrich, Lutz: Pech, Pechvogel. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 7939]
Wer dem andern eine Bitte abschlägt, ist bereits ein Dieb. [Locher, G. W.: Eigentum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 7358]
Die Diebe stiegen übers Dach ein, und so verschwanden sie auch wieder. [Die Zeit, 20.05.1998, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Dieb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dieb>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Didymitis
Didym
Didotsystem
Didotantiqua
Didgeridoo
Dieberei
Diebesbande
Diebesbeute
Diebesfahrt
Diebesgelichter