Dieb, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Dieb(e)s · Nominativ Plural: Diebe
Aussprache
Wortbildung mit ›Dieb‹ als Erstglied: ↗Diebesbande · ↗Diebesbeute · ↗Diebesfahrt · ↗Diebesgelichter · ↗Diebesgesindel · ↗Diebesgut · ↗Diebeshandwerk · ↗Diebeshöhle · ↗Diebesnest · ↗Diebespaar · ↗Diebespack · ↗Diebessprache · ↗Diebestour · ↗Diebeswerkzeug · ↗Diebin · ↗Diebsbande · ↗Diebsbeute · ↗Diebsgelichter · ↗Diebsgesindel · ↗diebessicher
 ·  mit ›Dieb‹ als Letztglied: ↗Autodieb · ↗Einsteigedieb · ↗Fahrraddieb · ↗Felddieb · ↗Gewohnheitsdieb · ↗Herzensdieb · ↗Holzdieb · ↗Hoteldieb · ↗Hühnerdieb · ↗Ladendieb · ↗Pferdedieb · ↗Schaufensterdieb · ↗Strauchdieb · ↗Tagedieb · ↗Taschendieb · ↗Trickdieb · ↗Warenhausdieb · ↗Wilddieb
 ·  mit ›Dieb‹ als Grundform: ↗diebisch
eWDG, 1967

Bedeutung

jmd., der fremdes Eigentum heimlich entwendet, stiehlt
Beispiele:
ein gemeiner, schlauer, gerissener Dieb
der Dieb bricht ein, schleicht sich in ein Haus ein
Diebe stiegen nachts durch das offene Fenster in das Schlafzimmer ein, stiegen über den Gartenzaun
Diebe waren am Werk
die Diebe haben alles mitgenommen, weggeschleppt
einen Dieb auf frischer Tat überraschen, ertappen
Diebe anhalten, festhalten, festnehmen
einen Dieb ergreifen, (ein)fangen, verfolgen, vertreiben
haltet den Dieb! (= Ruf bei Verfolgung eines Diebes)
der Panzerschrank ist sicher gegen Diebe
sich vor Dieben bewahren, schützen
jmdn. einen Dieb nennen, schelten
jmdn. als Dieb verdächtigen
das Unglück kam wie ein Dieb in der Nacht (= kam unverhofft)
sprichwörtlich Gelegenheit macht Diebe
sprichwörtlich kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen
Wir stehlen uns davon wie Diebe [Borchert76]
veraltet, scherzhaft Schelm
Beispiel:
Manchmal erbettelt sich der kleine Dieb selbst die Erlaubnis ... mein Schlafkamerade zu sein [GoetheGeschwisterI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dieb · diebisch · Diebstahl
Dieb m. ‘wer stiehlt, Spitzbube’, ahd. thiob (9. Jh.), mhd. diep, diup, asächs. thiof, afries. thiāf, aengl. þēof, engl. thief, mnl. nl. dief, anord. þjōfr, schwed. tjuv, got. þiufs (germ. *þeuba-) sind in ihrer Herkunft nicht sicher zu erklären. Möglich ist der Anschluß an die Wurzel ie. *teup- ‘sich niederkauern’, wozu lit. tū̃pti ‘sich hinhocken’; Dieb wäre dann als einer zu verstehen, der sich heimlich duckt, um nicht gesehen zu werden. de Vries Nl. 115 hält diese Ausgangsbedeutung für wenig befriedigend und glaubt, daß das germ. gut bezeugte Wort einem vorie. Substrat entstammen könne. diebisch Adj. ‘wie ein Dieb’, mhd. diebisch, mnd. dēvisch. Diebstahl m. ‘Aneignung fremden Besitzes’, mhd. diupstāle f., diepstāl f. Das erste, später an Dieb angeglichene Kompositionsglied liegt vor in ahd. thiuba f. (8. Jh.), mhd. diube f., nhd. Deube f. ‘Diebstahl, Gestohlenes’ (bis ins 18. Jh. bezeugt), das zweite Kompositionsglied in ahd. stāla f. (zu ↗stehlen, s. d.) ‘Diebstahl’. Im 15. Jh. tritt, wohl über die konkrete Bedeutung ‘Gestohlenes, Diebesgut’, Genuswechsel zum Mask. ein.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dieb · ↗Spitzbube  ●  Klaubock  ugs. · Klauer  ugs. · ↗Langfinger  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Diebsgesindel · Marodeure · ↗Plünderer · ↗Raubgesindel · ↗Räuberbande
  • (jemanden) bestehlen · (sich) an fremden Sachen vergreifen · (sich) widerrechtlich aneignen · ↗entwenden · ↗ergaunern  ●  das Bezahlen vergessen  ironisch · ↗stehlen  Hauptform · ↗(einfach) mitnehmen  ugs. · ↗(etwas) organisieren  ugs. · ↗(jemanden) beklauen  ugs. · ↗(sich) bedienen  ugs., verhüllend, ironisch · (sich) einfach (weg)nehmen (ohne zu bezahlen)  ugs. · böhmisch einkaufen  derb, österr. · ↗klauen  ugs. · lange Finger machen  ugs. · ↗mausen  ugs. · mitgehen lassen  ugs. · ↗mopsen  ugs. · polnisch einkaufen  derb · ↗stibitzen  ugs. · vergessen zu bezahlen  ugs., ironisch, variabel
  • Diebesherrschaft · Herrschaft der Plünderer · Kleptokratie
  • Räuber
  • (eine) diebische Elster (sein) · Probleme mit dem Eigentumsbegriff haben (verhüllend) · gewohnheitsmäßig stehlen · klauen wie die Raben · klauen wie ein Rabe · von Diebstählen leben
  • (das) Stehlen · ↗...klau · ↗Dieberei(en) · ↗Entwendung · Griff in die Kasse · ↗Klau · ↗Plünderung  ●  ↗Diebstahl  Hauptform · (das) Klauen  ugs. · Klauerei  ugs. · ↗Selbstbedienung  ugs., ironisch
  • (ein) einnehmendes Wesen haben  verhüllend, ironisch · (etwas) gut gebrauchen können  verhüllend, ironisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrüger Beute Einbrecher Gauner Hehler Liebhaber Lügner Mörder Räuber abhacken aufbrechen ausräumen dreist einbrechen eindringen entwenden erbeuten ertappen ertappt flüchten gemein hebeln klauen knacken mutmaßlich plündern schleichen schnappen stehlen unbekannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dieb‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als die Gäste die Kirche verließen, griff der Dieb am Altar zu.
Bild, 23.11.2004
Vielleicht hat er versucht, sie zu berauben, und sie hat ihn festgehalten, wie damals den Dieb auf Kuba.
Der Tagesspiegel, 20.09.2002
Noch fünf Minuten, ich krabbele wie ein Dieb in meine Heia, der aber trotzdem erwischt wird.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.10.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Bei Gott, nein, bin ich immer nur feiner Dieb gewesen.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Der feine Dieb. In: Lehmstedt, Mark (Hg.), Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1916], S. 31496
Wenn man laufen gelassen werden will, so sei man ein großer Dieb.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19556
Zitationshilfe
„Dieb“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dieb>, abgerufen am 24.04.2019.

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