Diele, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diele · Nominativ Plural: Dielen
Aussprache
WorttrennungDie-le
Wortbildung mit ›Diele‹ als Erstglied: ↗Dielenboden · ↗Dielenbrett · ↗Dielenfuge · ↗Dielenfußboden · ↗Dielenholz · ↗Dielenkopf · ↗Dielenritze
 ·  mit ›Diele‹ als Letztglied: ↗Holzdiele  ·  mit ›Diele‹ als Grundform: ↗dielen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
langes Brett, das als Fußbodenbelag verwendet wird
Beispiele:
die alte Diele knarrt
Dielen schneiden, legen, erneuern
seine Kleine, die immer auf den Dielen herumrutschte [G. HermannWordelmann111]
2.
nur im Singular
Fußboden
Beispiele:
eine blanke, gestrichene, weißgescheuerte Diele
das Buch lag auf der Diele
er rutschte auf der Diele aus
sie schliefen auf der bloßen Diele
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diele · dielen
Diele f. ‘Fußboden(brett), Vorraum’. Das Wort ist in alter Zeit in vielen Form- und Bedeutungsvarianten vertreten; ahd. thil m. (8. Jh.), thilo m., thilla f. ‘starkes Brett, Bretterwand, -boden’ (11. Jh.), mhd. dil f. m., dille f. ‘Brett, Bretterwand, bretterne Seitenwand eines Schiffes, Verdeck, Bretterfußboden, oberer Boden des Hauses’, asächs. thili f. ‘Diele, Brett, Pult’, mnd. dēle f. ‘Brett, Fußboden, Hausflur’, mnl. dēle, nl. deel ‘Tenne, Brett’, aengl. þille n. ‘dünnes Brett, Planke, Flurbelag’, þel n. ‘Planke, Platte’, þelu f. in buruhþelu ‘Burgflur’, anord. þil(i) n. ‘Bretterwand, Bretterboden’, þilja f. ‘Brett im Schiffsboden, Ruderbank’, þel n. ‘Grund, Boden’, schwed. tilja ‘Diele, Bühne’. Die germ. Formen *þil- (zum Teil mit Gemination verursachendem j-Suffix *þieljō-) stellen sich mit aind. talam ‘Fläche, Ebene, Handfläche’, griech. tēlía (τηλία) ‘Tisch oder Brett mit erhöhtem Rand, Würfel-, Küchenbrett’, lat. tellūs ‘Erde’, lit. tìlės Plur. ‘Bodenbretter im Kahn, Bodenbelag’, tìltas ‘Brücke’ zur Wurzel ie. *tel(ə)- ‘flach, flacher Boden, Brett’. Die im Nhd. üblichen Bedeutungen sind zum Teil vom Nd. beeinflußt; Diele ist der aus Brettern hergestellte oder (in Norddeutschland) der aus Lehm gestampfte Fußboden, dann auch der ebenerdige große Raum des niedersächsischen Bauernhauses, der als Tenne und ursprünglich auch als Herdraum dient, dann der ‘Vorraum’. Diele in Eis- und Tanzdiele erklärt sich aus ‘große Fußbodenfläche, großer Raum’. Die literatursprachliche Form ist wohl von mnd. nd. (im 14. bis. 16. Jh. auch md.) dēle f. beeinflußt. dielen Vb. ‘Fußboden mit Brettern belegen’, mhd. dillen ‘mit Brettern decken, aus Brettern machen’, vgl. ahd. githillōn ‘bedecken’ (11. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Diele · ↗Durchgang · ↗Entree · ↗Flur · ↗Gang · ↗Korridor
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Vasarianischer Korridor · Vasarikorridor
Assoziationen
Synonymgruppe
Diele · ↗Planke · ↗Steg
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Flur Fußboden Holz Knarren Teppich Wand Wohnung Wohnzimmer Zimmer abgeschliffen abgetreten abgezogen abschleifen blank breit gescheuert hell knarren knarrend knarzen knarzend morsch nackt quietschen verstecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diele‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einer Breite von ungefähr hundert Metern war die Erde zur Diele zertreten.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 141
Nach der Schule saßen wir auf den Dielen in meinem Zimmer.
Der Tagesspiegel, 26.08.2001
Froh zeigt sie den leeren Raum, grobe Dielen, hohe Decke, sie hat beschlossen, ihn so zu lassen, nichts hineinzustellen, bis auf ein wenig Musik vielleicht.
Die Zeit, 26.05.2004, Nr. 22
Lisa, die schwanger war, hörte noch die Dielen knarren und dachte dösend daran, dass sie bald mit ihren beiden Söhnen spielen wolle.
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2002
Knarrende Dielen nagele ich fest und reibe sie dann mit farbloser Schuhcreme ein.
Bild, 22.02.1999
Zitationshilfe
„Diele“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diele#1>, abgerufen am 25.05.2019.

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Diele, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diele · Nominativ Plural: Dielen
Aussprache
WorttrennungDie-le
Wortbildung mit ›Diele‹ als Erstglied: ↗Dielenfenster · ↗Dielengarnitur · ↗Dielenlampe
 ·  mit ›Diele‹ als Letztglied: ↗Eisdiele · ↗Essdiele · ↗Hausdiele · ↗Tanzdiele
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
großer Flur, Vorraum
Beispiele:
eine geräumige Diele
auf, durch die Diele gehen
wir haben in der Diele abgelegt
2.
Vergnügungsstätte mit kleiner Tanzfläche
Beispiele:
in der Diele wird getanzt
Robert ... sah sich aber vergeblich nach einer Diele oder einem Café um [KasackStadt43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Diele · dielen
Diele f. ‘Fußboden(brett), Vorraum’. Das Wort ist in alter Zeit in vielen Form- und Bedeutungsvarianten vertreten; ahd. thil m. (8. Jh.), thilo m., thilla f. ‘starkes Brett, Bretterwand, -boden’ (11. Jh.), mhd. dil f. m., dille f. ‘Brett, Bretterwand, bretterne Seitenwand eines Schiffes, Verdeck, Bretterfußboden, oberer Boden des Hauses’, asächs. thili f. ‘Diele, Brett, Pult’, mnd. dēle f. ‘Brett, Fußboden, Hausflur’, mnl. dēle, nl. deel ‘Tenne, Brett’, aengl. þille n. ‘dünnes Brett, Planke, Flurbelag’, þel n. ‘Planke, Platte’, þelu f. in buruhþelu ‘Burgflur’, anord. þil(i) n. ‘Bretterwand, Bretterboden’, þilja f. ‘Brett im Schiffsboden, Ruderbank’, þel n. ‘Grund, Boden’, schwed. tilja ‘Diele, Bühne’. Die germ. Formen *þil- (zum Teil mit Gemination verursachendem j-Suffix *þieljō-) stellen sich mit aind. talam ‘Fläche, Ebene, Handfläche’, griech. tēlía (τηλία) ‘Tisch oder Brett mit erhöhtem Rand, Würfel-, Küchenbrett’, lat. tellūs ‘Erde’, lit. tìlės Plur. ‘Bodenbretter im Kahn, Bodenbelag’, tìltas ‘Brücke’ zur Wurzel ie. *tel(ə)- ‘flach, flacher Boden, Brett’. Die im Nhd. üblichen Bedeutungen sind zum Teil vom Nd. beeinflußt; Diele ist der aus Brettern hergestellte oder (in Norddeutschland) der aus Lehm gestampfte Fußboden, dann auch der ebenerdige große Raum des niedersächsischen Bauernhauses, der als Tenne und ursprünglich auch als Herdraum dient, dann der ‘Vorraum’. Diele in Eis- und Tanzdiele erklärt sich aus ‘große Fußbodenfläche, großer Raum’. Die literatursprachliche Form ist wohl von mnd. nd. (im 14. bis. 16. Jh. auch md.) dēle f. beeinflußt. dielen Vb. ‘Fußboden mit Brettern belegen’, mhd. dillen ‘mit Brettern decken, aus Brettern machen’, vgl. ahd. githillōn ‘bedecken’ (11. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Diele · ↗Durchgang · ↗Entree · ↗Flur · ↗Gang · ↗Korridor
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Vasarianischer Korridor · Vasarikorridor
Assoziationen
Synonymgruppe
Diele · ↗Planke · ↗Steg
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bad Balken Bauernhaus Eßzimmer Flur Galerie Knarren Küche Parkett Rathaus Schlafraum Schlafzimmer Stube Toilette Treppe Wohnraum Wohnzimmer Zimmer abgezogen abschleifen betreten geräumig gescheuert hangen hell knacken knarren knarrend schleichen weitläufig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diele‹.

Zitationshilfe
„Diele“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diele#2>, abgerufen am 25.05.2019.

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