Diffamierung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diffamierung · Nominativ Plural: Diffamierungen
Aussprache  [dɪfaˈmiːʀʊŋ]
Worttrennung Dif-fa-mie-rung
Wortzerlegung diffamieren-ung
Wortbildung  mit ›Diffamierung‹ als Erstglied: ↗Diffamierungskampagne
ZDL-Verweisartikel, 2020

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von diffamieren, Synonym zu Verunglimpfung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine gezielte, pauschale, persönliche, üble Diffamierung
als Akkusativobjekt: jmdm. eine Diffamierung vorwerfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: Opfer von, eine Welle von Diffamierungen; eine Klage wegen einer Diffamierung; sich gegen eine Diffamierung verwahren, wehren
mit Genitivattribut: eine Diffamierung des Gegners
in Koordination: Beleidigung, Verleumdung und Diffamierung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Diffamierung von Andersdenkenden, Juden, Religionen
Beispiele:
Nach Angaben von Sprachexperten war der Begriff »Lügenpresse« schon im Ersten Weltkrieg ein »zentraler Kampfbegriff« und wurde dann später unter den Nationalsozialisten zur Diffamierung unabhängiger Medien genutzt. [Die Welt, 14.01.2015]
Am Sonntag muss es auch vorbei sein mit den vielen Diffamierungen, Anschuldigungen und schmutzigen Behauptungen, die kurz vor der Stichwahl aus verschiedenen Richtungen in die Öffentlichkeit gebracht worden sind. [Allgemeine Zeitung, 09.11.2019]
Die grassierende moralische Diffamierung Andersdenkender kostet am Ende viel mehr Freiheit als die Terrorgefahr: die Gedankenfreiheit nämlich, die es heute mehr denn je braucht, um Komplexität zu bewältigen. [Die Zeit, 04.12.2017, Nr. 50]
Namhafte Professoren und Autoren unterzeichneten zum Mordanschlag auf Rudi Dutscke eine Erklärung, in der davon die Rede war, wie durch gezielte Diffamierung einer Minderheit zur Gewalttätigkeit gegen sie aufgereizt worden ist[…]. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 –1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001, S. 252. Zitiert nach: Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 –1974, Berlin: Aufbau-Verl. 1998.]
Auch die willkürliche Einmischung in das Privatleben und in die Familie ist unzulässig; dazu gehört auch die von Nationalsozialisten und Kommunisten oft geübte Methode der Diffamierung der Eltern vor der Schulklasse. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957, S. 419. Zitiert nach: Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1956.]

Thesaurus

Synonymgruppe
Diffamierung · ↗Herabwürdigung · ↗Rufschädigung · ↗Schmähung · ↗Verleumdung · ↗Verunglimpfung  ●  ↗Diffamation  geh. · Diffamie  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Diffamierung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diffamierung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Diffamierung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer keine politischen Argumente habe, greife zu dem Mittel der Diffamierung.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.1995
Der Takt allein mag solche Diffamierung eben noch verhindert haben.
Die Zeit, 21.11.1980, Nr. 48
Die Diffamierung wiegt schwer und muß sich durch starke Beweise rechtfertigen.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 336
Die politische Gestalt des Tyrannen war damals auch noch nicht so klar modelliert wie späterhin, abgesehen davon, daß ihre eindeutige Diffamierung noch nicht eingesetzt hatte.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 29569
Eine abstoßende Kampagne der moralischen Diffamierung von Klerus und Klosterfrauen schloß sich an.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 28931
Zitationshilfe
„Diffamierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diffamierung>, abgerufen am 27.05.2020.

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