Differenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Differenz · Nominativ Plural: Differenzen
Aussprache 
Worttrennung Dif-fe-renz
Wortbildung  mit ›Differenz‹ als Erstglied: Differenzbetrag · Differenzkriterium · Differenzpunkt · differentiell · differenziell · differenzieren
 ·  mit ›Differenz‹ als Letztglied: Ehedifferenz · Geschlechterdifferenz · Gewichtsdifferenz · Höhendifferenz · Leitdifferenz · Lohndifferenz · Meinungsdifferenz · Minusdifferenz · Plusdifferenz · Preisdifferenz · Renditedifferenz · Temperaturdifferenz · Tordifferenz · Zeitdifferenz · Zinsdifferenz
Herkunft aus differentialat ‘Verschiedenheit’, differentiaspätlat ‘Ergebnis einer Subtraktion’
eWDG

Bedeutungen

1.
(messbarer) Unterschied zweier Größen
Beispiel:
eine kleine, erhebliche Differenz
Ergebnis der Subtraktion, Rest
Beispiele:
Mathematikdie Differenz zwischen fünf und zwei ist, beträgt drei
es ergab sich eine beträchtliche Differenz zwischen dem Einkaufs‑ und Verkaufspreis (= es ergab sich eine beträchtliche Spanne zwischen dem Einkaufs- und Verkaufspreis)
eine Differenz in der Kasse entdecken, feststellen, errechnen (= einen Fehlbetrag in der Kasse entdecken, feststellen, errechnen)
2.
Meinungsverschiedenheit
Beispiele:
zunehmende, scharfe, persönliche, politische Differenzen
wir hatten eine kleine Differenz
es gibt, besteht eine Differenz zwischen ihnen, zwischen ihren Ansichten
Differenzen treten auf, verschärfen sich, klären sich
Differenzen mit jmdm., miteinander haben
Differenzen schlichten, beilegen
Man könne … ernstliche Differenzen mit den Parthern oder gar einen Krieg nicht riskieren [ Feuchtw.Nero226]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Differenz · differieren · Differential · Differentialrechnung
Differenz f. ‘Unterschied, Meinungsverschiedenheit’, mhd. differenze, entlehnt aus lat. differentia ‘Verschiedenheit’ (zu lat. differre, s. unten). Der mathematische Terminus ‘Ergebnis einer Subtraktion’ entwickelt sich im Spätlat. (Boethius) und wird im 15. Jh. ins Dt. aufgenommen. differieren Vb. ‘abweichen, anderer Meinung sein’, entlehnt aus lat. differre ‘auseinandertragen, verzögern, verschieden sein’, zuerst (16. Jh.) dem lat. Gebrauch entsprechend ‘aufschieben’, danach (17. Jh.) im heute üblichen Sinne ‘verschieden sein’. Differential n. ‘unendlich kleine Differenz zwischen abhängigen Größen’ (18. Jh.), mathematischer Terminus der Differentialrechnung f. (18. Jh.), aus nlat. differentialis Adj. ‘eine Differenz betreffend’.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›Differenz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Differenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Differenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daher wohl sind die psychologischen Differenzen zwischen den Klassen so viel geringer als die objektiv‑ökonomischen. [Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 233]
Womöglich hat er indirekt etwas mit unseren Differenzen zu tun. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 117]
Eine ähnlich scharfe Differenz läßt sich innerhalb der »medizinischen Arbeiter« feststellen. [Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 135]
An die Stelle dieser Rückführung setzen wir die Rückführung auf Differenz. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 50]
Wie geht man mit kulturellen Differenzen bei der Interpretation von Menschenrechten um? [Die Zeit, 16.12.1998, Nr. 52]
Zitationshilfe
„Differenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Differenz>.

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