Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Diktatur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diktatur · Nominativ Plural: Diktaturen
Aussprache  [dɪktaˈtuːɐ̯]
Worttrennung Dik-ta-tur
Wortbildung  mit ›Diktatur‹ als Letztglied: Coronadiktatur · Kanzlerdiktatur · Militärdiktatur · NS-Diktatur · Parteidiktatur · Parteiendiktatur
Herkunft aus dictātūralat ‘Diktatur, Amt eines Diktators’
eWDG

Bedeutungen

1.
auf unbeschränkte Vollmachten gegründete Herrschaft in einem Staat
Beispiel:
eine Diktatur des Militärs, einer Partei, eines Kanzlers
Gewaltherrschaft
Beispiele:
der Schrecken einer Diktatur
die Angst vor einer Diktatur
eine Diktatur errichten
sich einer Diktatur beugen
unter einer Diktatur leben
eine Diktatur beseitigen, brechen
Aber er blieb in allem ein erbitterter, unbeirrbarer Feind der Nazis und ihrer Diktatur [ O. M. GrafMitmenschen215]
2.
Marxismus
Beispiele:
die Diktatur des Proletariats (= politische Herrschaft der von der Arbeiterklasse geführten Werktätigen beim Aufbau des Sozialismus)
Die Sowjets und die Rote Armee als Grundpfeiler der proletarischen Diktatur haben [in der Sowjetunion] … den Boden für den Aufbau des Sozialismus bereitet [ Thälm.Reden1,125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

diktieren · Diktat · Diktator · diktatorisch · Diktatur
diktieren Vb. ‘vorsprechen (zum Nachschreiben), befehlen, aufzwingen’, entlehnt (15. Jh.) aus gleichbed. lat. dictāre, Intensivum zu lat. dīcere ‘sagen’ (s. zeihen). Dazu im 20. Jh. Diktiergerät, Diktaphon. Das substantivierte Part. Perf. lat. dictātum ‘Diktiertes’, dictāta Plur. ‘Regeln, Vorschriften’ wird entlehnt als Diktat n. ‘Ansage, Nachschrift’ (Anfang 17. Jh.), ‘Gebot, aufgezwungene Verpflichtung’ (Anfang 19. Jh.). Diktator m. unveränderte Übernahme von lat. dictātor, zunächst (15. Jh.) in historischen Darstellungen in lat. Sinne ‘römischer Staatsbeamter mit absoluten Vollmachten’, als Staatstitel und auch ehrenvolle Anrede, dann (16. Jh.) allgemein ‘Regierender mit unbeschränkter Macht, Gewaltherrscher, Tyrann’; davon abgeleitet diktatorisch Adj. ‘herrisch, willkürlich’ (17. Jh.), vgl. lat. dictātōrius. Diktatur f. ‘allgemeine unumschränkte Herrschaft’ (16. Jh.), auch ‘Gewaltherrschaft’, entlehnt aus lat. dictātūra.

Thesaurus

Politik
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Diktatur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diktatur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Diktatur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Marxisten halten am Ziel der Diktatur des Proletariats unbedingt fest. [Kursbuch, 1970, Bd. 22]
Für eine totalitäre Diktatur sind dies alles nur Fragen der Taktik. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 87]
Aber selbst solche Gesetze reichen den Diktaturen nicht mehr aus. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 96]
Und zwar als Diktatur, die liberale Elemente wie ihn während der fünfziger Jahre lieber hätte verhaften sollen. [konkret, 2000 [1998]]
Sie sieht aus wie eine demokratisch bloß maskierte Diktatur der Bourgeoisie. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Diktatur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diktatur>.

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