Diktatur, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Diktatur · Nominativ Plural: Diktaturen
Aussprache
WorttrennungDik-ta-tur (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Diktatur‹ als Letztglied: ↗Kanzlerdiktatur · ↗Militärdiktatur · ↗NS-Diktatur · ↗Parteidiktatur · ↗Parteiendiktatur
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf unbeschränkte Vollmachten gegründete Herrschaft in einem Staat
Beispiel:
eine Diktatur des Militärs, einer Partei, eines Kanzlers
Gewaltherrschaft
Beispiele:
der Schrecken einer Diktatur
die Angst vor einer Diktatur
eine Diktatur errichten
sich einer Diktatur beugen
unter einer Diktatur leben
eine Diktatur beseitigen, brechen
Aber er blieb in allem ein erbitterter, unbeirrbarer Feind der Nazis und ihrer Diktatur [O. M. GrafMitmenschen215]
2.
Marxismus
Beispiele:
die Diktatur des Proletariats (= politische Herrschaft der von der Arbeiterklasse geführten Werktätigen beim Aufbau des Sozialismus)
Die Sowjets und die Rote Armee als Grundpfeiler der proletarischen Diktatur haben [in der Sowjetunion] ... den Boden für den Aufbau des Sozialismus bereitet [Thälm.Reden1,125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

diktieren · Diktat · Diktator · diktatorisch · Diktatur
diktieren Vb. ‘vorsprechen (zum Nachschreiben), befehlen, aufzwingen’, entlehnt (15. Jh.) aus gleichbed. lat. dictāre, Intensivum zu lat. dīcere ‘sagen’ (s. ↗zeihen). Dazu im 20. Jh. Diktiergerät, Diktaphon. Das substantivierte Part. Perf. lat. dictātum ‘Diktiertes’, dictāta Plur. ‘Regeln, Vorschriften’ wird entlehnt als Diktat n. ‘Ansage, Nachschrift’ (Anfang 17. Jh.), ‘Gebot, aufgezwungene Verpflichtung’ (Anfang 19. Jh.). Diktator m. unveränderte Übernahme von lat. dictātor, zunächst (15. Jh.) in historischen Darstellungen in lat. Sinne ‘römischer Staatsbeamter mit absoluten Vollmachten’, als Staatstitel und auch ehrenvolle Anrede, dann (16. Jh.) allgemein ‘Regierender mit unbeschränkter Macht, Gewaltherrscher, Tyrann’; davon abgeleitet diktatorisch Adj. ‘herrisch, willkürlich’ (17. Jh.), vgl. lat. dictātōrius. Diktatur f. ‘allgemeine unumschränkte Herrschaft’ (16. Jh.), auch ‘Gewaltherrschaft’, entlehnt aus lat. dictātūra.

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Diktatur

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufarbeitung Bourgeoisie Demokratie Diktatur Errichtung Menschenrechtsverletzung Monarchie Opfer Proletariat Relativismus Sturz Terror Verbrechen Verschwundene Zusammenbruch blutig braun brutal errichten faschistisch grausam kommunistisch lateinamerikanisch menschenverachtend nationalsozialistisch proletarisch sozialistisch stalinistisch totalitär Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Diktatur‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was unternimmt er 2012 gegen die Diktatur der nackten Zahl?
Die Zeit, 18.06.2012, Nr. 25
Als sie zerbrach, war die ostdeutsche Diktatur ein anderes Mittel zu diesem guten Zweck.
konkret, 1994
Die Marxisten halten am Ziel der Diktatur des Proletariats unbedingt fest.
Kursbuch, 1970, Bd. 22
Für eine totalitäre Diktatur sind dies alles nur Fragen der Taktik.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 87
Aber selbst solche Gesetze reichen den Diktaturen nicht mehr aus.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 96
Zitationshilfe
„Diktatur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Diktatur>, abgerufen am 26.03.2019.

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